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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Lappeⁿ bis lappeⁿ (Bd. 1, Sp. 600b bis 601a)
 
  Lappeⁿ [Làpə U. W.] m. 1. Lappen. ‘Lappe pletz immissura’ Dasyp. 2. die Ecke eines Frauenhalstuches: Es is nimmeʳ Mode, dass mr e L. an d Schāl macht, mr lejt s deⁿ langeⁿ Wëj z sammeⁿ Lützelstn.; spez. der auf den Rücken hinabhängende dreieckige Teil des Frauenhalstuchs: Du hes deⁿ L. uf einere Sit K. Z. 3. Steuerruder, ‘kleines Schaufelruder’ Klein. Schiff mit zwei Lappeⁿ mit einem Doppelruder. Dr Schiffhëngst (Schiffer) het deⁿ L. nit guet gedrëʰt, nuⁿ is s Schiff an d Bruck gerënnt

[Bd. 1, Sp. 601a]
Illk. »Hanns Dännel, dräj de Labbe!« (A. Stöber, Kloster in Rheinau) wurde früher von der Str. Schuljugend den Schiffern, um sie zu necken, zugerufen Str.; diese Rda. bed. auch: thu das Gegenteil! ‘Palmula das blatt am ruder, der lappen’ Gol. 197. 4. † Laffe: ‘junge lappen’ Geiler Narr. 168 (Schwäb. 336). Demin. Läppele Steinbr., Läppl U. W. n. 1. Läppchen (spez. an der Schiefertafel statt des Schwammes). 2. Ohrläppchen, s. Oʰrlappeⁿ. — Schweiz. 3, 1349.

Buchlappeⁿ m. der untere Teil des Körpers bei Schlachttieren U.

 PfWB  RhWB Füchtlappeⁿ m. Trinker: Das ist e F., der geʰt von eⁱⁿm Wirtshus in s anner Dehli.

 PfWB  LothWB  RhWB Ohr(eⁿ)lappeⁿ, Demin. –läppel(e) [Ûralàpa Dü.; Óralapla Su.; Órlapl K. Z.; –læpl Str.; Órlèpl Dehli.] m. bez. n. 1. Ohrmuschel. Dëʳ het langi Oʰrläppler Hlkr. Er hat mir s Oʰrläppl fast ewëg gerissⁿ Dehli. Auch die Ohren der Hunde, Schweine und anderer Tiere werden so bezeichnet Dü. 2. Ohrenklappen, an die Mütze genähte Zeuglappen, die über die Ohren gezogen, Schutz vor der Kälte gewähren (nur noch bei Kindern) Dü. Auricula das ohrleplin’ Gol. 93. — Schwäb. 336.

 PfWB Rocklappeⁿ m. Rockschoss Bf.

 PfWB Rosineⁿlappeⁿ m. Jalappenharz (ein Abführmittel) Hf. — verderbt aus resina jalapae.

Saülappeⁿ m. schmutziger Mensch O.

Schmuerlappeⁿ [‘Smŷrlàpə Str.; ‘Smûrl. Wh.] m. Schmutzfink, ein äusserlich oder moralisch schmutziger Mensch.

 PfWB  RhWB Schnidersläpple n. Pl. eine Mehlspeise, Art kleiner Fleischpasteten Str., Syn. Schniderspättle K. Z.

Schueʰläppele n. ein Lappen am Schnürschuh, damit man durch den zugeschnürten Spalt die Strümpfe nicht erblicken kann Obsteinbr.Schweiz. 3, 1350.

lappeⁿ [làpə M. U. W.] 1. intr. schlaff herunterhängen: d Hand lappt ist gelähmt Hf. L. losseⁿ in seiner Thätigkeit nachlassen. Dër hat schon in dr erstⁿ Stun l. glosst Dehli. Von Blumen, welk sein. Deneⁿ Bluemeⁿ muess mr Wasser gën, si l. Molsh. 2. trans. schlaff herunterhängen lassen. Unseri Hueʰn lappt d Flüjl Prinzh. ‘Er losst

[Bd. 1, Sp. 601b]
d’ Fléjel lappe er ist mutlos’ Rathgeber 36. ‘hinab lappen’ Fisch. Garg. 178. ‘so läst der Mensch die ohren lappen’ bei Magenschwäche Martin Parl. N. 157. Häufige Verbindg.: hënken un l. loˢˢn Hf., od. lippeⁿ un l. loˢˢn Lobs. s. auch lippeⁿ. — Schweiz. 3, 1349.