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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Knuppeⁿ bis Kirscheⁿknuppe(r) (Bd. 1, Sp. 505b bis 506a)
 
  Knuppeⁿ [‘Xnỳpə S.; Knypə fast allg.; Knùpə Urbis Dehli.; Pl. Knipə, auch Knypə Hf.] m. (f. Fisl. Liebsd. Steinbr.) 1. Anschwellung, Knoten, Auswuchs an einem Baum, vorstehende Falte, Bausche an einem Kleid. 2. Beule, Geschwür, Geschwulst. E K. wie e Fust allg. E K. wü e Fust, e Hüeʰnerei, e Gängsei dicke Beule Z. JB. VII 193. ‘dyn Nas het nie de Schnuppe, dyn Hälsel nie e Knuppe’ Pick Büch. 26. 3. kleiner, dicker Mensch Hattst. Bebelnh. Is dis e K.! ein dickes Kind Str. 4. grosses Stück, Holzklotz, Brot, Stein u. ä. Katzent. 5. dickes Stück Vieh: das Përd is e rëchter K. Dehli. 6. Er het Knüppeⁿ hinder deⁿ Oʰreⁿ, im Hirn ist ein Duckmäuser, scheint dummer als er ist Banzenh. Su. Obhergh.; vgl. Knopf 5. Demin. Knüppel(e) [Knipələ Steinbr.; Knipl U. W.] n. 1. kleiner Auswuchs, Pustel. 2. Brotanschnitt Saarunion. — Schweiz. 3, 745.

[Bd. 1, Sp. 506a]

Bëchknuppeⁿ m. = Bëchknippeⁿ Obburnhaupt Banzenh. Ruf. Hlkr. Co. Ingersh. M. Kerzf.

Wachsknuppeⁿ m. Pl. Beulen unterhalb der Hüfte, die vom Wachsen herrühren sollen Molsh.; Drüsengeschwulst gewöhnlich unter der Kinnlade in Gestalt eines Wachsknäuels Bf.; –klötzel.

Demin. Knüpperle [‘Xnipərlə Rädersd. Liebsd.; Knipərlə Ruf. Dü. Türkh. Rapp. Schlettst. Str. Z.] n. (m.) 1. Traubenart mit dichten, kleinen, weissen Beeren, Riesling (Kitterle O.), Vitis Ortliebiana Kirschl. 1, 148. 2. Hopfendolde Str. 3. Cravatte Rädersd. 4. kurzes, knorriges Stück Holz St. 5. kleiner Mann, Knabe Liebsd.; Knirps, kurzer, untersetzter Mensch Str.

knüppereⁿ futuere Ensish. Dü.

 PfWB  LothWB  RhWB Knüppes [Knipəs Ruf. Obhergh. Rapp.] m. kleiner Kerl, durchtriebener Junge, dicker kleiner Mensch. — vgl. Schweiz. 3, 746 Chnûpis?

Demin. Knüppesli [Knipəsli, Nipəsli Dessenh.; Knipsələ Mutzig] n. 1. Knirps, 2. kleine weisse Traube = Ruländer Mutzig.

 PfWB Knuppis, Knips [Knỳpis Banzenh.; Knips Balzenh.] Pl.? eiⁿm K. gëⁿ prügeln, leichte Schläge oder Stösse mit der Faust auf den Kopf geben (bei Schuljungen). — Schweiz. 3, 746.

knuppeⁿ [nỳpə Roppenzw. Liebsd.; knypə Bitschw. Dü. u. nö. allg.] 1. kneifen, zusammendrücken, verknittern; ʰerum k. (Mädchen) betasten Bf. Barr Str. 2. misshandeln, durchprügeln; im Kartenspiel überstechen: [‘Sypə! — Tènə wèlə mər knypə! Hf.] 3. pfuschen, oberflächlich arbeiten, bes. beim Nähen und Stricken M. Katzent. Str. ‘Kannst diss Dings jez widder zsamme knuppe: dyn Zung isch jo wie e Stopfnodel spiz’ Pfm. IV 4. — Schweiz. 3, 746.

verknuppeⁿ zerknittern, zerdrücken, verpfuschen, durch schlechtes Nähen etwas verderben Lutterb. bis Str.

Kirscheⁿknuppe(r) [Kherəknipə Ingw.; Khìərəknypə Rauw.; Khìrəknùpər Dehli.] m. Kirschkernbeisser, Kirschfink, Fringilla coccothraustes.