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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Hëx bis Hëxerei (Bd. 1, Sp. 396b bis 397a)
 
  Hëx [Haks fast allg.; Hæks Str. W.; Pl. –ə] f. 1. Hexe. Alti H. schlimme, verdächtige Weibsperson (Scheltwort, auch für eine störrige Kuh Dü. Rda. driⁿ luegeⁿ wie e alti H. zerzaust, zerlumpt angezogen sein Su. S kaⁿⁿ schaffeⁿ wie e H. sie arbeitet schnell. E H. könnt nit meʰʳ schaffeⁿ er hat gearbeitet soviel er konnte Dü. Auch ein Kinderspiel zeugt von der Verbreitung der Vorstellung. Kinderlied beim Kugelspiel: H. H. H. Haʰneⁿfuess, Mach, dass dër (andere) fëʰleⁿ muess! Ingw. ‘Sie het, bin i e Hex, ganz reecht, ’s b'elendt mi au’ Schk. 307. D H. von Ittene Ittenheim westl. von Str. Die siʰt us wie d H. v. I. ganz besonders schmutzig und verwahrlost Str., Synon.: wie e Nollbëtzl Z. D Öwerhöfⁿer H. nennt man eine schwarze Katze (nach dem benachbarten Orte Oberhofen) Bischw. Der Bastberg bei Buchsw. gilt als Versammlungsort. 2. Eintagsfliege Kerzf. Über die Hexen in verschiedenen Gestalten und an verschiedenen Orten im Elsass s. Stöber Sagen, Register Seite 380 f.; über das Hexenwesen ders. I 115; JB. III 126. 142; IV 117; V 158; VI 174; VIII 173; X 237; XII 184; Als. 1856/57, 265 ff. ‘Die Hexe verbrennen’ acht Tage vor Fastnacht Bghz. JB. X 222, 225. ‘Häx’ Dasyp.

Demin. Hëxel [Haksl Betschd.] n. 1. ein Öllicht, dessen Docht aus Wollfäden sich in einem irdenen oder blechernen Behälter befindet; man bedient sich desselben von alten Zeiten her namentlich in der Küche oder vorzugsweise in Laternen; trägt man es in freier Hand, so erlischt es bei jeder raschen Wendung, woher es wohl seinen Namen hat: es verschwindet so schnell wie eine Hexe. In Z. Syn. [Ôllièχt]. 2. kleine Spielkugel Hi. Zss. Hëxeⁿbëseⁿ, –büchs, –gspinnst, –guff, –krut, –mëʰl, -nadel, –pris, –tanz, –vöjel, –wërk. — Schweiz. 2, 1825. Bayer. 1, 1047.

Muerhëx f. kleiner Fisch, der im Schlamm sich aufhält, Syn. Muergrundel Heidolsh. Dachstn.

Straʰlshëx f. Blitzhexe. ‘Was? Du Strohlshex! Du Dolle; i wurr dich, Trutschel

[Bd. 1, Sp. 397a]
du, recht durchkurranze solle’ Pfm. II 2. ‘Un d’ Lieb, die Strohlshex, schlaat ’m in de Maaue!’ Hirtz Ged. 219. ‘Se lauf denn, du Strohlshex’ sagt Daniel zu seiner Geliebten, indem er sie küsst Stöber Daniel 19. vgl. Grimm Myth. 1026, 1042 Strahlhexen.

Wasserhëx f. Wasserjungfer, Libellula Kerzf.

 PfWB  LothWB  RhWB Wëtterhëx f. Scheltwort für ein altes, zerlumptes Weib, auch für kleine, wilde, unordentliche Mädchen allg. — Schweiz. 2, 1828.

†‘Hexin f. Fisch. Daem. Vorr. Dasyp.

 PfWB  LothWB  RhWB hëxeⁿ allg. hexen, zaubern. Iʰ kaⁿⁿ nit h. nicht Unmögliches vollbringen. Er kaⁿⁿ h. wie banneⁿ iron.: er kann auch nicht mehr als jeder andere Bf. Er het s gschwind aneⁿ ghëxt schnell und oberflächlich gemacht, gearbeitet Dü.; h. macheⁿ über dem Spiel verwirren (Kinderspr.) Str.Schweiz. 2, 1828. Bayer. 1, 1047.

verhëxeⁿ bes. Vieh, durch Zaubermittel verderben Bf.

Part. verhëxt beim besten Willen unfähig, etwas zu thun. Iʰ bin, glauw iʰ, v. Geud. S is wärliʰ alles v. es will gar nichts gelingen Z. ‘Mit dem verhexde Trudle geht ales iwwereggs’ Pfm. II 1. ‘Er isch verhext’ Titel eines Ged. v. K. Bernhard, das einen Verliebten neckt Schk. 150. — Schweiz. 2, 1828.

Hëxerei f. Hexerei, Kunststück allg. Das is jetz auʰ këⁱⁿ H. Geud.