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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
heischeⁿ bis Stranghaspel (Bd. 1, Sp. 386a bis 387a)
 
  PfWB  LothWB  RhWB heischeⁿ [haiə Sier. bis Str.; hæiə K. Z.; hèiə M.; hǽə Barr Dehli.; Part. khaiə, khèiə, khǽə] 1. begehren, verlangen. [Wàs hèiə-n-ər fer ùiər Ros? M.] Wënn r mⁱr das Gëld nit bal bringt, so heisch ich s iʰm Dü. [tər ‘Sori (Georg) hèt en tər Mìatər Prût khaia Dü.] Jemand, der mit Reden gefoppt wird, antwortet gleichmütig: Sajeⁿ können iʰr, was iʰr wëˡˡn, h. mⁱr nur keⁱⁿ Gëld! Dü. 2. abs. betteln. Lieber will iʰ stërbeⁿ aˡs geʰⁿ geʰⁿ h. Sier. Si lëweⁿ vom H. Geisp. Scham diʰ für ze h.! ‘I muss doch heische gehn! Do schlich i so um d’ Hüser erum’ Wasselnh. 1817 JB. XI 73. ‘Im vierten Jahr thut er heischen Brod’ aus einem älteren oberels. Volksl. Als.

[Bd. 1, Sp. 386b]
1854/55, 174. ‘heischen betteln’ Klein. ‘was höschent ir?’ Parz. 307; 3. ‘betteln oder heischen’ Str. 15. Jh. Brucker 7. ‘were ouch eins also arme, das es nit den vollen hette und heischen müsste’ ders. 34. ‘was heischt ir dann von einem jeglichen = frz. que demandez vous donc d'un chascun Antw. 15 Rx.Martin Coll. 34. ‘heischen vnd heissen demandez ou commandez’ Martin Parl. N. 39. 3. eineⁿ h. auffordern, gewöhnlich: [tsə Kəmǽnərôt hæiə den Gemeinderat zur Sitzung einladen Hf.] ‘heischen’ Chron. Schweiz. 2, 1754. Schwäb. 271. Hess. 160. Bayer. 1, 1184.

hër heischeⁿ zum Kampfe herausfordern: [ər hèt mr hár khèiə Mb.]

überheischeⁿ überfordern, für eine Ware oder Arbeit zu viel verlangen Liebsd. bis Dü.Schweiz. 2, 1756.

uf heischeⁿ, Part. uf gheischeⁿ den Dienst kündigen, sowohl vom Knecht als vom Herrn gebraucht. [ər hèt em hit ùt khæiə Hf.] — Schweiz. 2, 1756.
 
 
hoschaho! = frz. hola’ beim Anklopfen an die Thür Martin Coll. 8. ‘Hoscha ho’ Rasser Hochzeit ö. ‘hoscha heus, adv. vocantis’ Dasyp. ‘Hoscha ho, sind wir alle do?’ Fisch. Garg. 124; ‘Hoscha, wer weiter kan, der sings fortan’ 133. — Schweiz. 2, 1757. Bayer. 1, 1185.
 
 
hoscheⁿ [hòə Sundhsn.] auffangen, haschen: Du kaⁿⁿs deⁿ Balleⁿ noʰ nit h. — Schweiz. 2, 1758 hoscheⁿ in die Höhe werfen (Ball).
 
 
 PfWB  RhWB Husch(e), Huscher [Hùə Liebsd. Baldersh.; Hù O. bis Str.; Ho Bf.; Hy Z. Betschd. Rothb. Rauw.; Hyər m. Lobs.] f., meist Pl. –eⁿ. 1. Schlag mit der Hand, bes. Ohrfeige: e par Huscheⁿ gën; du bekumms, kris H.! Z. Rothb. 2. Strich (beim Kämmen). ‘nach dem Gargantua ... nun angefangen sich ... zu kemmen vnnd zu reiben, da fielen zu einer jeden huschen vbersich vnd jedem abzug vntersich herauss mehr dann sieben Ballen Kugeln’ Fisch. Garg. 374. ‘den gewalt vnd empfangene husche ... geklaget’ Mosch. I 120. ‘Husch Ohrfeige’ Klein. Demin. Hüschele n. kleiner Schlag mit der Hand (selten) Dü. Schweiz. 2, 1759. Schwäb. 293. Hess. 180. Bayer. 1, 1185.

[Bd. 1, Sp. 387a]

huscheⁿ [hùə Liebsd. bis Ndhsn.; hyə Illk. Lobs.; hoə Bf.] ohrfeigen. Er is ghuscht woreⁿ. Dëʳ will iʰ h.! Dü. Pass uf, ich wur dⁱr glich e par h.! Hopla, het er iʰm eins ghuscht Hlkr.Schweiz. 2, 1760. Hess. 180. Bayer. 1, 1185.
 
 
Haspel [Hàpl allg.] m. 1. Haspel, zum Garnwinden des gesponnenen Fadens von den Spulen. Volksrätsel: vier Brüeder renneⁿ enandr noʰ un sin allewil glichliⁿg wit vunandr, un s fangt keⁱneʳ dr andr Obhergh. 2. Wellrad an der Kelter. 3. übereilter, unüberlegter, zerstreuter Mensch, bes. jemand, der sich in der Eile leicht verspricht. Der H. macht alles nur halb. ‘Haspel unbesonnener, leichtsinniger Mensch’ Klein. Schweiz. 2, 1760. Schwäb. 264. Bayer. 1, 1185.

Gaukelhaspel [Kœyklhàpl K. Z.] m. 1. Haspel zum Aufwinden der Schütteⁿ des gesponnenen Garns. 2. Tollpatsch, Scheltwort für Leute, die alles verkehrt anfangen, bes. auf erwachsene Kinder angewendet: du bis e rëchter G. Geud.

Stranghaspel m. Fehler, der besonders beim schnellen Abhaspeln des gesponnenen Garnes auf einer Spule dadurch entsteht, dass der Faden über einen Arm herunterspringt Bf. Dunzenh. Z. in manchem Hausswesen wirfft er einen stranghaspel vnder’ Mosch. I 264.

Zss.