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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Mederle bis Model (Bd. 1, Sp. 652a bis 652b)
 
  PfWB  RhWB Mederle [Mètərlə O.] Demin. Koseform des männl. Vornamens Medardus. Medardustag, 8. Juni, wichtig für den Bauernkalender: Regnet's an Medard, regnet's vierzig Tag. Medard bringt keinen Frost mehr, der dem Weinstock gefährlich wär Als. 1852, 140; 1868—72, 284. ‘Mêderle’ Mü. St. Mäder. In Sprache und Sittenbildern geschildert von Adam Mäder ... hg. v. Aug. Stöber, Mülhausen 1876.: ‘Sanct Medard ist ein Mder, vnd das er nicht regen trag, er regnet sonst viertzehen tag’ Fisch. Prakt. 19. ‘Uff Medardus sihet man gar nit gern daz es drauff regnet, dann die sagen, dz es 4. wuchen stehts nacheinander reget’ Str. 1625 JB. VII 113. ‘Als es nun am Mederle-Tag regnete, so entfiel mir der Muth gäntzlich’ Mieg 1, 439. — Schweiz. 4, 84.
 
 
 PfWB  RhWB Medezin [Metətsín O. Str.; Metətsin K. Z.] f. Arznei, in der Regel aber nur in flüssiger Form. — Schweiz. 4, 84.
 
 
Medine, Medune [Mètínə, Mètúnə Betschd.] f. jüd. Gesellschaft.
 
 
mideⁿ [mítə allg., wird aber jetzt seltener und meist durch andere Ztw. ersetzt] meiden. s Wirtshus m. Bf. Er midt's nit er lässt nicht von dem Mädchen ab Ingenh. ‘das die unsern miden müssent’ Str. 14. Jh. Brucker 170. ‘uf das offener eebruch und ander süntliche werck deste me gemitten werden’ Str. 1493 Brucker 463. — Schweiz. 3, 85. Bayer. 1, 1570.
 
 
Mode [Mótə allg., Pl. ebenso] m. die Mode, Zeitsitte namentl. in Bezug auf Kleidung. Uf de-n-alteⁿ M. nach alter Sitte, altem Brauch: Mir (wir) geʰn noch uf de-n-alteⁿ Mode Ingenh. Han. Dis is e Huet uf de-n-alteⁿ M. ein altfränkischer Hut Z. Was wëreⁿ numme nit für M. rdënkt! Ingenh. Alli nöueⁿ M. sin nix nutz weil sie dem konservativen Sinn des Landmanns zuwider sind und immer Geld kosten K. Z. s is jetz dr Mode-n-eso Z. s is so M., mr setzt d Kapp an dr Bodeⁿ dabei nimmt man einem die Mütze vom Kopfe und legt sie auf die Erde Ruf. Bi uns is’s M., dass .... allg. Wo's M. is, singt mr dr Bumbernickel in dr Kirich = alles ist Mode, wenn man nur will Geberschw. Co. Dü. Si sin à la mode Un hän keⁱn Gëld für Schwarzbrot Ruf. Du hes e dummer M. an dⁱr, d Lüt us ze lacheⁿ Co. Er het's eso im M., ass wie r ggësseⁿ het, se zündt r e Pfif aⁿ Dü. ‘Aber die Newschtigkeit, das à la mode ... wird vns besorglich noch

[Bd. 1, Sp. 652b]
den garauss machen’ Mosch. II 15. — Schweiz. 4, 87. Bayer. 1, 1571.

Büffelemode [Pefələmótə Molsh.; Pefələmó Dunzenh.; Pefələmót Rothb.] n. geschmortes Rindfleisch, Schmorbraten, frz. bœuf à la mode.

modig Adj. fest. Das Hus is m. boieⁿ fest gebaut Roppenzw.

modisch Adj. der Zeitsitte entsprechend. Di is m., si will alles hon, wi d Stadtlüt Wh. ‘alamodische Weychlinge’ Mosch. II 103. — Schweiz. 4, 87.

altmodisch, altmödisch [àltmóti Ruf. Dunzenh. Ingenh.; àltméti Ruf.] Adj. altmodisch, nach der alten Mode. E altmödisch Kleid Ruf. Syn. altfränkisch. — Schweiz. 4, 88.

 PfWB  LothWB  RhWB neümodisch [nèiméti Felleri.; nùimêti M.; nèimôti Str.; nøymóti K. Z.] Adj. der neuesten Zeitsitte entsprechend, neu erfunden, neu aufgebracht.
 
 
Model [Mótl Olti. Pfetterhsn. Hi. Steinb. Ensish. Obhergh. Hlkr. Logelnh. Horbg. Dü.; Mòtl Hf.; Mùtl Obbetschd.; Pl. Métl Pfetterhsn., Mótl Hi. Ensish. Hlkr. Logelnh. Dü.; Demin. Métələ Hlkr.] n. m. 1. Muster, Musterbild, Vorlage, Giessform, Backform; in der Küferei allerhand Werkzeuge zum Fügen der Fassdauben Hi. Steinb. Mëⁿ könnt diʰ für e M. nëʰmeⁿ Hlkr. ‘wenn der stein ist in der dicke als der stat model wiset’ Str. 1452 Brucker 379. ‘dehein ander gestricke machen das enger sy dann die egeschriben modeln’ Str. 15. Jh. Brucker 193. ‘in einen andern Model zu giessen’ Mosch. II 880. 2. ein jour-Saum am Hemdärmel oder an der weissen Schürze der Bauernjungfrau. — Schweiz. 4, 85. Bayer. 1, 1571.