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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Lotter bis lut (Bd. 1, Sp. 625b bis 626a)
 
 Lotter m. leichtsinniger, ausschweifender Mensch Geiler P. II 27. — Schweiz. 3, 1503.

lotter [lòtər Lobs.; lotər Wh.] Adj. Adv. lose, wackelig. D Hau is l., mr kann nix mit macheⁿ Lobs. Der Zand (Zahn) is l. Dⁱe Garw is l. gebungⁿ Wh.

lottereⁿ 1. nicht fest halten, wackeln, schlottern. Dëʳ Karrich lottert ist durch den Gebrauch stark abgenutzt M. Zss. Lotterfall Seite 105; –kasteⁿ altes, verlottertes Klavier Bf. 2. eine Arbeit langsam und schlecht verrichten. 3. trans. schütteln, bewegen ebd. 4. fortlaufen,

[Bd. 1, Sp. 626a]
entfliehen: Wie-n-er mich gsëʰⁿ hat. is er glottert Urbis. — Schweiz. 3, 1503. Schwäb. 360.

verlottereⁿ 1. in Verfall geraten, lose werden. Das Hus verlottert ganz Dü. 2. trans. verderben. Loss doch die Tʰür emol in Rueʰ, du verlotters si jo ganz! ebd. Ich biⁿ verlottert verloren Obhergh. 3. beim Spiel einbüssen. Ich ha alles verlottert ebd. 4. verschwenden. Dëʳ verlottert s Gëld! Heidw. 5. verlottert nachlässig Molsh.; zerfallen oder dem Zerfall nahe (Haus) Su. Schweiz. 3, 1504.

Lottereⁿ, Lutter [Lòtərə Fisl.; Lùtər Dü.] f. 1. dicke Frau Fisl. 2. Scheltwort für altes Weib oder Tier weiblichen Geschlechts (Kühe, Hühner). Die alt L. kaⁿⁿ nix aˡs Händl stifteⁿ. Jetz luej nur d Gluckere, die alt L. het keⁱⁿ Rueʰ gha, bis si d Glückeler alli ʰⁱnus glöcklt gha het Dü. Schweiz. 3, 1503.

Lotteri m. 1. Mensch, der zu weite Hosen anhat Hüss. 2. fauler und plumper Mensch Roppenzw. 3. unverschämter Lümmel Logelnh.

 PfWB Hoseⁿlotterer Rixh., –lotteri Ruf. Hattst., –lotti Winzenh. m. 1. Mann mit weiter, schlaff herabhängender Hose. 2. Mann mit einem wackligen Gang Rixh.

lotterig [lòtərik Pfast. Sier. Wittenh.; lòtrik Hlkr. Logelnh.; lotərik M. Katzent. Dü. Rapp.; lòtri Ndhsn.] Adj. 1. wackelig. Dis Stueʰlbeiⁿ is l. Hlkr. 2. nahe am Zerfallen. Eⁱⁿ lottrig Hus Dü. 3. nachlässig. Du bis doch e lottrigeʳ Kërle! Sier. s. auch lottelig. — Schweiz. 3, 1504. Hess. 254.
 
 
 PfWB  LothWB  RhWB löteⁿ [létə allg.; liètə M.; Part. kəlétə, kəlièt M., kəlét K. Z.] löten. Bring d Pfann im Wissblëcher, ass er si lötet Obhergh. ‘Ihr Mann, wo gern e Gspässle macht, Heb ihre ’s Mül zueg'löte’ Lustig I 159. — Schweiz. 3, 1501.
 
 
Lut [Lyt Geberschw. U. Lohr; Lùt Dehli.] m. Laut. Er het keⁱⁿ L. meʰʳ voⁿ sich gegëⁿ war ganz still Geberschw. u. allg.; auch bloss L. gëⁿ sich hören lassen Su. Zwei Briefe ‘in gleicher Luth’ mit gleichem Wortlaut 1483 Bez. Arch. d. U. Els. E 1929. — Schweiz. 3, 1505.

lut [lỳt Liebsd. Steinb. b. Thann; lyt Su. u. nördl. fast allg.; lœyt Bühl; laùt Wingen] Adj. u. Adv. 1. laut. Du mues luter redeⁿ, er hört nit guet Steinb.

[Bd. 1, Sp. 626b]
Iʰ biⁿ heiserig, iʰ kaⁿⁿ keⁱⁿ l. Wort redeⁿ Dü. ‘mit luter stimme schreyen und rfen’ Str. 15. Jh. Brucker 24. 2. deutlich, stark, vom Geschmack. Dⁱe Ziwleⁿ schmeckeⁿ l. haben einen stechenden Geruch Betschd., ähnl. Hf. Wingen. 3. Adv. lut im (dem) Gsetz bekummt er Turn laut Gesetzesvorschrift Ingersh. Schweiz. 3, 1505.