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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Kloster bis Klitter (Bd. 1, Sp. 498a bis 498b)
 
  Kloster [Klótər allg.] n. 1. Kloster; scherzh. Sie will in e K. wo zweierlei Schueʰ undr dr Bettlad steʰⁿ Bf. 2. Gefängnis. 3. Irrenanstalt Stephansfeld Geud. Schweiz. 3, 700. Bayer. 1, 1340.

Klösterli n. in der Rda. Meⁿ meint, er heig mⁱr e Kind in s K. gsetzt er thut, als habe er mir einen grossen Dienst erwiesen Fisl.
 
 
Klëtt(e) [‘Xlatə S.; Klatə Hi. Mü. Banzenh.; Klat Su. u. nö. fast allg.; Klæt Str. W.] f. 1. Klette, Lappa nemorosa. Klëtteⁿ in s Hor wërfeⁿ Kindervergnügen, bildl. Schwierigkeiten bereiten. ‘Klette in de Hoor han’ Sorgen haben Ulrich. Sⁱe halteⁿ zsammeⁿ wie n-e Klëtte Hi. ‘Klett, klebern lappa’ Dasyp. 2. lästige Person. ‘Er sitzt eim uff wie ne Glätte’ Mü. Mat. 5, 59. Der hënkt grod on (od. an eiⁿm) aˡs wi e K. Ingenh. 3. schlechte Gesellschaft: Ghörs oʰ zo dër K.? Roppenzw. 4. Schulden: e K. han Klitterschulden haben. Dëʳ het e K. voll Schuldeⁿ eine gehörige Summe Hi. Schweiz. 3, 701. Bayer. 1, 1341.

Baümklëttle n. Baumläufer, Certhia familiaris Su. Co.

[Bd. 1, Sp. 498b]

Schafklëtteⁿ f. Pl. Odermennig, Agrimonia eupatoria; eine von den 9 Pflanzen, welche am Feste Mariae Himmelfahrt geweiht werden Hindish.

klëttelig [klatəlik Hi.] Adj. bes. vor ‘voll’: Dëʳ Baüm hängt k. voll Äpfl (auch klëtteⁿvoll).
 
 
Klëtter [Klatər Su. Co.] f. Fläche in der Küche, Stube u. s. w., wo Wasser oder Tinte verschüttet ist. s. Klutter. —  DWB DWB. V 1154.

klëttreⁿ [klatrə Su. Kerzf. Hlkr.] 1. eine Flüssigkeit, bes. Wasser, verschütten, im Wasser mit den Händen spielen. 2. klatschen, vom Fisch, der im Wasser sich bewegt; vom Regen. s. kluttereⁿ.
 
 
 PfWB  LothWB  RhWB klëtereⁿ, klëttereⁿ [látərə Olti. Roppenzw.; klátərə Hi. M.; klátrə Su. Dü.; klatərə NBreis. Bf.] 1. klettern, eig. mit beiden Armen und wieder mit beiden Beinen zusammen aufwärts steigen (beim grattleⁿ geht ein Fuss nach dem andern vorwärts: man klettert auf den Baum, grattelt auf die Leiter O.; nicht so U., s. grattleⁿ 3). 2. auf einen Berg mühsam steigen. Zss. Klëtterisle. — Schweiz. 3, 702.

Klëteri [Klátəri Ruf.] m. Kletterer JB. XIII 194.
 
 
Klitter m. 1. Fleck; Pl. ‘Klitter oder Flecken pastez ou taches’ Martin Parl. N. 722. ‘Tolcken, Dintenfleck, Klitter un pasté’ Martin Coll. 181. 2. Entwurf Brucker. Zss. Klitterbuech, K.register, K.-schulden. — Schwäb. 316 Kletter. Bayer. 1, 1341.