Wörterbuchnetz
Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Ërbs bis Pfiffenerd (Bd. 1, Sp. 64b bis 65a)
 
  Ërbs [Arps Sier. Ensish.; Arps Ruf. bis Hf.; Ærps Str.; Pl. –ə] f. Erbse. Kinderreim: Ërbseⁿ, Boʰneⁿ, Linseⁿ Ësseⁿ (das han Dü.) nit alli Prinzeⁿ Rchw. Rda. Eim sageⁿ was drei Ërbseⁿ für e Brüej gën einem tüchtig die Meinung sagen, ausschelten Str. U. Einem Pockennarbigen

[Bd. 1, Sp. 65a]
sagt man: Der Teüfel het Ërbseⁿ uf dim Gsicht gedroscheⁿ Str. ‘Man hat Erbsen auff ihrem Gesicht gedroschen’ Martin Coll. 156. ‘Zu Speck und Erweissen’ 1257 Strassburger Hausname CS. ‘erweisz’ Chron. ‘ein gekröpflecht musz mit gersten und erweiszen under einander’ Geiler J. Sch. 26; daneben bei Geiler ‘Erbiss, Erbs’ CS. ‘erbbeissen’ Brucker 304. ‘Erbiss noch 1689. 1769 Umgelds- und Zollordnungen’ CS. ‘Pisum Erweyssen’ Gol. 425. Demin. Erbsle; grüeni E. — Schweiz. 1, 428. Schwäb. 167. Bayer. 1, 135. Hess. 95.

Zss. Ërbseⁿlaub, s. L.

 PfWB  RhWB Ërbseⁿstrau das trockene Kraut der Erbsen Dü.

Ërbseⁿtriller Oekonom (scherzh.) Str. Ulrich.

 PfWB  LothWB  RhWB Ërbseⁿzäʰler Geizhals, genauer Mensch Str.

Krachelërbs in: Du alti K.! Scheltwort für eine weibliche Person Str.

 PfWB  LothWB  RhWB Zuckerërbs f.; Demin. Zuckerërbsle [Tsùkrarps M. K. Z.; Tsùkrarpsla Su.; Tsùkərárpślə Hi. Logelnh. Scherw.] n. Zuckerbohne, gewöhnlich bei Kindtaufen von den Paten ausgeworfen, die Kinder umringen diese mit den Worten: Pfetter, Pfetter, Boʰneⁿ! Su.Schweiz. 1, 431.

ërbsleⁿ Erbsen werfen. Die in der Spinnstube versammelten Mädchen ziehn um 9 Uhr ins Dorf und werfen Erbsen an die Fenster eines anderen Hauses, wo auch eine Spinnstube versammelt ist Lobs.Schweiz. 1, 431.

Ërbsele, s. Erbseleholz.
 
 
(Erde) unvolkstümlich: dafür Grund, Bodeⁿ. Zss. Pfiffenerd 2; vgl. auch: Erdnuss, Erdrauch. Für Arzneien gilt noch: ‘Bittererd, Magnesium carbonicum, Füli Erde’ Pharm. 1.