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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Model bis muter(n) (Bd. 1, Sp. 652b bis 653a)
 
  Model [Mótl Olti. Pfetterhsn. Hi. Steinb. Ensish. Obhergh. Hlkr. Logelnh. Horbg. Dü.; Mòtl Hf.; Mùtl Obbetschd.; Pl. Métl Pfetterhsn., Mótl Hi. Ensish. Hlkr. Logelnh. Dü.; Demin. Métələ Hlkr.] n. m. 1. Muster, Musterbild, Vorlage, Giessform, Backform; in der Küferei allerhand Werkzeuge zum Fügen der Fassdauben Hi. Steinb. Mëⁿ könnt diʰ für e M. nëʰmeⁿ Hlkr. ‘wenn der stein ist in der dicke als der stat model wiset’ Str. 1452 Brucker 379. ‘dehein ander gestricke machen das enger sy dann die egeschriben modeln’ Str. 15. Jh. Brucker 193. ‘in einen andern Model zu giessen’ Mosch. II 880. 2. ein jour-Saum am Hemdärmel oder an der weissen Schürze der Bauernjungfrau. — Schweiz. 4, 85. Bayer. 1, 1571.

Bachsteiⁿmodel n. Form für Lehmbacksteine Dü.

Kugelhopfmodel n. Backform für Kugelhopf (s. d.) Pfetterhsn. Horbg.

Strichmodel n. Werkzeug des Schreiners, mit dem er die Bahn reisst, nach der er sägen will Obhergh. Mit dem S. wird mittels eines Stahlstiftes angestrichen: Strich aⁿ! Steinb. An Fässern und Bottichen bezeichnet man damit die Stelle, bis zu der abgehobelt werden soll Hi.

modleⁿ [mótlə Olti.; mùtlə Obbetschd.] formen. — Schweiz. 4, 86.

modˡliereⁿ [mòtlìèrə Geisp.; Part. kəmòtlìèrt] eig. modellieren, als Part. eigentümlich angezogen.

[Bd. 1, Sp. 653a]

 
 (Ge )mödel n. Lärm, Geräusch, Unordnung Geiler P. II 6; I 3. 35. — vgl. Schweiz. 4, 88 mödeleⁿ = brausen.
 
 
Moderich [Mótri Mü. Steinb. Ruf. Geberschw.] m. ein lästiges Unkraut, Miere, Alsine media, als Vogelkraut beliebt Mü. St. Mäder. In Sprache und Sittenbildern geschildert von Adam Mäder ... hg. v. Aug. Stöber, Mülhausen 1876.; Hühnerdarm, Sternmiere, Stellaria media Steinb.; Ackergauchheil, Anagallis arvensis Ruf. Geberschw.frz. mouron. vgl. Schweiz. 4, 88 Rotmoder.
 
 
mudereⁿ [mýtrə Hlkr.; mýtərə Horbg. M. Mütt. Scherw. Bf. Str. K. Z. Han. Lobs. Wh.] refl. 1. niedergeschlagen sein, sich unwohl fühlen und verstimmt sein, besonders von Kindern vor dem Ausbruch einer Krankheit. Er mudert siʰ schon drei Tau Hf. Am Mänti het r siʰ gemudert AEckend. Dëʳ will siʰ oʰ m. Hlkr. Eineⁿ Tag het r siʰ gemudert, un deⁿ andereⁿ ist er schun uf m Stroʰ gelëjeⁿ Lobs. ‘das Kind mudert sich, es wird gewiss krank’ Klein. Auch vom Vieh: Die Kueʰ mudert siʰ scho - n - e Zit lang Hlkr. Dr Kanarieⁿvaujel mudert siʰ Geud. ‘Dis Huʰn mudert sich’, sat mr, wonn mr nit wæss, öw's krank is odr gsund Wh.; von Vögeln Geiler Brös. II 11.2. vom Wetter, trüb, düster sein, namentlich wenn dunkle Wolken od. dicke Nebel von den Bergen herabhängen, ohne dass es weder regnen, noch sich aufheitern will: s Wëtter mudert M.3. mausern, die Federn wechseln zu neuer Körperbedeckung Hlkr. Horbg. Mütt. Str. Syn. [misə] Z.Schweiz. 4, 88. Schwäb. 378. Bayer. 1, 1570.

usmudereⁿ sich nach dem Erwachen ausrecken und noch eine Weile behaglich liegen bleiben, bevor man aufsteht. [Los tàs Khįt n ysmýtərə; tə mù s n net ys m Pèt risə] M.Schweiz. 4, 89.

muter(n) Adj. verdorben, ungesund (vom Fleisch). ‘die metziger söllent sich ouch mit mtern fleisch halten glicher wise als von dem pfinnigen dovor underscheiden ist’ Str. 1435 Brucker 350; ‘müterin fleisch’ ebd. 358. ‘das halten wir nit für mter fleisch’ ebd. 369. — vgl. Schweiz. 4, 88 muder?