| Loch [Lòχ, Loχ allg.; Pl. Læχər Su., sonst Lèχər] n. 1. ganz allgem. wie hochd. Am Loch ewëg genau, gerade (bei Zahlenangaben) z. B. [fùftsiχ àm Lòχ əwak Hf.] kein Auge mehr (im Kartenspiel), keinen Pfennig mehr (in Handel und Wandel). Rda. Ein L. zue un s ander uf macheⁿ eine Schuld bezahlen nach Aufnahme einer neuen Anleihe Hf. In ein L. ʰⁱniⁿ luegeⁿ in einem fort [Bd. 1, Sp. 549b]
irgendwohin starren, od. brüeleⁿ immerzu schreien Dü. Der weiss sich nimmʳ anders ze hëlfeⁿ, der macht emol e L. ins Wasser er ertränkt sich Str. Scherzh. Wortspiel: [Tèr hèt sewə Lèχər im Khopf àn tsên em Myl] der hat 7 Löcher im Kopf (Mundhöhle, Augen u. s. w.) und zehn (Zähn') im Maul K. Z. E. L. in deⁿ Ta brenneⁿ das Licht bis zum hellen Morgen noch brennen lassen Su. Lueg mⁱr doch keⁱⁿ L. in dr Kopf! Gebw. (nie Zopf wie JB. X 265). Eiⁿm e L. in den Kopf redeⁿ (schwätzeⁿ Su.) schwatzen, dass dem Hörer der Kopf schmerzt Str. E L. in dr Himml luegeⁿ erstaunt und überrascht drein schauen bei einer unerwarteten Nachricht O. Sich e Loch in deⁿ Kopf falleⁿ Str.; [ər hèt sìχ ə Lòχ en tə Khòpf kheit Hf.] Er het ⁱʰm e L. in deⁿ Kopf gschlaujeⁿ, geworfeⁿ K. Z. Suffeⁿ wi e L. (von einem Trunkenbold) K. Z. E L. wi e Schisshüsle ein grosses Loch Su. 2. spez. a) in Kleidern: Er het e L. in dr Hose O. [O wé Khat, s Hamp hèt a L.!] sagt man scherzend, wenn etwas missrät Dü. b) in Blasinstrumenten: Uf m letsteⁿ L. pfiffeⁿ dem Bankrott oder auch dem Tode nahe sein allg. c) L. im Kegelspiel, wenn kein Kegel getroffen wird Mü. und allg. 3. Hintere, Podex; L. wird allen hierfür gebräuchlichen Bezeichnungen als anständiger vorgezogen (so bemerkt schon Klein). Setz od. Huck diʰ uf s L.! K. Z. Sitz uf s L., ass dⁱr d Müs keⁱⁿ Stroʰ nin traujeⁿ! Geisp. Eiⁿm s Löchl patscheⁿ sanft den Hintern klopfen Geud. Dem schlät mr s L. voll un stellt ⁱʰne für d Tʰür Pfulgriesh. Ich gib dⁱr einen Tritt ans L., dass dr Schueʰ stëckeⁿ blit U. Leij e Sack uf dis Brëtt (Sitzbrett auf dem Wagen), ass deneⁿ zwo (Frauen) d Löcher nit weʰ tʰuen Ingenh. Rda. Eiⁿm d Nas in s L. steckeⁿ od. [e èpr ti Nâs e s Loχ tyosə Mb.] einem übermässige Ehre erweisen K. Z. Derbe Abweisung: Lëck mich im L.! Str. In einer Verlegenheit: Jetz lëck s Bärwl im L., bis s ander Ësseⁿ gkocht is! ebd. Steck mⁱr d Nas ins L.! derbe Zurückweisung für einen, der beständig auf dem Fusse folgt Z. Einem Kind, das einen Hasen fangen möchte und nicht weiss wie, gibt man den Rat: Steck iʰm deⁿ Finger ins L. un mach e Häkl! Z. Wetterregel: Es bisst [Bd. 1, Sp. 550a]
mich am L., es git ander Wëtter Ingw. Trockeⁿ wie Chäfers L. sehr trocken Fisl. ‘Solt sie (die unartigen Kinder) strofen mit der Ruten und inen das Loch vol howen’ Geiler P. I 14ª. ‘ein mter die ir kind (liebt?), schlecht im das loch vol’ ders. HK. = Her der Küng ich diente gern .. XV predig .. Johannes Geiler .. neuw ausgangen .. (von J. Pauli .. vffgesamlet) .. Str. 1516. LXXX iijª. ‘der Hinder, den man auch Loch nennet’ Martin Parl. N. 169. ‘So bran jhr (der faulen Maga) auch die Jupp am loch, Dan wolt sie nit erwachen doch’ Fisch. Flöhh. 659. ‘Lassen jhm das L. voll streichen’ Garg. 349. L. im Hemd sin mit ⁱnandʳ innig vertraut sein Str. Wenn man jem. fragt: Wie alt bis? und derselbe hat keine Lust, die richtige Antwort zu geben, antwortet er wohl grob abweisend: So alt aˡs miⁿ L., un miⁿ L. het nit emol noch keⁱⁿ Zäʰn Dü. Was er sajt, het keⁱⁿ Kopf un keⁱⁿ L. weder Hand noch Fuss Bf. s. auch Firabeⁿ Seite 5. Am L.! gemeine Abfertigung U. Zss. Lochlumpeⁿ, –putzer, –tüechl. Übertr.: Hinterteil des Frauenrocks: ‘Wass Vnglcks stellen ewere Weiber vnd Tchter auffs Newe jetzt an mit den Grossen Gepulsterten, Geftterten Lchern?’ Mosch. II 87. 4. weibliche Scham, in vielen gem. Rda. 5. Öffnung, Durchgang, Thüre. Er het iʰm (ge)zeigt, wo dr Zimmerman s L. gmacht het Dü. Dert het dr Zimmermann s L. geloˢˢn! zu einem, dem man die Thüre weist K. Z. Mach, ass de zuem L. ʰⁱnus kumms! Steinb. ‘vnnd sich zum Loch hienauss trhen, das der Maurer hat auffgelassen’ Mosch. II 183. 6. schlechter, ungesunder Wohnraum: Das is e ungsundˢ L. Steinb. 7. Gefängnis: Du kumms in s L.! (Drohung). Er hockt im L. Er het drei Ta L. bekummeⁿ allg. Klein. Petri 404. 8. Vertiefung in der Erde, Grube: Mⁱr han e L. gemacht für e Bäumel zsetzeⁿ Rchw. Mach dis L. noch e bissl tiefer! Z. Syn. Kutt. — Schweiz. 3, 1016. Bayer. 1, 1427. Arschloch n. 1. Hintere. Er het mⁱr e Tritt uf s A. gëⁿ Obhergh. 2. dummer, einfältiger Mensch (Schimpfwort): Du bis e A.! — Schweiz. 3, 1022. Bankloch n., gew. Pl. [Pàklèχər Steinb.] die Löcher in der Platte der Hobelbank; in ihnen stecken die Eisenkerne zum Festhalten der Bretter. Barbelloch n. Blatternnarbe U. ‘D'noh haa i glych derby e Murchel (Nase) unterm Glas, voll Barbellöcher’ Pfm. III 4.[Bd. 1, Sp. 550b]
Barreⁿloch n. Öffnung in der Stallwand. Blitzloch n. unruhiges, beständig auffahrendes Kind Str. ‘Kind, das nicht stille sitzt’ Klein. Bundloch n. {??} förmige Öffnung in der Scheune unter dem Kopfe des Bundbalkens Roppenzw. Cheibeⁿloch n. Schneckenhaus. Vertritt das Ch.! Roppenzw. Chilcheⁿlöchle n. Grab Henfli. Dickloch n. Person mit einem dicken Hintern Z. PfWB Diʰselloch n. Öffnung in der Scheunenwand für die Deichsel Hlkr. | |