Wörterbuchnetz
Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Kalb bis Schwizerkalb (Bd. 1, Sp. 432a bis 432b)
 
  Kalb [Khàlp allg.; Khàləp Betschd.; Pl. Khàlwər Su.; Khèlwər Katzent. Dü. U.] n. 1. Kalb, etwa bis zu 3 Monaten. Spw. Deⁿ richeⁿ Lüt iʰri Töchter un den armeⁿ Lüt iʰri Kälwer sin bal alt genue Str. Rätsel: ‘Was isch ’s Best am Kalbskopf? — s Kalb!’ Buchsw. Stöber Volksb. 396. ‘Es leret sich alle Stunden selber Das küw im stall geperen kelber’ Murner Schelmz. 51. 2. roher, unvernünftiger Mensch: sufeⁿ wie e K. ‘Ich Kalb! Hät i ’s gewisst wie rych er isch’ Pfm. I 7. Rda. s K. macheⁿ sich ungebunden benehmen, sich auf dem Boden herumwälzen u. s. w. Kalb Mosis Dummkopf Str. ‘Do erkenn i glych ’s fyri Kalb un jede schwarze Veauel, wo e Hex drinne stekt’ Pfm. IV 5. Demin. Kälbli, Kälble, Kälbel [‘Xalpli Fisl.; Khalpli Sier.; ‘Xèlpalə Attenschw.; Khalpalə Steinbr.; Khèlwlə Obhergh.; Khalwlə M.; Khalwl Barr Ndhsn. K. Z. Han. Betschd.; Khælwl Str. Kindw.] n. Kälbchen. Rda. s K. aⁿbindeⁿ sich erbrechen Obhergh. Eiⁿ m e K. a bindeⁿ etwas weis machen ebd.; s K. ablossen Spektakel machen, Zoten reissen ebd. Rda. ‘Im Kälwel in's Au schlaaue’ ohne Absicht etw. sagen, das jem. beleidigen kann

[Bd. 1, Sp. 432b]
Str. CS. 56. — Schweiz. 3, 215. Bayer. 1, 1238. Hess. 190.

Meerkalb Seehund: ‘springen wie Meerkälber’ Fisch. Bin. 58. —  DWB DWB. 6, 1852.

Merzeⁿkalb n. 1. Märzenkalb. Er brüelt wie e M. Dü. Str. ‘Blerren wie ein Mertzenkalb’ Martin Parl. N. 257. 2. (scherzh.) ein im Monat März Geborener Bf.Schweiz. 3, 219.

Moliskälbel [Molìskhælwl Wh.] n. Stierkalb.

Mönkalb [Mìkhàlp Bf.] n. vom latein. mons calvus, eigentl. der kahle Berg: eine schon beträchtliche Erhöhung am Fusse des Odilienbergs, von Barr aus.

Murkälbel n. 1. Kellerassel Dehli. 2. Froschquappe: ‘der kleinen Fröschen Laich gibt im Anfang nur kleine Muhrkälblin’ Baldner 103.

Mueterkälbel Bf., Mutterkälwl Lohr n. 1. Kalb weibl. Geschlechts Bf. 2. Kind, das immer bei der Mutter sein will Obhergh. Bf. Schweiz. 3, 219.

 PfWB Nachtkalb n. ein gewöhnliches Kalb, das aber bald so gross wird, dass es in das zweite Stockwerk eines Hauses hineinsehen kann; wer den Arm nach ihm ausstreckt, bekommt einen geschwollenen Kopf Ensish. JB. VIII 177; nach dem Dafürhalten des Volkes ein Gespenst, welches die spät nach Hause Gehenden verfolgt M.

 PfWB  RhWB Ochseⁿkälble [Oksəkhalwlə Ruf. Co.] n. Herbstzeitlose (spassh.) Menges Volksmda. 113.

Osterkalb n. Person, die am letzten Sonntag in der Osterzeit, überhaupt zuletzt zur Beichte geht Obhergh. Co., oder an Ostern kein neues Kleid anzuziehen hat Ballersd.Schweiz. 3, 218.

Schwizerkalb n. frecher Mensch Obsteinbr.