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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Kamuffel bis Komödi (Bd. 1, Sp. 437b bis 438a)
 
  PfWB  RhWB Kamuffel [Khàmùfl Brum.] m. dummer Kerl. Vgl. Manuffel. — Schweiz. 3, 257 Camuff.
 
 
Kimeⁿ [‘Xímə Olti. Roppenzw.; Khímə Sier. bis Rapp. Str. Zinsw. Rothb. Betschd.; Khimə Barr Bf. K. Z. Altw. Zinsw. W.] m. 1. Pflanzenkeim, bes. die Auswüchse der Kartoffeln und Rüben, die sie im Frühjahr im Keller ansetzen. K. schnideⁿ im Frühjahr die Spitzen der Weizenkeime abschneiden, ehe die Ähre sich entwickelt hat, wenn die Last des einzelnen Hälmchens zu schwer zu werden droht Z. Synon. [Kárt, Wæisə plàtə Hf.] 2. Knirps. 3. Fischkiemen NBreis. Bildl. Dr K. fallt iʰm ab demjenigen, bes. dem Kinde, welches heftige Begier nach etwas Essbarem zeigt W. Lach nummeⁿ nit, dass dⁱr dr K. abfallt die Kinnlade unten bleibt! Altw. 4. Rotznase: putz dineⁿ K.! Rothb. Schweiz. 3, 261. Die Bedeutung 3. 4. geht auf nhd. Kieme zurück  DWB DWB. 5, 682.

[Bd. 1, Sp. 438a]

Ër(d)kimeⁿ [Árkhímə Su. Osenb.; Ártkhímə Ruf. Rapp.] m. und Demin. [Árkhíml Geberschw. Rapp. Scherw. Bf.] n. 1. Schösslinge aus Samen, mit eigner Wurzel, bes. kleine Tannen, welche zu Rebstecken benutzt werden; auch Waldobstbäume, die in den Garten versetzt werden Bf. 2. kleiner Mensch Obhergh. Schweiz. 3, 261.

Malzkimi [Màltskhimi Dachstn. Dunzenh. Ingenh.] m. Pl. Malzkeime aus den Brauereien, zum Verfüttern bei dem Rindvieh benutzt.

kimeⁿ [ímə Olti. Roppenzw.; khímə Steinbr.; khimə Bf. Geisp. Str. K. Z. Saarunion] keimen, Keime treiben. — Schweiz. 3, 262.
 
 
Kimmeⁿ [Khimə Griesb. b. Buchsw.] Pl. Schulden. — zu Kümmel 2?
 
 
 PfWB  RhWB komisch [khûmi Bisch.] Adj. sonderbar, eigentümlich: dis is awer doch k. mit dem Mënsch.
 
 
kommod [khomót Olti. Roppenzw. Su. Co.; khùmót Liebsd. Su. Geberschw. M. Hf.; khùmût Logelnh. Barr Bisch. Str.; khàmût K. Z. Han.; khamót Betschd.] Adj. Adv. bequem, passend, praktisch: e k. Hus, e k-i Stung (Stunde) Roppenzw. Das Plunger (die Kleidung) is mⁱr k. Roppenzw. Das is k. gut eingerichtet Su., k. iⁿ gericht M. Mach dⁱr s k. bi uns! Barr. Du bis e k-er Herr machst dir's gern bequem Str. ‘Vom Schlosser kriej i ne so wolfel nit, (den Bräder) goggschwey so scheen un so kummod’ Pfm. III 1. — Schweiz. 3, 293.

unkommod Adj. Adv. unbequem, beschwerlich, lästig: s is mⁱr jetz rëcht u. kummeⁿ, iʰ biⁿ gar nit druf iⁿgricht gsiⁿ Dü. ‘’s wàr doch züe unkummod dert un wohrschinlig ka's gar nitt emol kràbse!’ Lustig II 105.

Kommod [‘Xomət Roppenzw.; Khomót Obbruck Bf. Str.; Khùmót Su. Geberschw. Hf.; Khùmût Logelnh. M. Dü.; Khàmót NHof K. Z. Han.] n. Kommode, Schubladentisch. — frz. commode. Schweiz. 3, 293.
 
 
Komödi [Khòméti Fisl. Attenschw. Strüth Mutzig Str. Lützelstn. Dehli.; Khùméti Banzenh. Su. Co. Dü. Barr Molsh. Hf. Schleit.; Khùmêti M.; Khàméti Sier. Wittenh. Steinbr. Su. NBreis. K. Z. Ingw.; Khàmétiχ Lobs.] n. (f. Attenschw. Strüth Banzenh.) 1. Theater herumziehender Schauspieler, Seiltänzerei. ‘D’ Maidle

[Bd. 1, Sp. 438b]
sinn vil freyer ass by uns, gehn in's Kummeedi nyn’ Pfm. I 6. 2. Lärm, Auflauf, Zank. In dem Hus is immer K. Dehli. Was is dënn do wider for K.? Schleit. Wer macht so K. Lärm? Liebsd. Der macht nit lang K. keine Umstände Su. S is e hëll K. ein Skandal Hf. frz. comédie. Schweiz. 3, 291.