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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Mummel bis mampfig (Bd. 1, Sp. 680b bis 681a)
 
  Mummel II[Mùml allg.; Pl. Mùmlə Hüss.; Mìml Illk. Str. K. Z. Betschd. Wörth; Demin. Mùmələ Banzenh. Logelnh. Dü.; Mûmələ Münster; Mìmələ Felleri. Dollern Molsh. Str. Betschd.; Mymələ Obbruck; Mýmələ Mittl.] m. 1. Stier. Es werden drei Entwickelungsstufen unterschieden: Mümmele ganz junges Stierchen, Mumml bis etwa zum Alter von zwei Jahren, Stier sobald er sprung fähig ist Betschd. Brüelˡeⁿ wi e M. Mutzig. Rda. Drüwr hëre falleⁿ wi dr M. uf deⁿ Heühuffeⁿ Hf. Er is uf d Nüdleⁿ wi e M. uf deⁿ Heühuffeⁿ Betschd. Das Demin. bes. in der Kindersprache

[Bd. 1, Sp. 681a]
für Rind, junges Kalb, auch als Lockruf. 2. grober, ungeschliffener Mensch, unfreundlicher Mensch, Trotzkopf, Dickkopf, wortkarge Person. Mit eme so e M. will iʰ nix ze tʰun han Betschd. Schäms de dich dënn nit, dass de grad hüt so e wüests Mümmele bis Str. s. auch Mummi I, Munni. ‘Un jeder macht sich jetz e-n Ehr De Mummel uffezejaue’ Schk. 282. — Schwäb. 389 Mommeler. 394 Mummel.
 
 
Mummel III[Mùml, Pl. Mìml Dachstn.] m. Herbstzeitlose.
 
 
Mummes [Mùməs fast allg.; Myməs Lutterb.; Mìməs Pfast.; Mûməs Wittenh. K. Ingenh.] n. (jüd.) 1. Geld. 2. Pl. Schläge: Du hes dini M. gezojeⁿ Ingersh. — späthebr. mamôn JB. XII 151.
 
 
Mummi I[Mùmi Heidw. Ensish. Banzenh. Hattst.] n. Rind, Kalb (Kinderspr.). — Schweiz. 4, 229.
 
 
Mummi II, meist aber Demin. Mummele [Mùmi Hüss.; Mùmələ Hüss. Katzent.; Pl. Mùmlə Bf. Barr Str.] m. Laus (Kindersprache). — Schweiz. 4, 229.
 
 
 PfWB muemeⁿ [mỳamə Bf.; mỳømə Illk.; mŷmə Str.] geifern, besonders von kleinen Kindern, beim Essen einen Teil der Speisen fallen lassen und damit die Kleider besudeln; auch von älteren Leuten und sogar vom Vieh gesagt Illk. Klein. ‘Syn Brustduech glänzt schier glatt vom Muemen-un vom Truele’ Pfm. III 7. — Schweiz. 4, 230 muemeⁿ in anderer Bed.

vermuemeⁿ (die Kleider) beim Essen besudeln; um dies zu verhindern, wird den Kindern ein Muemetüechl vorgebunden Bisch.

muemleⁿ Bed. wie muemeⁿ Bf.

Muemel m. 1. der beim Essen einen Teil der Speisen fallen lässt Bf. 2. Schelte, ähnlich Mummel 2 Str.
 
 
Mumber [Mùmpər Rosteig und Umgegend] m. Vormund. — mhd.  Lexer muntbor. Eifel Momper.
 
 
mampfig, mampf(l)icht [màmpfiχ Bf. Str.; màmpfiχt Str.; màmpfliχt Rothb.] Adj. dick, vollgestopft, fettig, speckig, feucht. Unsereʳ Köjlopf is m. gewën Rothb. Das nicht gehörig ausgebackene Brot ist m., Bf. Dr Weiseⁿ (Weizen) is m. feucht, die Körner rollen nicht leicht über die Hand Bf. Von aufgedunsenem Gesicht: ‘Die Engele, wo in de Wolke

[Bd. 1, Sp. 681b]
wussle, sehn ufgedunse-n-us un mamficht’ Pfm. V 6. ‘Un hinte, de Buckel na, borzt e mampfijer Hoorbytel, mit Kleie un Säymehl g'füllt’ Pick Büch. 49. s. auch vermümpfleⁿ, ‘mampfig Riss un Gerst — i wur noch dran verwurje’ Wasselnh. 1817 JB. XI 73. — Hess. 260 mampfelicht.