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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Angst bis Anckel (Bd. 1, Sp. 54b bis 55b)
 
  Angst [Àt Su. bis Kindw.; Pl. Atə fast allg.; Ætə Str. W.; Atər Ndhsn.; Aįtər Geisp.] f. Angst. Er het A. wie e Judeⁿross, wie e Jud vor em Krütz [Krits], wie e wüetigeʳ Hund vor em Wasser, wie dr Teüfel vor em Wichwasser. Er het A. vor sich sëlbst ist ein Feigling. Zël

[Bd. 1, Sp. 55a]
haw iʰ ken A. davor ist mir nicht bang Z. S is mⁱr angst e (und) bang Ingenh. ‘Es wurd merr Angst e Bang’ Kettner Mais. 28. Eim A. (Ängsteⁿ) iⁿjageⁿ, macheⁿ O. In deⁿ Ängsteⁿ lëweⁿ jeder Zeit etwas befürchten Dü. Iʰ hob Ängster us gstandeⁿ Ndhsn. Vor Ängsterⁿ krank wëreⁿ Geisp.Schweiz. 1, 337. Bayer. 1, 105.

Himmelangst f. grosse Angst Su.Schweiz. 1, 338.

 PfWB Judenängste f. Pl. die Beeiferung, mit welcher die Zugtiere bei der Vorführung durch den Händler Eigenschaften zeigen, die sie später nicht bewähren; dann auch von Menschen gebraucht, die aus Scheu vor Vorwürfen oder Strafen etwas thun Dü.

 PfWB  LothWB  RhWB Todesangst, Himmelstotenangst grosse Angst. Er het s Tods Ängsteⁿ us gstanden Su. S is mⁱr H. Hf.

 PfWB  LothWB  RhWB ängst(er)lig [atlik Co.; atərli Hf. įtik M.] ängstlich. — Schweiz. 1, 339.

angsteⁿ [òtə Wh.] grauen: s angst mⁱr gar nit for erus ich fürchte mich nicht hinaus zu gehen.
 
 
Angster m. 1. Pfennig. Geldwert s. Berler Chron. 39. (Code diplom.) kleine Münzstücke = 2 helbling.  DWB DWB. 1, 361. 2. Flasche. Unterschied zwischen ‘Flaschen, Angster und Gutteruff’, der letzte ist ‘eng geseckelmeulet am Weidengewundenen Kranchshals’ Fisch. Garg. 150. ‘Bombylius gutter, angster’ Gol. 343. ‘Engster oder Gutter für die Weingürgeln Gargouilles pour les biberons’ Martin Parl. N. 597. — Zu 1 s. Schweiz. 1, 339; ‘angster’ Trinkgefäss mit engem Hals Schwäb. 24. Bayer. 1, 105.
 
 
ung [ù M.] Adj. tüchtig. [tə pe ə ùər Pyù du bist ein wackrer Knabe; s e ə ùi Læənə kàə es ging eine arg lange Zeit; ə ùər Prêtikər Sulzeren.] — Vgl. Schwäb. 524 es hat mich un (sehr) gefroren, es regnet un.
 
 
Ungkät bieteⁿ ernstlich warnen. [Ìχ pît tîr Ù., nòχ əmôl tùrχ minə Kârtə tsə kén] ich warne dich ernstlich davor, noch einmal durch meinen Garten zu gehen Dehli.
 
 
Anken, Anker [Àkə Olti. bis Wörth; Àkər Prinzh.] m. Butter: 1. frische, süsse in O. und bis Hindish. 2. ausgelassene, gesottene in U., aber schon in Ruf. In N. ist Butter fast allein gebräuchlich

[Bd. 1, Sp. 55b]
wie in W. A. us loˢˢn Hf. E Ei in dr A. schlaⁿ Ochsenaugen backen Horbg. Eier un A. Eier in Butter gesotten oder gebacken Olti. ‘Das essen gern die nerrischen gecken mit baumöl und mit ancken schon’ Murner Luther. Narr. 652. 653. ‘Das Sacrament der Messe schmeckt einigen als ancken oder Butterschmaltz’ Geiler Schiff d. Penit. zerfliessen wie Anken an der Sunnen’ Butzer an Blaurer 1531 Thom. Arch. ‘die ding, die sü also zu merckete bringent, es sy brot .... kese, ancken’ Brucker 49. ‘Ancken, Schmaltz Butyrum’ Dasyp. ‘Ancken = frz. beurre’ Martin Coll. 41. ‘e Hafe voll Anke’ Mangold Colm. Kom. 36. Zss. Ankeⁿballeⁿ, A-blüemle, A-brod, A-hafeⁿ, Ahäfele, A-schärrete, A-schnitte, A-schum, A-supp, A-troster. — Schweiz. 1, 343. Bayer. 1, 110.
 
 
†‘Anckel, Diechter Nepos, Nepotulus’ Dasyp. ‘mein Enckel .. mein Encklin mon nepveu .. ma niepce’ Martin Coll. 115. — Bayer. 1, 111 Enenkl.