Wörterbuchnetz
Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Kitze bis kätzleⁿ (Bd. 1, Sp. 486a bis 486b)
 
  Kitze [Khitsə K. Z. Prinzh.] f. weibliche Katze. — Schwäb. 314. Hess. 203.

Arschkitzleⁿ, Lochkitzleⁿ [Ârkhitslə Aschb.; Lòχkhitslə Lobs.] Pl. Hagebutten. Rda. Hërz was begëʰrs, Schleʰ oder Lochkitzleⁿ? (wenn Speisen im Überfluss vorhanden sind). Der is mit deⁿ Arschkitzleⁿ zeitig mit dem ist nicht gut umzugehen, der ist allzu sparsam. Synon. Arschkretzerleⁿ Wh.
 
 
kitzeⁿ [khìtsə Wh.] Junge werfen, von der Ziege. s. gitzeⁿ Seite 254. Hit het r (der Pfarrer) awer widr hirⁿmietig lang gemacht; wënn e Geiss verloffeⁿ wär, wu-n-r aⁿgfangeⁿ het, hätt sⁱe gekitzt, äʰ-n-r ferig gsän is Sondernach JB. X 250.

Kitzlin n. Böckchen. ‘zwey junge Kitzlin’ lässt Rebecca den Esau zu Jacob bringen Geiler Häsl. cij. ‘Kitzlin’ Dasyp.Schwäb. 314. Bayer. 1, 1316.
 
 
kozem [khôtsəm Hf.] Adj. reich; subst. e K. ein reicher Mann, ein Mann, der's machen kann. — hebr. Kazîn Entscheider, Bestimmer, Richter JB. XII 146.
 
 
kotzeⁿ [òtsə S., sonst khòtsə fast allg.; khùtsə Dollern] 1. sich erbrechen. Meⁿ möcht drab k. das ist eklig. Das Dings

[Bd. 1, Sp. 486b]
lejt do wie kotzt liegt unordentlich da; er kotzt Lung un Lëber; wie e Gërberhund, e Gërberpudel, e Schlosshund JB. VII 195, e Waseⁿhund; Syn. von sich gën, schütteⁿ; e Kälble aⁿbindeⁿ, würfleⁿ, em Uelriʰ ruefeⁿ. ‘kotzen’ Geiler S. M. 10ª; Em. 71ª. ‘du stehst am Morgen frü uff ze kotzen, du bist am abend vol gewesen’ Evang. mit Ussl. 201ª. ‘Kotzen vomere’ Dasyp. ‘Vomitus das erbrechen, kotzen’ Gol. 273. ‘kotzen vomir’ Martin Coll. 147. ‘in welchen (Husern) allen wir vns so doll vnd voll gesoffen, dass wir musten kotzen’ Mosch. I 366. ‘Sie lagen da, speyeten und kotzten als die Hunde’ ders. I 435. 2. husten (mit Auswurf) K. Z., hohl husten (auch beim Vieh) Roppenzw. Dü. Mutzig Z. 3. schwanger werden (das Erbrechen als erstes Anzeichen davon) Tieffenb. Schweiz. 3, 599. Schwäb. 324. Bayer. 1, 1318. Hess. 221.

bekotzen durch Erbrechen besudeln Geiler H. K. 71 St.

verkotzeⁿ durch Erbrechen besudeln Liebsd. Dü. U.

verkotzt Adj. kränklich Liebsd.Schweiz. 3, 600.

Demin. kötzleⁿ [khètslə Hf.] hüsteln, ein wenig husten.

kätzleⁿ [atslə Attenschw.] sich erbrechen. — Schweiz. 3, 599.