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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Ursel bis Klapparsch (Bd. 1, Sp. 68b bis 69a)
 
  PfWB  RhWB Ursel, Urschel 1. weibl. Vorname Ursula. ‘Er het ’s in ’s Krembe Maaud, im Urschel, uf der Gass, jo gsait’ Pfm. III 2. 2. dummes, unbeholfenes Mädchen: du taubs U. Ingenh. JB. XII 97. Koseform: Ursi, Urschi, Ursch.

Kabetursi [‘Xàpətùrsi Rädersd.] alte Frau.

Kuttelursi [Khùtlùri Logelnh. Ruf.] dicke, untersetzte Frau; unreinliches Mädchen. Du kumms do hër wie e K. sagt etwa ein Vater zu seiner Tochter Ruf.
 
 
Ursi, Ursele [Ùrsi Olti. Roppenzw. Niffer; Ùrsələ Pfetterhsn. Mü. Logelnh.; Ùri Ensish.; Ùrələ NBreis. Dü.; Yri Lutterb.] n. Demin. kleines Geschwür am Augenlid, Gerstenkorn. — Nach Schweiz. 1, 468 vom Eigenn. Ursula. Besser Stöber Mäder von frz. orgelet, lat. hordeolus.
 
 
Arsch [Âr, Pl. Ár allg.] m. 1. After, Gesäss. 2. der untere Teil des Hopfens, wo sich viele Blätter, aber wenig Dolden vorfinden Wörth. 3. das dicke Ende des Eies: beim Eierpicken schlagen die Knaben zuerst Spitz uf Spitz, dann A. uf A. Rda. E Gsicht wie miⁿ A. ein hässliches Gesicht. E A. wie e Wann ein breites Gesäss Z. Rotb. Am A. is finster Str. Am A., Madam! grobe Abweisung einer Behauptung. Si hënkt alles an dën A. verwendet alles auf Putz. Am, im A. (wie s Pümpeⁿ Hund Ingw.) verloren, entzwei, fallit oder dem Tode nahe Z. Die Stiefel sin im A. entzwei Str. K. Z. S nit im Kopf haⁿ, awer im A. leidenschaftlich, trotzig sein. Hert am A. abgeneigt zu geben oder schenken; das kanns dir am A. abfingereⁿ das ist selbstverständlich Dü. Der A. geʰt eim mit Grundis er ist in höchster Angst; Er hebt deⁿ A. zuem Fënster nus er hat Bankrott gemacht. E ganzen A. voll ein grosses Quantum Str. Halts Mul zuem A. sei still (wie ein ruhender Hund) Hf. Eim der A. schlëckeⁿ, in dr A. schlupfeⁿ, d Nas iⁿ den A. steckeⁿ, am A. kratzeⁿ schmeicheln, schmarotzen Obhergh. Bf. Eim am A. klëbeⁿ immer bei ihm sein Obhergh. Er is verliebt in s Gretel wie en A. in e alt Par Hoseⁿ Ingw. Iʰ lang nit emol an dr A. derfor schere mich

[Bd. 1, Sp. 69a]
nicht drum Hi. Zss. Arschbackeⁿ, A.-kërb, A.-krott, A.-lëcker, A.-loch. — Schweiz. 1, 466. Schwäb. 28. Bayer. 1, 148.

Blossarsch [Plósâr Dü. Bisch. Str. U.; Plósôr K.] m. derbe Abfertigung auf die indiskrete Frage Wer? der B. (Blaser oder Blasius) vom Münster Str. Andre Antworten: s Schlëckfüdele oder dr alt Mär un der jung Bot und dem Teüfel sini Mot Bisch. oder dr Herr Pfarr voⁿ Trüterscheⁿ Truchtersheim.

Brüelarsch [Prîlâr Str.] m. Schreier, von Kindern oder schimpfenden Männern.

Düppärsch [Typǽr Str.] »das gilt nicht« in Kinderspielen Str. — aus Tout beau? s. dubo.

Flattierärschel n. kleines Kind, das seiner Mama schmeichelt Str. CS.

Fleddrarsch, aus frz. fleur d'Orange (Volksetymologie) Str.

Klapparsch m. Schwätzer oder Schwatzbase, welche weiter erzählen, was sie nicht sollen Ruprechtsau.