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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Hütt(e) bis Brënnkesselhuet (Bd. 1, Sp. 390b bis 391b)
 
  Hütt(e), Hutte [Hìtə S. Ruf.; Hùtə Hüss. Dollern; Het Su. u. nö. allg.; Pl. –ə] f. 1. Hütte, kleines Haus; bes. Ziegelhütte Hf. Drohend zu einem Wegeilenden: Kumm mⁱr nimmʳ in d Hütte inne! Ruf. Spw. ‘Schöne hütten, schlechte sitten’ Geiler, s. Als. 1862/67, 146. 2. Altar, wie sie am Frohnleichnamsfest auf den Strassen aufgebaut werden Mutzig. 3. Nest eines Eichhörnchens: iʰ hab eine H. gfundeⁿ Hüss. 4. beim Spiel: Ort, von wo weggelaufen und wohin wieder zurückgekehrt wird, Ziel Mü. Stöber Mäder 86. †5. Bruderschaft der Bauleute,

[Bd. 1, Sp. 391a]
deren Haupthütte in Strassburg war, s. Schwäb. 290, wo der Titel ihrer erneuerten Ordnungen von 1563: Grandidier, Essais hist. sur l’église Cathédr. de Str. 421.

Demin. Hüttle O. n. 1. Hüttchen. Rda. Du kumms mⁱr nimmʳ iⁿ s H. nicht mehr in das Haus! Su. 2. Tabaksdose Felleri. Schweiz. 2, 1781. Bayer. 1, 1189.

Eicherlehütte f. Eichhörnchennest Olti. Dollern.

Gustihütt, s. Gusti Seite 242.

Immeⁿhütt f. Bienenhaus Lützelstn.

Klapfhütte f. altes, baufälliges Haus Roppenzw.

huttleⁿ [hỳtlə Co.] sitzen; h. lossen (den Einsatz beim Spiel) stehn lassen.
 
 
huttleⁿ schreien (des Rebhuhns). ‘das Rebhun hüttelt la perdrix cacabe’ Martin Parl. N. 564. — Schweiz. 2, 1780 hutteren.
 
 
Huet [Hỳat Liebsd. Logelnh. Winzenh. K.; Hyət Fisl.; Hŷət Ruf. Hlkr. Ingersh. Z.; Hyt Mutzig Geisp. Illk.; Hŷt Str.; Ht Brum.; Hût Betschd. u. nö. Tieffenb. Dehli.; Pl. Hìat, Hìət, Hît] m. 1. Hut: dr H. ab lüpfeⁿ grüssen Liebsd. ‘Hat der Huht uff’ befiehlt Mü. Mat. 4, 49. Dr hoch H. der schwarze Cylinderhut Str. Z. Von einem Betrunkenen ohne Kopfbedeckung sagt man: Strümpf un Schueʰ het r, awr keinen H. Ruf. JB. IX 122. 2. Helm der Blase, des Brennkessels beim Branntweinbrennen allg. 3. Öffnung der Windmühle, in welche das Getreide eingeschüttet wird Hlkr.

Hüetle, Hüetel [Hìatla Su. Horbg.; Hìètl Bf. K. Z. Ingw.; Hîtl Str. Betschd.; Hêtl Brum.] n. Hütchen. Rda. eiⁿm hinder m (seltener under m Avolsh.) H. spileⁿ hinter dem Rücken eines andern etwas vornehmen, betreiben; hintergehn, bes. durch Verabredung mit einem dritten Su. Bf. Str. Menges Volksmda. 72. Eigentlich von Taschenspielern: vgl. ‘Blindmeuß und Hütlinspiler’ Fisch. Garg. 16. Do sitzeⁿ (huckeⁿ) sⁱe un han Hüetle (Schäüweⁿhüet Str.) uf du wirst doch nicht glauben, dass deinetwegen gerade das Gewünschte sich zur Hand findet: im Spott besonders zu Kindern, welche mit Wünschen lästig fallen (Menges Volksmda. 67) Str. Ingw. Betschd. Vgl. Hess. 180 ‘Ich kann nicht immer da sitzen und ein Hütchen auf haben’ zu jedem Dienste bereit

[Bd. 1, Sp. 391b]
stehn. Oder ist vielleicht an die hilfreichen Erdmännchen im Stall zu denken, welche rote Mützchen tragen? JB. IV 117 (allerdings aus Kreis Forbach). Vgl. auch Letzekäppel. Zss. Huetlad Hutschachtel; –ladeⁿ Hutgeschäft; –macher. — Schweiz. 2, 1783. Bayer. 1, 1190.

Brënnkesselhuet Türkh., Brennhuet Obhergh. m. Helm des Brennkessels; spasshaft: Cylinderhut.