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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Kurbel bis Druckkarch (Bd. 1, Sp. 466a bis 467a)
 
  Kurbel [Khùrwl Mütt. Bf. Molsh. Str. Saarunion Wh.] 1. f. gebogene Handhabe zum Drehen eines Rades Bf. Str. 2. n. runder Brotkorb ohne Handgriff aus Stroh oder Weiden zur Aufnahme des

[Bd. 1, Sp. 466b]
Brotteiges Wh. Saarunion. 3. m. unbedachtsame, hastige, zerstreute Person Molsh. Bf.; wunderlicher Mensch: ‘sie kennt jo mine Mann, wie er e Kurwel isch’ Schk. 311; n. [ən àlts Khùrwl Altw.] ‘Kurwel Murrkopf’ Klein. Schweiz. 3, 454 Korbel.

kurblig, kurblicht [khùrwlik Mütt.; khùrwliχt Str.] Adj. hastig u. ungeschickt. ‘s Lissel isch kurwlich un nit gscheid, weiss d’ Lit nit ze belewe’ Pfm. I 7. ‘der kurwlicht Hosseloddel’ ebd. III 1.

kurbleⁿ [khùrwlə Mütt. Str.] hastig sein, unordentlich arbeiten. — Schweiz. 3, 155 korbleⁿ dumm schwatzen.
 
 
kurbseⁿ [khùrpsə Westhalten] rülpsen. s. gurpseⁿ Seite 233.
 
 
Kürbs(e) [‘Xìrpsə Olti. Fisl. Wittenh.; Khîrpsə Hi. Wittenh. Lutterb. Hirzfn.;Xìrps Roppenzw.; Khìrps, Kherps Ensish. u. nö. davon allg. (nicht K.); Pl. –ə] f. (m. Olti. Roppenzw. Hattst. Co. M. Rapp. Lützelstn.) 1. Kürbis, cucumis pepo oder cucurbita. ‘Cucurbita, ein Kürbsz’ Dasyp. ‘ein Kürbsen’ Fisch. Bin. 251. ‘Kirbssen citrouilles’ Martin Parl. N. 435. ‘Am Fastnacht hülche si Kürbse-n-un Ruewen-us’ Pfm. III 1. Syn. Dürlips K., Rotrueb (s. d.), Dickrub (s. d.). 2. jede körperliche Ausbiegung: Nase, Kehlkopf: an dr K. packeⁿ Heidolsh.; Bauch, Buckel: ich haü dⁱr eini uf d K. Ensish. Molsh., Gesicht Str. 3. kleiner Knabe Roppenzw. Hattst. (Verwechslung mit Knirps). Zss. Kürbseⁿkërn; –päpp Brei aus Kürbisfleisch. Demin. Kürbsle n. Hes diⁿ K. bal voll? fragt man ein essendes Kind. — Schweiz. 3, 456.

kürbseⁿ, ab k. durchprügeln Obhergh. Logelnh.
 
 
Karch, Karrich, Karreⁿ [‘Xàrə Olti.; Khàrə Hi. Su. Obhergh. Dü.; Khâra Hi. Mü. Banzenh.; Khàriχ M. Bebelnh. Rapp. U. Oermi.; Khàəχ Wh.; Khòrìχ K.; Pl. Khárə Mü., Khàrə, Khariχ, Khærìχ Str. W.] m. Karren mit zwei, seltener vier Rädern, meist schwerer und dauerhafter gebaut als ein Wagen. Scherzh. e alteʳ K. alter Wagen, Sessel, auch Mensch. Gang in dr K. geh in's Bett Obhergh. Bildl. deⁿ K. in deⁿ Drëck füeʰreⁿ eine Sache schlecht leiten Bf. Spw. ‘Man kan niemandts helfen den karren ziehen, der nit selbs auch ziehet’ Geiler, s. Als. 1862/67, 147. ‘Es ist

[Bd. 1, Sp. 467a]
ein sprichwort das man gemeinlich sagt: Wer hie karren zücht, der wird dort wagen ziehen’ ebd. ‘karrich Pl. kerriche’ Chron. ‘uf wägen oder karrichen hargefürt’ Str. 15. Jh. Brucker 9. ‘uf karchen’ ebd. 105. ‘mit Wägen und Kärchen’ Pauli 343. ‘der karr gotes’ Geiler J. Sch. 35. ‘Sasz vff ein karch sie mit geferden’ Murner Mühle 333. ‘Karch’ Dasyp. die bänck verrucken, Kerch verführen’ Fisch. Garg. 72. ‘da fienge er an mit geschenck .. den Karch zu schmieren’ Fisch. Bin. 212; ‘so ligen wir alsdan underm karren’ ebd. 236. ‘Karch’ not. 1671. ‘Schang, pack emol die zwei Stüehl, un nunter mit uff de Karch’ Horsch Hüssjé 18. ‘Mït dräi ros an ieedäm khaarä’ Landsman Lied. 127. Demin. Kärrele, Kärrichl [Kharla Su.; Kharlə Hüss.; Kharìχl U.; Khærìχl Str. W.] n. kleiner Handkarren; Kinderwagen Wh. ‘die iungen Kinder bruchen die Kerrlin, daran sie lernen gon; wann der Karren inen entweicht, so fallen sie’ Geiler XV Staffeln 29ª. — Schweiz. 3, 422. Schwäb. 305. Bayer. 1, 1281. 1287.

Bënneⁿkarreⁿ, Bënneⁿkarch m. zweirädriger Karren aus Korbgeflecht, von Gärtnern benutzt Str. Dü.

bënnekärchswis Adv. ganze Wagen voll, in Fülle. ‘So Maidle wie syn Lissel gitt's Bennekärchswys hie’ Pfm. IV 6.

Blitzkarch m. zweirädriger Karren, aus Weiden geflochten Str.

Druckkarch Str., Demin. Drückkärchel U. n. zweirädriger Karren zum Drücken, Schieben.