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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Lus bis Kleiderlus (Bd. 1, Sp. 615b bis 616b)
 
  Lus [Lýs O. Barr Str. Betschd. Lobs. Han.; Lys M. Molsh. Geisp. K. Z. Lohr Rauw.; Làùs, Pl. Læis Bühl, Løỳs, Lèis Rosteig, sonst Pl. Lís; Demin. Líslə, Lísl, Læisl] f. 1. Laus. Der het Gëld wi Lüs Str. Rda. Dër hat Lüs wi Gërsteⁿkërneⁿ Gerstenkörner Lohr, Gërsteⁿkërⁿeⁿ Altw. Mit dëm mues nit geʰⁿ, er het Lüs Co. [ər loift kərotst fol Lís M.] Scherzh. D Hor bisseⁿ miʰ, ziter ass iʰ Lüs ha Dü. ‘Sie (die Mutter) zeigt im (dem Kinde) die Lüs und spricht: lossestu sie nit herab thun, so tragen sie dich in den Wald’ Geiler Bilg. 68ª. ‘Halt, Kind, loss d'r s Lîsele fange! es drât di sunst in de Wald un git di de Welfe ze fresse’ Buchsw. Stöber Volksb. 346. ‘Leüß in peltz setzen’ Murner Schelmz. 49. ‘Man darff nit lüss in den beltz setzen, sie wachsen selbs darin’ Geiler, s. Als. 1862/67, 149. Suech mⁱr keⁱn Lüs am Kopf kümmere dich nicht um meine Angelegenheiten, du thust es doch nur, um Streit anzufangen. Er het s (nimmt s) im Griff, wi dr Bëttlmann d L. er kennt seinen Handgriff Str. Spw. ‘Aus einer jeden lauss ein steltzen (Wasserstelze) machen’ Geiler, s. Als. 1862/67,

[Bd. 1, Sp. 616a]
149; jetzt Us ⁱⁿere L. eⁱn Elefant macheⁿ gewaltig übertreiben Ruf. u. allg.; vgl. Menges Volksmda. 69. Spw. Besser (Ringer Sier.) e L. im Krut als gar keⁱn Fleisch (Spëck Sier. Mb. JB. VI 149) besser wenig als gar nichts allg. E. Stöber Neujahrsbüchl. 1824, 19; Mat. 4, 41. ‘besser ein Lauss im Kraut als gar kein Fleisch’ Fisch. Garg. 241; Martin Parl. N. 340. ‘Hukt do die Luus im Krut, lejt do der Has im Pfeffer?’ sieht es so aus? will's da hinaus? Pfm. I 5. Der X. ist ein arger Geizhals, er schindt d L. um deⁿ Balg Str. ‘Der zéjt in ere Lües de Balig ab er ist ein filziger Geizhals’ Rathgeber 38. Hajo! sieʰs e L. im Strick! Herbei! hier gibts etwas ganz Besonderes! Str. Er is frëch wi e L. Molsh.; wie e L. im Hëmd ganz verlassen Str. Er is dort ʰerumgeloffeⁿ wi e L. im Hëmd nämlich nackt Hf., ohne Arbeit M. Du zieʰs ummenander wi e L. im Pelz zerrissen Pfast., wie eine L. us m Pelz Mittl., wi e L. im Hem Su. D Lüs frëssen ihne, so unordentlich ist er Gebw. Kleider macheⁿ d Lüt, un Lumpeⁿ Lüs Obbr. Rda. E Bu wi e L. packt e Maⁱdeⁿ wi e Hus Altw. 2. das Samenkorn der Hagebutte Obhergh. 3. grosser runder Stein, um den bis zum Jahre 1836 am Fastnachtdienstag in Hartmannsweiler getanzt wurde; jetzt liegt die L. an einer Stelle begraben JB. VII 206. Schwerlich von Lus = Laus. Eher gehören zu diesem L. Lusbühel, Lusberg als Namen für Tumuli bei Stoffel Topogr. Wb. des Ob. Elsasses. Gewiss zu scheiden von Lussfeld, Lussgrüt, Lusshag, in (auf) dem (der) Lusse mit kurzem u, was von mhd.  Lexer luz Los abzuleiten ist. [Lísəmes JB. VIII 131.] Chaume de Lusse bei Markirch. Zss. mit der Bed. Lausbub od. verstärkt: Lusangel, –bue, –hund, –keib, –kopf, –krämer, –krüppel(i), –peter, –wackes, –zipfl; Lausknickl niederträchtiger Kerl Wingen b. Weissenbg.; Lussalb. — Schweiz. 3, 1450. Hess. 239.

Ackerlus f. Haftdolde (ein schädliches Unkraut), Caucalis latifolia Kirschl. 1, 308.

 PfWB Bettlerlus Pl. kleine Klette, Xanthium Strumarium Kirschl. 1, 505. — Schweiz. 3, 1451. Hess. 239.

 PfWB  RhWB Elefanteⁿlus f. eine ausländische Frucht (fructus anacardi) zur Parfümierung des Schnupftabaks in die Dose gelegt Hf.Schweiz. 3, 1452.

[Bd. 1, Sp. 616b]

 PfWB  RhWB Filzlus f. 1. Kleiderlaus: Frëch wi e F. Obhergh. 2. Schildlaus am Pappelbaum Winzenh. 3. ein kleiner Kerl: Dis is nur e so ⁱne F. Ruf. Schweiz. 3, 1452. vgl. Hess. 239.

Häslus [Háslýs Horbg.] f. Kleiderlaus. — Schweiz. 3, 1452.

Hopfeⁿlus f. Insekt, das auf den Hopfenblättern sich aufhält Bf.

Hudellus [Hûtalís Pl. Hi.; Hùtəlís Ruf.; Hùtllýs NBreis.; Hùtlys Felleri. M. Sulzern] f. 1. grosse Laus Ruf. NBreis. 2. Blattlaus Hi.

 PfWB  LothWB  RhWB Hüeʰnerlus f. Ungeziefer der Hühner U.

Klëblüs f. Pl. Eier oder Larven der Kopflaus Felleri.Schweiz. 3, 1452.

Kleiderlus f. in der Rda. Er is frëch wi e K. Örmi.