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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Krut bis Bäumlekrut (Bd. 1, Sp. 528a bis 528b)
 
  Krut [Krùt Urbis; Kryt Sier. u. nö. fast allg.; Krœyt Bühl Aschb. N.; Pl. Kritər(ə), Kræitər] n. 1. Pflanze, Pl. bes. heilkräftige Pflanzen: er suecht Krüter Bf.; e Thee von allerderhand Krüterⁿ Hf. s. Krütle 2. 2. Kohl, bes. Weisskohl, überh. die zahlreichen Brassicaarten: am Grüendungersti isst mr nünerlei K. Ingenh.; grüen K. (auch Grüenk.) Spinacia oleracea Str. Kirschl. 2, 9. ‘For grüen Krut zwai Su ’ne halwi’ Pfm. II 1. s K. iⁿschnideⁿ um Sauerkraut zu machen, ab kocheⁿ Ruf. Es is (steʰt, leit, faʰrt) keiⁿm Bur im (in s) K. schadet niemand Su. Str. Ingw. Dis macht s K. nit fëtt ist unerheblich Str. S is alles undereⁱnander wie K. un Rueweⁿ Dollern. Spw. Spëck un K. füllt deⁿ Bueweⁿ d Hut Sier.; K. un Fleisch Sauerkraut und geräuchertes Schweinefleisch K. Z. Besser e Lus im K. aˡs gar keⁱn Fleisch ein magerer Vergleich ist besser als ein fetter Prozess Obbr. Nix han is e ruʰigi Sach, awer K. un Fleisch is äuʰ gut Bühl. K. verkaüfeⁿ ausgelassenes Spiel in den Kunkelstuben Dü. JB. XIV. Durcheinander: ‘Krütt un Käs un blöuji Blüemle’ FrançoisikHusm. 33. 3. Blätter an Kartoffeln: Grumbereⁿkrut, an Rüben: Ruebkrut U.; Flusslock (s. Fischkrut): ‘Item men sol (beim Fischfang) keinen korp hencken in das krut’ Str. 14. Jh. Brucker 174. 4. E liederliʰs K. leichtsinniger Mensch Hf. 5. †‘Kraut und Loth’ Pulver und Blei Zwinger bei Mieg 1, 172, Nr. 66. Zss. Krutkopf, –salat, –schnider, –ständel, –storzeⁿ; Krüterlaxier, –säckel Bf., Krutdorscheⁿ.

Demin. Krütle, Krütli, Krütel, Kräutel [‘Xritlə Rädersd.; Kritlə Hi. Wittenh. Su. Ruf. Dü.; Kritli Banzenh.; Kritl U. W.; Kræitl Bühl N.] n. 1. kleines Kraut: setzt meⁿ s K. im Mai, se git s Krütli; setzt meⁿ s im Brochmonet, se git s Krut Banzenh. Vor dr Ërn Krut, nōʰ dr Ërn K. Hi. 2. Heilkraut: für d r Tod

[Bd. 1, Sp. 528b]
is keⁱn K. (od. Krut Str.) gwachseⁿ Geberschw. Dü., ähnl. U. Es is keⁱn K. für ⁱʰne gewachseⁿ er ist unheilbar Obbr. ‘un holt alli Krittler, alli Sàftler üs'm Revièr z'samme’ Mangold Colm. Com. 84. 3. ausgelassener Bursche, Früchtchen Wittenh.: e schön K.! Banzenh. 4. †Kreutle Name des Teufels Ensish. Hexenprozess Merklen II 133. — Schweiz. 3, 883. Bayer. 1, 1385.

 PfWB Abnëʰm(e)krut [Àpnamkryt Dü.; Àpnæmk. Str.; Àpnamək. Scherw. Lobs.; Ânamək. Hf.] n. Stachys recta, officinell herba sideriditis, Syn. Berufkrut, Kirschl. 1, 645, frisch u. getrocknet gegen Schwindsucht gebraucht Hf. Nach andern: Linaria vulg., falsch A. Galeopsis tetrahit Hf. s. auch abnëʰmeⁿ. ‘Der Bue het ’s Schwinde g'het am Bein, Do haw’ i ne gewäsche Mit Abnemmkrütt’ FrançoisikHusm. 27. — Schweiz. 3, 903.

Ägersteⁿkrut n. Salomonssiegel Hi.Schweiz. 3, 886.

Alpkrut n. Kunigondenkraut, Eupatorium cannabium Kirschl. 1, 463. — Schweiz. 3, 887.

Ämeiseⁿkrüttel [Ǽmásəkritl Büst] n. Feldquendel, Thymus.

Aronskrut n. gefleckter Aron, Arum vulg. maculatum Kirschl. 2, 207, wird gebraucht um das Vieh [kfrásik ùn triejə ts màχə] Hi.Schweiz. 3, 888.

Bachkrut n. Wasserhahnenfuss, Ranunculus aquaticum Ruf. Obhergh.Schweiz. 3, 903.

Badkrut n. Liebstöckel, Levisticum officinale Kirschl. 1, 335.

Barbarakrut, Bärbelkrut n. gelbe Winterkresse, Barbarea vulgaris Kirschl. 1, 48.

Bäumlekrut n. jähriges Bingelkraut, Mercurialis annua Attenschw. Ensish. Su. Westhalten b. Co. Mittl.Schweiz. 3, 904.