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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Kuz bis Kutzeⁿ (Bd. 1, Sp. 487a bis 487b)
 
  Kuz, Kutz, Kauz [‘Xýts Roppenzw.; Khyts Hi. Heidw. bis Kerzf.; Khýts Heidolsh.; Khùts Hüss.; Khaùts Str.; Khòyts Bf. in Bed. 5; wohl von auswärts eingeführt; Pl. –ə] m. (f. Logelnh. Hattst. Katzent.) 1. kleine Eule. ‘Kautz bubo’ Dasyp. ‘der los Kautz’ Frey 28, 23. ‘einer Eulen oder Kautzen chouette, chat huant’ Martin Parl. N. 561. 2. struppiges, mageres Tier. 3. wirres Haar: dis het e K. uf m Kopf Su. Mach doch diⁿ K. in Ornig! Heidw. 4. ungekämmter Mensch, bes. Kind. 5. sonderbarer, merkwürdiger Mensch: e richeʳ K., e rëchter K. Auch von kunstfertigen Menschen, bes. für Mädchen: kumm do ane, K.! ‘diss sinn Kauze gewese ...’ Str. Wochenbl. 1873 No. 57. ‘Kutz’ Geiler P. I 13. Zss. ‘Kutzefettig Kind mit unordentlichem, ungekämmtem Haar’ Mü. St. Mäder. In Sprache und Sittenbildern geschildert von Adam Mäder ... hg. v. Aug. Stöber, Mülhausen 1876.. — Schweiz. 3, 601. Ergänzungsband z. Zeitschr. f. dtsch. Unterricht 131 ff. Zu 3 vgl. Schwäb. 307 kautzen verworrener Faden. Bayer. 1, 1315.

Hörnlekutz f. Waldohreule Steinb.

Nachtkutz (f. Su.) m. 1. Nachteule. 2. Schreckgespenst für Kinder Co. Blib do, suⁿs holeⁿ diʰ d Nachkutzeⁿ Urbis. ‘Se gibb jo vor em Nachtkutz Achd, Där frisst gärn wisse Mysle!’ Schk. 437. Zu Leuten, die bis in die Nacht hinein im Feld arbeiten: Alle (frz.), mache, ass ⁱʰr heim kumme, suⁿst hole-n-üʰ d Nachtkutzeⁿ!

[Bd. 1, Sp. 487b]
Ruf. ‘Der Nachtkütz holt di!’ S. JB. IX 30. ‘Nachtküz’ Lustig I 194. 3. Lustdirne Gebw. Schweiz. 3, 603.

 PfWB  RhWB Steinkutz f. Käuzchen, Athene noctua Hlkr. Kerzf.Schweiz. 3, 604.

Winterkutz f. Herbstzeitlose Hattst. Geberschw.

kutzeⁿ [ýtsə S.; khytsə Hi. Su. Obhergh. Hlkr. Logelnh. M.] 1. wickeln: iʰ kutz deⁿ Fadeⁿ Roppenzw. 2. schelten, zanken: si han mit nander kutzt Su. 3. ein wenig regnen oder schneien; stürmen Ruf.; heftig winden, tosen [s khytst tər kts Tâ] M. Schweiz. 3, 604.

verkutzeⁿ zerzausen, verwirren, in Unordnung bringen: Haar, Wolle, Stroh. Dr Wind het üⁿs d Zëtteⁿ (Schwaden) ganz verkutzt Dü.

verkutzt Adj. 1. ungekämmt Mü. M. 2. umwölkt, umnebelt: dr Himmel is v. Mü. Schweiz. 3, 604.

Kutzete f. Verwickelung; Wortwechsel, leichter Streit Su.Schweiz. 3, 604.

kutzig [ytsik S.; khytsik Hi. Ensish. Horbg. M. Bf.; khytsi Ndhsn. Str.] Adj. u. Adv. 1. verworren, zerzaust, ungekämmt, struppig. Guet Nacht, du machs e kutzigeⁿ Kopf! — Iʰ bin nächt spot in deⁿ Kratteⁿ kummeⁿ Ruf.; k. Tuech, k-er Hanf. Das Stroʰ lijt k. (unordentlich) do Dü.; übtr. do sⁱeʰt s k. us! das ist eine bedenkliche Sache Horbg. Das is e k-i (schwierige) Arwet Heidw. 2. windig u. regnerisch M. s Wëtter is k. 3. grob, bösartig: dëʳ luet k. driⁿ Su. (ʰerus Dü.); komisch, lächerlich: e k-er Kërle. — Schweiz. 3, 604.
 
 
Kutzeⁿ [Khytsə O.] m. Mantel oder Rock von grobem Wollenzeuge, Filz u. ä. ‘Kotz, golter, serge Cento gausape’ Dasyp. ‘Gausape grobe deck, Kotze’ Gol. 351. Jetzt nur in der Rda. (iⁿ) eiⁿm deⁿ K. stricheⁿ schmeicheln O. ‘Einem den kutzen streichen’ schmeicheln Geiler, s. Als. 1862/67, 149. ‘Als wen man stricht ein iungen kutzen’ Murner Mühle 378 (hier ist an Kutz gedacht). ‘Strich mer nur de Kuzze un mach guet Männels, Hex!’ Pfm. II 6. ‘un het in iehrem Alde Der Kuzze gstriche gumifo’ Hackenschmidt Schk. 453. ‘Die stryche dir de Kutze’ Hirtz Ged. 226. ‘schun hundertmol hett euch der Herr Präfekt de Kuze gstriche’ Wahl. 3. —  DWB DWB. 5, 2908: ‘Bei Amaranthes Frauenzimmer Cap. 1109 Kutzen

[Bd. 1, Sp. 488a]
ein runder und dicker Kragen von Zobelfell oder Marder überzogen, den die Weiber in Strassburg zur Winterzeit umschlagen, wird unter dem Halse mit einer grossen Schleife zugebunden.’ — Schweiz. 3, 602. Schwäb. 323. Bayer. 1, 1317. Hess. 221.