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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Kass(e) bis Bibeleskäs (Bd. 1, Sp. 472b bis 473a)
 
  Kass(e) [Khàsə S.; Khàs allg.] f. Kasse. Von einem Unbemittelten, der gern gross thut, sagt man: er het töusich (hundert) uf dr Inbildungskass Str.Schweiz. 3, 501.

 PfWB  RhWB Kässie [Khèsjé Str.; Khèsjə U.] m. Kassier. — frz. caissier.
 
 
Kassematte f. bombenfestes Gewölbe; Gefängnis NBreis. Er is d K. na gangeⁿ er hat Vermögen oder Leben auf dumme Weise eingebüsst (eig. nur d Matteⁿ na) Bf. — frz. casematte.
 
 
 PfWB  RhWB Kassenett [Kàsənèt Str.; Pl. –ə] f. Medaillon an Uhrkette oder um den Hals getragen. — aus frz. cassolette?
 
 
Kasser [Khàsər Z. Betschd.] m. Speck, Schweinefleisch. Demin. Kasserle. — hebr. chasîr Schwein JB XII 137.
 
 
Kasërn [Kàsarn NBreis.; Khàsærn Str.; Khùsarn Z.] f. Kaserne; auch grosses Haus. — vgl. Schweiz. 3, 501. Schwäb. 306.
 
 
Kasserolle [Khàsərèlə Heidw.; Khàsərol Dü. Heidolsh. Str.; Khàsròl Su. K. Z.; Kàsərol Roppenzw. Hlkr. Ingersh. Katzent. Ndhsn. Zinsw.; Kàsròl Hüss. Co.] f. irdener oder eiserner Kochtopf, Pfanne mit Stiel. — Schweiz. 3, 501; frz. casserolle.
 
 
 PfWB  LothWB  RhWB Kasseweck, Kassewaika [Khasawèk Hlkr. Co.; Khàsəwèk Dü. Bisch. Molsh. Hipsh. Dachstn. Str. K. Z. Kindw. Obgericht Schleit.; scherzh. Khàtsəwèk Geud. Betschd.; Khàtsəwèika Str.] m. ( n. Hf.) leichte Überjacke der Frauen u. Mädchen, ohne Taille, nicht anschliessend. ‘Wenn i di als am Wasserstein sich pfuddle, Im Kasseweck’ Schk. 149. Demin. Kasseweckel n. Jäckchen der Mädchen Str.russ. Schweiz. 3, 501.
 
 
Kasore, Kasorems [Khàsôrə Z.; Khàsórems Ingw.] m. Pl. Fehler. Wënn er eps schaffeⁿ soll, het er alli K. Unpässlichkeiten Z. Der Mann het K. Schulden; bei Kindern: Läuse. — vom hebr. Zeitw. châsêr fehlen JB. XIII 173.
 
 
Käs [‘Xês Fisl.; Khás fast allg.; Khǽs Str. W.; Khês Rittersho. Aschb. Wingen] m. 1. Käse. Rätsel: Wurum schabt meⁿ dr K.? — Wënn er Fëdreⁿ hätt, se gät meⁿ ne zupfeⁿ Obhergh. K. druckeⁿ gedrängt sitzen Fisl. Hi.; K. macheⁿ von den Enden der Schulbank nach der Mitte zusammendrängen Str. CS. 57. Er is im K. befindet sich in bedrängter Lage Fisl.

[Bd. 1, Sp. 473a]
Rda. (Kum) drei K. hoch klein Hüss. Z. JB. VII 194. Keⁱⁿ K. (gar nicht) gwachseⁿ Bghz. Weicher K. K. Z., wisser K. Quark; firner K. Hf., herter K. K. Z., fuler K. Betschd. Rda. Iⁿ deⁿ armeⁿ Lüt iʰri Käs un deⁿ richeⁿ Lüt iʰri Meidler seiⁿ am ersteⁿ zitig Mb. JB. VI 147. Käs un Brot Spottname für sparsame Leute, die nicht ordentlich zu Mittag essen Wingen; der rëchⁿt eiⁿm s Käs-e-Brot im Leib us ist genau, bes. im Spiel Ingw. ‘O ich ss eher ... Kss vnd Brodt, dan ich hungers stirb’ Fisch. Prakt. 17. Häufig in Rdaa.: s is (mⁱr) ei(n) K. einerlei, gleichgiltig Banzenh. Ruf. U.; dis is en alter K. eine alte, bekannte Geschichte Str. Hf. ‘Schwej merr mit dem alte Käs’ Kettner Mais. 44. ‘einem den Käß abrothen’ merken, wo er hinaus will, wie er es meint Geiler P. II 71. Das is dr ganz K. so ist es Banzenh., das ist alles Su.; das is eweⁿ dr Staat vum grüeneⁿ K. das ist das beste daran Str. (ironisch); dr K. duss haⁿ von der gespalteten Weide, die, um die Rebe geschlungen, das Weisse nach aussen zeigt Westhalten. 2. Augenbutter Rapp. Z. Er het K. in de-n-Aujeⁿ Ingenh., daher verächtl. Zss. Käsguckl Z. 3. er git sich e K. ist hochmütig, eingebildet, thut wichtig Rapp. U. W. ‘Wenn diss (Berwel) noch fol's syn rychi Grossel erbt .. do gitt sich ’s erst e Käs’ Pfm. III 1. 4. die Erdscholle, die eine Wurzel umgibt; will man eine Pflanze versetzen, so muss man sie mit dem ganzen K. nehmen Str. CS. 57. Demin. Käsle n. Frucht der gemeinen Malve, des Käselkrauts Dü.; Käsl Käschen U. Nr. 3 vielleicht aus hebr. geûth Stolz? — Schweiz. 3, 502. Schwäb. 306. Bayer. 1, 1298.

Bibeleskäs Henfli. Str. Rothb.; Bibelekäs Heidw. M. m. = weisser Käse, Quark, beliebt zum Vesperbrod. Grumbereⁿ un B. dis is en altes Wiwergfräss Schluss des Liedchens: Frau, kaufen iʰr Bëseⁿ? Str.