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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Marsch bis Marter (Bd. 1, Sp. 713a bis 713b)
 
  Marsch [Màr allg.] m. 1. Marsch, zurückgelegte Wegestrecke; Gang, Gangart. Ich hab e schlëchteⁿ M. ich bin schlecht zu Fusse Ingenh. Der verfüeʰrt emol e M.! K. Eim deⁿ (dr O.) M. macheⁿ, auch bloseⁿ jem. einen derben Verweis geben, gehörig schelten, Vorwürfe machen; überh. übel behandeln: [tý hè e tinə ‘Syù tr Màr kəmàχt] (sie zerrissen) M. ‘d’ Mamme, die bloost m'r de Marsch’ Hirtz Ged. 232. Meiⁿ, dëm Lump han iʰ dr M. gmacht Liebsd. Syn. eim dr Saira (frz. a ira) lëseⁿ, d Meinung sajeⁿ, eim sajeⁿ was drei Ërbseⁿ für e Brüej gën, eineⁿ abkapitleⁿ Rapp. Bayer. 1, 1654. 2. beim Juckerspiel (Kartenspiel) alle fünf Stiche machen: e M. macheⁿ K. Z. Schweiz. 4, 423. Bayer. 1, 1654.

Laträtmarsch m. eig. Zapfenstreich. Rda. Deⁿ L. anschlauweⁿ alt werden, sich zurückziehen, sterben Str. ‘O weh! wie

[Bd. 1, Sp. 713b]
het der gueti Mann De Latträttmarsch angschlaaue!’ Schk. 264.

Marsch(r)utt [Màryt Su.; Màrryt U.] f. 1. Laufpass. Iʰ ha-n-ⁱʰm d M. gmacht, oder underschriweⁿ ich habe ihn fortgeschickt Su. 2. Gestellungsorder U. — frz. marche-route.

ma(r)schiereⁿ [màrìarə Bf.; màrìèrə Rosh. Ingenh.; màîrə Str.] ; Part. gema(r)schiert marschieren, tüchtig gehen: druf los m. ‘Es rajelt, es schnejelt, es geht e kiehler Wind, Die arme Saldätle maschiere mit der Flint’ Rosh. — Schweiz. 4, 424. Bayer. 1, 1654.
 
 
Märsche I [Márə Pfast.] f. boshaftes Mädchen. Vgl. Mäʰre 3.
 
 
Märsche II s. Mäsche.
 
 
Märschi [Marì Pfetterhsn.] m. Mietvertrag mit Lohnbedingungen, den ein Arbeiter mit einem Dienstherrn abschliesst. Iʰ haⁿ mit eme angereⁿ Meister M. gmacht. — frz. marché.

vermarschandeⁿ insgeheim um wenig Geld, unter dem Wert verkaufen Su.frz. marchander. Schweiz. 4, 424.

mirschleⁿ, mirstleⁿ, s. mischleⁿ.
 
 
morsch [mòr K. Z.; mùr Dehli.] Adv. plötzlich und vollständig ab, durch, meist mit brëcheⁿ verbunden. Dër is gefallⁿ un sin Beⁱn is m. durch Dehli. — vgl. Schweiz. 4, 433 murz. — Bayer. 1, 1658 ebenso.
 
 
 PfWB  LothWB  RhWB Marter, Martel [Mârtər Hlkr. Str.; Mârtl Hf.] n. Marter, Qual. Marters ab si(n) die Qual los sein Hlkr. Str. Jetz ist er s Martls los jetzt hat er Ruhe Hf. ‘als obe sie ine mit martel gezwungen hetten’ Str. 1461 Brucker 21. — Schweiz. 4, 425. Bayer. 1, 1655.