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Kuch(i) bis Fasnachtsküechle (Bd. 1, Sp. 421a bis 422a) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Kuch(i) Kücheⁿ Küchel(e) Buchkuch Gartkuchen Kuecheⁿ Küechli Äpflkuecheⁿ Dreiküni(g)skuecheⁿ Drescherküechle Eierkuecheⁿ Fasnachtsküechle Flamm(eⁿ)kuecheⁿ Fleischküechle Fuliwiberküechle Griebeⁿkuecheⁿ Hackküechel Heuwetküechle Holderküechel Iseⁿküechl Jumpfreⁿküechle Kilbeⁿlëbkuecheⁿ Kirscheⁿkuecheⁿ Künikuecheⁿ Krëbsküechle Kriechelküechle Lëbkuecheⁿ Mangoldküechle Mastkuecheⁿ Milʰrumsküechel Nusskuecheⁿ Osterkuecheⁿ Pfanneⁿkuecheⁿ Priestkuecheⁿ Quëtschelkuecheⁿ Rëpskuecheⁿ Schnapskuecheⁿ Schnitterkuecheⁿ Schnitzküechle Sëngⁿesselküechle Siropkuecheⁿ Strubelkuecheⁿ küechleⁿ Lëbküechler Lëbküechlereⁿ Maiküechlereⁿ kuechig Kueche Chadischemune Kaüderschlaüz Keidel Kid(eⁿ) Knöbliʰkideⁿ Lauchkideⁿ Koder kodereⁿ verkodereⁿ Koderi koderig kudeⁿ? Kuder I kudrig Kuder Bettkuder Kuder kudern Kavanz Kaffee Kaffi Schokelakaffee Kafferell Kaffinell Kaffützer Kaftjer Kaffer Spalierkaffer kafleⁿ käfleⁿ kifleⁿ Kafelte Käfli Käfer Brochkäfer Brodkäfer Bromeⁿkäfer Drëckkäfer Ghannstiskäfer Herrgottskäfer Hërdäpfelkäfer Hërzkäfer Hirzeⁿkäfer Krautkäfer Marieⁿkäferle Mai(eⁿ)käfer Mistkäfer Muetergotteskäfer Rosskäfer Schwabeⁿkäfer Stinkkäfer käfer(l)ig | Demin. Küchel(e) [‘Xiələ Roppenzw.; Khiχl Str.; Khìχl U.] n. 1. kleine Küche. 2. Räucherkammer Roppenzw. — Schweiz. 3, 129. Bayer. 1, 1221. Buchkuch O., Buchkücheⁿ U. f. Waschküche, Waschhaus. †Gartkuchen Popina = ‘gemeine, offene Kuchen’ Dasyp. Gol. 228. [Bd. 1, Sp. 421b] Demin. Küechli, Küechle, Küechel [‘Xìèlə Attenschw.; Khìèχli Banzenh.; Khìeχlə Sier.; Khìaχlə Hi. Heidw. Pfast. Su. Osenb.; Khieχlə, Pl. –ər M.; Khìèχl U.; Khîχl Str. Roppenh. Betschd. W.] n. kleine runde, in Butter oder Öl gebackene Kuchen, Krapfen, bei vielen Festlichkeiten, aber bes. zu Fastnacht gebacken. ‘gefüllet Küchlin Tuceta’ Dasyp. ‘Küchlein = frz. des bignets (baignets)’ Martin Coll. 46. Küechelsunnti(g) ist der Sonntag nach der Herrenfastnacht, der erste Sonntag in der Fastenzeit, auch Wiwerküechelsunnti genannt. Im Wirtshause bekam früher jeder Gast von den Küchlen; auch die Hirten wurden damit beschenkt. Die Schulkinder singen ihre Lieder beim Einsammeln: Maieⁿ (oder Veieleⁱⁿ), Roseⁿ, Blüemle, Mir singeⁿ um das Küechelein; s Küechelein is gebacheⁿ, Mir höreⁿ dⁱe Pfanne kracheⁿ, Mir höreⁿ d Schlüssel klingeⁿ, D Jungfrau wurd bal Küechle bringeⁿ; Küechle ʰrus! Küechle ʰrus! Mir wünsche - n - üʰ Glück in öuer Hus! und wenn man nichts bekommt, singt man: Veiele, Rose, Dürrbireⁿstil, Für deⁿ Tʰüreⁿ git's nit vil, Für deⁿ Fënsterⁿ is ‘Hëlf dⁱr Gott!’ Is dis nit e grossi Schand un Spott? Ingenh. Mir singeⁿ um das Küchelein; Küchlen herus un Küchlen hinin Oder mir schlauweⁿ e Loch ʰⁱnin Roppenh. Heraüs, ʰraüs, Küechlen heraüs, Iʰ wünsch üʰ Glück in oüer Haüs u. s. w. Illz. s. auch Reijeⁿ. s friert miʰ an e Füessele, Iʰ hätt gërn e Küechele; s friert miʰ nur e wenig draⁿ: Iʰ mein, iʰ muess e Küechle haⁿ Dü. Kinderlied: Bitsche, batsche, Küechele, d Mueter bacht Küechele, Bacht ganzi Pfanneⁿ voll, Git in dem Kindele auʰ devon Obbr. Aus einem Kinderspruch: Er bringt drei Kojlʰopf in dr Hand, Küechle bacheⁿ is keⁱⁿ Schand Rapp. JB. VII 168. Gewalti [kəwâlti] Küechleⁿ werden aus gewalztem Teig gemacht und in Butter gebacken Su. Wenn Abendrot ist, sagen die Kinder: d Mueter Gottes bacht Küechleⁿ Su. ‘Niemals’ wird bezeichnet durch: ‘Wenn der Nussbaum Küechle drat’ vgl. das Lied von Aug. Stöber Schk. 165. ‘es ist gewonheit also das küchle holen (am Fastnachtmontag in der Pfaffen Häusern und in den Klöstern; am Zinstag in den [Bd. 1, Sp. 422a] Äpflkuecheⁿ Ruf., Apflkuecheⁿ Z. m. Apfelkuchen. ‘Hundertdöüsigh Aepfelküechle Gän e ganze Wanne voll; Sollt es mich denn nit verdriesse, Wenn ich keine hawwe soll?’ Altk. Stöber Volksb. 114. — Schweiz. 3, 134. Bayer. 1, 1221. Dreiküni(g)skuecheⁿ, s. Künigskuecheⁿ. Drescherküechle n. Pl. beim Drescherfest verteilte Küchele, eine im Abnehmen begriffene Sitte. Morn hei mir D. morgen feiern wir Drescherfest Liebsd. Synon. Dreschbroteⁿ K. Z. Han. Eierkuecheⁿ m. wie hochd.; = Flammeⁿkuecheⁿ NBreis. Ingw.; wilder E. aus feinem Mehlteig, Eiern, aber ohne Butter Hlkr. St. ‘Thu den eierkuchen under dem arm hinweg entferne das Hindernis’ Geiler, s. Als. 1862/67, 138. Rätsel: ‘Was brücht m'r firr e gueter Eierkueche? — Melancholei, d. h. Mehl, Ank(e), Kohl(e), Ei Sennh. Stöber Volksb. 363. Fasnachtsküechle n. Pl. = Küechli u. s. w. allg. Beim Sammeln der Fastnachtsküchlein wird gesungen: Do steʰⁿ mⁱr uf m kalteⁿ Stein, Gën üⁿs e Küechl, ªʳnoʰ geʰⁿ mⁱr heim! Eckwersh. Sideⁿfadeⁿ um das Hus, s stieʰt e schieni Froü im Hus; Küechler ʰrus, Küechler ʰrus, Öder iʰ schla e Loch iⁿ s Hus! M. JB. XII 114. vgl. Sideⁿfadeⁿ; s. auch JB. III 120; VIII 160; X 223.
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