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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Kammer(e) bis Ratteⁿkämmerle (Bd. 1, Sp. 436a bis 436b)
 
  Kammer(e) [‘Xàmərə S.; Khàmər allg.] f. 1. Zimmer im ersten Stock, Schlafstätte der Mägde. 2. Rebenabteilung, gewöhnlich durch niedere Mauern eingeschlossen M. Demin. Kämmerle [Khamərlə Co. Z.; Khæmərlə Str.] n. 1. Schlafkammer des Knechts auf dem Heustall K. Z. 2. Gefängnis: s schwarz K. (Kinderspr.) — Schweiz. 3, 248. Bayer. 1, 1243.

Äpfelkämmerle n. s spuckt (mifzt) im Ä. es ist etwas nicht in Ordnung Str.Schweiz. 3, 250.

Grümpelkammer Gebw. Hlkr. Neu-Breis., Rumpelkammer Bisch. Rothb. Rauw. f. Zimmer für die abgelegten Kleider u. a. Gegenstände. Er hat e Ordnung wie in dem Jud siⁿ G. Gebw.Schweiz. 3, 253.

Grüstkammer f. in der Rda. Kaiser Karls G. Rumpelkammer, unordentliche Haushaltung; us K. K. G. holeⁿ etwas

[Bd. 1, Sp. 436b]
Altes hervorholen Str.Schweiz. 3, 253 Rustk.

Holzkammer f. wie hochd. Rda. eⁱn Ëngel us dr H. 1. plumper Mensch, Bengel; 2. Teufel Str. Schweiz. 3, 251.

Kaminkammer f. Kammer über der Küche, durch die der Schornstein hindurch geht, gewöhnl. Schlafstube der Mägde Dunzenh. Ingenh.Schweiz. 3, 251.

Demin. Kaminkämmerle n. kleiner, verschliessbarer Raum in einer Kammer des ersten Stockwerks, in dem das Rauchfleisch aufbewahrt wird Ingenh.Bayer. 1, 1245.

Kërneⁿkämmerle n. die holzige Umhüllung der Kerne bei Äpfeln, Birnen u. s. w. Dü.vgl. Schweiz. 3, 252.

Koʰleⁿkämmerle, Krotteⁿk. n. finstere, kleine Kammer als Strafort für die kleinen Kinder in der Schule Obbruck Obhergh. NBreis.

 PfWB  LothWB  RhWB Räuchkammer [Ræiχkhàmər Logelnh.; Roiχkhàmər M.] f. Räucherkammer; Schlafraum der Knechte M.Schweiz. 3, 252.

Ratteⁿkämmerle n. Räucherkammer Scherw.