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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Kib bis Kibler (Bd. 1, Sp. 417a bis 417b)
 
  Kib [‘Xíp Olti. Fisl. Liebsd. Blotzh.; Khíp Hi. Steinbr. Niffer] m. 1. Zorn, Hass, Neid: er het e K. uf miʰ, er het K. im Lib. ‘Mït chiib tüät das dr haiptman see’ Landsman Lied. 135. ‘krieg und kib’ Brant Narr. 19, 30. Und het ich schon nicht die genod Das ich aim andern weislich rhot, so waist den Spruch doch, der umgaht, Die Lib sucht Rhat, der Kib sucht that’ Fisch. Flöhh. 550.

[Bd. 1, Sp. 417b]
2. Eifer: ‘derhalben nicht halb ausgerhut spannt sie (die Sonne) frisch pferd vor wolgemut, lis sich aus irem guldnen sal und rennt in aim kib ab zu tal’ Fisch. Glückh. Schiff 655. Zss. Kibhëngst. — Schweiz. 3, 105. Bayer. 1, 1216.

 PfWB kibeⁿ [kípə Str.] streiten, zanken; mit eⁱnander. Vgl. ‘kiefen’ keifen Fisch. Ehez. 249, 13. — Schweiz. 3, 106. Schwäb. 312 kiefen. Hess. 197 keiben.

erkibeⁿ erzürnen Hi.Schweiz. 3, 107.

Kibes [Khìpəs Mü. Logelnh. Dü. Katzent. Ingersh. Heidolsh. Str. Z.] m. Zank, Streit: sie han K. mit eⁱnander ghet. Wëⁿⁿ mr K. het, git ein Wort s ander Str. Hes schoⁿ wider K.? Grafenstaden. — eig. Gen. des Inf.

Gekibs n. Gezänk Str. Na, hört s noch nit uf mit dem G.?

kibig [ípik Liebsd. Olti. Fisl.; khípik Pfetterhsn. Hi. Steinbr. Ingersh.; khíwik Mü. Ruf. Co. Bf.] Adj. Adv. zornig, aufbrausend: eineⁿ k. macheⁿ erzürnen St. Mäder. In Sprache und Sittenbildern geschildert von Adam Mäder ... hg. v. Aug. Stöber, Mülhausen 1876.. ‘folk vo gmuurt hat un si füsht khiivig balt’ Landsman Lied. 47. ‘kiwig’ Lustig I 367. ‘keibig praefractus, refractarius’ Dasyp.Schweiz. 3, 108. Bayer. 1, 1216.

kiberig Adj. zornig Bebelnh.

kibisch [khíwi Ruf. Rchw. Str. Z. Ingw. Lobs. Lohr Wh. Dehli.] Adj. 1. erzürnt, gram: si sin k. mit eⁱnander, üwer (eⁱ)nander stehn auf gespanntem Fusse; eineⁿ k. macheⁿ erzürnen Rchw. Zu einem Ausgelassenen sagt man oft: Du bis, glauw ich, k. Lohr. 2. zänkisch.

 PfWB  RhWB kibleⁿ [îplə Attenschw.; kheplə M. Rchw.; khìplə Bf. Str. Lobs.; khiplə Betschd.] 1. zanken (von Kindern), Streit suchen, bes. verliebt necken. Iʰr zwei han keⁱn Ruej, iʰr kible-n- un kibleⁿ, bis s us ⁱⁿere Lach e Hül git Lützelstn. ‘kippeln’ rixari Scherz. ‘kippeln’ Klein. Früher auch kifleⁿ: ‘ein thier kiffet mit dem andern unnd kyflet’ Geiler Em. 17. ‘als sy von jrem kiflen abließ’ Wickram Roll. 77. 2. trommeln Attenschw. Zss. Kiblhaʰn. — Schweiz. 3, 109. Bayer. 1, 1229 keifeln, kifeln. Hess. 197 kippeln.

Kibeleieⁿ f. Pl. Zänkereien. ‘Was sinn diss for Kybbeleye’ Pfm. IV 3.

Kibler m., –eⁿ f. Zänker, Zänkerin.