Wörterbuchnetz
Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Mësser bis Heümësser (Bd. 1, Sp. 720a bis 720b)
 
  PfWB  LothWB  RhWB Mësser [Masər fast allg.; Mæsər Str. W.; Pl. ebenso, nur Mæsərə W.; Demin. Masərlə, bezw. Mæsərlə] n. Messer. Er schreit, wi wenn r e M. im Hals hätt Dollern. Er brüelˡt, mëⁿ meint, r hätt e M. im Hals Su., im H. stëckeⁿ Dü. Rapp.: die Rda. ist dem Abstechen der Schweine entlehnt. Ebenso die Rda. Die is bal guet für inger s M. = ‘ist über sechzehn Jahr doch alt!’ Dunzenh. Von einem schartigen oder stumpfen Messer sagt man: Dis M. haüt s Wasser, wënn's keⁱⁿ Stein aⁿtrifft Rapp, od. s schnid s kalt Wasser nit durich Ingenh. ‘mein messer schneidt alles was es sihet, das ist, es schneidt kalt Wasser’ Martin Acheminement Vorw. Zum Gebrauch bei Tisch bringt jeder sein Taschenmesser mit, natürlich scharf geschliffen, und schneidet sich selbst das gewünschte Stück Fleisch herunter; daher sagt man von einem, der tüchtig essen kann: Der het e scharfs M.! Han. Derbe Abweisung einer Bitte; Dr Hund (Mr Rapp.) schisst dⁱr e Mësserle zuem Verliereⁿ Dü. Jo, mr schisst dⁱr e Mësserle zuem Verliereⁿ, vra noch e Wissheftle Su. s gël Mësserle suecheⁿ ein derbes Knabenspiel. Rda. Ich hab ⁱʰm s. M. gsteckt ich beobachte ihn scharf und bei der nächsten Gelegenheit jage ich ihn fort Str.Schweiz. 4, 459. Bayer. 1, 1670.

 PfWB Balwiermësser n. Rasiermesser Geisp.

Bhaumësser [Phàimasər Ruf. Bebelnh. Rapp. Heidolsh.] n. schaufelartiges Messer

[Bd. 1, Sp. 720b]
mit langem Stiel zum Beschneiden der gepressten Trauben auf der Kelter.

Faschineⁿmësser n. Kurzsäbel, Seitengewehr der ehemaligen französischen Infanterie Bf.

 PfWB  LothWB  RhWB Fëdermësser, Demin. –mësserle n. kleine Klinge, mit der man früher die Gänsefedern zum Schreiben schnitt; Radiermesser allg.

Gixermësser n. ( scherzh.) Metzgermesser Hüss.

Hackmësser n. Wiegemesser zum Zerhacken des Fleisches oder zum Kleinschneiden der Gemüse Bisch. Str. U. Ein grösseres H. nennt man auch Spalter Dunzenh. Ingenh.

Hakeⁿmësser n. Bed. wie Haumësser, s. d.; Zulegemesser, an der Spitze umgebogen. Di Holzmacher hän H. Liebsd. Obbruck Su. Hlkr.Schweiz. 4, 461.

 PfWB  RhWB Haumësser, ält. Spr. Hagmesser n. beilartiges Faschinenmesser mit hölzernem Griff und vorn umgebogener Klinge zum Reisighacken oder zum Stutzen der Baumäste im Frühjahr K. Z. Han. Das H. wird in Wickersh. und Schillersd. mit Vorliebe in einer Aussentasche der Joppe getragen, daher ihr Spitzname Haumëssersäck. Syn. Hakeⁿmësser O. ‘ein stumpfen Haagmësser une serpe mousse’ Martin Parl. N. 173.

Herbstermësserle n. kleines Messer zum Abschneiden der Trauben; oft verwendet man dazu auch eine Herbsterschër Dü.

Heümësser n. eine Art grosses, dreieckiges Messer zum Durchschneiden des festsitzenden Heus Steinb. Dollern M.