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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
hitte bis Käshutt (Bd. 1, Sp. 388b bis 389a)
 
  hitte [hetə K. Z. Wh.] Adv. hier unten. Kumm ʰera, dr Vater is auʰ h. Brum. Sⁱe woʰneⁿ jetz h. un d alt Frau owenuf Wh. Superl. hitterst [hìtərt Hf.] dr h. der unterste.
 
 
hott [hòt allg.] Fuhrmannsruf an die Zugtiere: rechts! (Gegensatz hüst, jüst! und har!) Hot umme rechts herum Liebsd.; subst. Bezeichnung eines dummen Bauern: es is e so e dummeʳ H. Obhergh. h. ʰrum o h.! h. umme oha! langsam rechts um! Su. h. o, h. ö nach rechts, langsam! h. o jü! hot o hü! Banzenh. h. eⁿwëg! E Stückle (Stückl U.) h. ʰrum faʰreⁿ so pflügen, dass die Erde nach rechts geworfen wird Dü. Bildl. nit jüst un nit h. den geraden Weg Hf. ‘Zwische jischt un hott geht's grad nuss’ Als. 1850, 28. ‘Hott Schäeck!’ Hirtz Ged. 170. Dräjeⁿ Sⁱe sich e bissl h., Herr Parreʳ! sagte ein Waldhambacher, der beim Weggehn leuchtete. ‘Min Zickel ... macht hotterumm’ E. Stöber II 127. ‘Fornen dran, ist Hot Fornen, vff die rechte hand’ Mosch. II 301. Rda. Der is hingeⁿ h. sein Geschäft ist im Rückgang begriffen (hindeⁿ h. geht das schwächere Handpferd neben dem stärkeren Sattelpferd) Geud. Du bis hingeⁿ h., Alterle! du kommst zu spät Ingenh. ‘Do fröau i nix dernoch, geht's nit jist so geht's hott’ Pfm. V 8. — Schweiz. 2, 1771. Schwäb. 282. Hess. 176. Bayer. 1, 1189.

hotten vorwärts gehen, gedeihen. [s Wætər wel net ræχt hotə sich aufbessern Wh.] ‘Es will mit dieser Sache nicht hotten’ Klein. ‘hinach hotten’ nachziehen, nachschleppen Geiler S. M. 6, übtr. sich

[Bd. 1, Sp. 389a]
nach andern richten, von ihnen bestimmen lassen S. M. = Das Buch der sünden des munds Von .. Doctor Keisersperg .. Str. Grieninger 1518. 7, 8; Murner Schelmz. ‘Wan schon manchmahl aller fleiss wird angekehret, so will es doch nicht hotten’ Mosch. II 225. — Schweiz. 2, 1772. Schwäb. 282. Bayer. 1, 1189.
 
 
 PfWB Hottel, Huttel [Hotl Rapp. Bisch. Kerzf. Hipsh. NHof Str. Z. (Kinderspr.); Hùtl Molsh. Ndhsn. K. Z. Ndrröd.; Demin. Hùtələ Weckolsh. Dü. Mütt.; Hotələ Rapp.; Hetələ K. Z.] n. 1. Füllen, junges Pferd; Pferd (Kindersp.) Hottl ji! Zuruf zum Gehn Str. ‘Er isch hyt Nohmedaa nus uf sy'm klaine Hoddel geridde mit em Knecht vor's Wyssedurndoor’ Pfm. III 1. ‘Hottel Pferd’ Klein; vgl. Fülli, Muttel 3 u. Wütsch. Übtr. kleine Kuh Weckolsh.; auf Menschen: er is auʰ keⁱn H. meʰʳ nicht mehr jung Hf. Schlettstadter Hutteleⁿ (Bauern) mit deⁿ Hummeleⁿ (Pferdchen, die infolge des frühzeitigen Einspannens im Wachstum zurückbleiben) Mütt. 2. elender Mensch, Lump Rapp.; wilder, ausgelassener Mensch Molsh. Schweiz. 2, 1772 Hottele. Bayer. 1, 1189.

Jühottel(e) n. Füllen, Pferd (Kinderspr.) Dü. bis Geud.; s. Gogo Seite 204.

†‘hotteln reiten, fahren’ Klein.
 
 
Hutt(e) [Hùtə S.; Hùt Felleri. bis Str.; Pl. –ə] f. 1. Rückkorb, Tragkorb aus Weiden geflochten, worin Hühner, Käse, Holz, Futter, Dung getragen wird; Rückentragbütte, Hochbottich (von 30 Liter Inhalt), worin die Trauben aus den Rebstücken zum Wagen gebracht werden oder auch Most befördert wird. Von der Krätz dadurch unterschieden, dass die H. oben ein Schild zum Schutze des Nackens hat. Rda. Wo bis hër? — Darauf antwortet ein Dritter: Froj doch nit so! er ist dem Teüfl us dr H. gsprungeⁿ Dü. Du bis dürr wie e H. sehr mager Ruf. Syn. [Hóχpìtjə Rchw.; ‘Stantl U.] 2. Rausch: er het e H. Felleri. Su. — Daher frz. hotte.

Zss. Hutteⁿmann.

Demin. Hüttle n. kleiner Rückkorb O. — Schweiz. 2, 1778. Schwäb. 282.

Blihutt [Plíhùt Hüss.; Pl. –ə] m. Bleikugel.

Käshutt f. Rückkorb für Käsehändler Rapp.