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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Hus bis Dumeⁿhüsel (Bd. 1, Sp. 382a bis 383a)
 
  Hus [Hýs S. Str. Han.; Hys Liebsd. Su. Dü. Winzenh. Logelnh. M. Rapp. U. W.; Pl. Hýsər Sier.; Hísər Su. bis Saarunion; Hísərə Wh.] 1. Haus. S geʰt im H. es geht ein Gespenst im Haus um Mutzig. 2. Hausgang. Iʰ ha d Hölschueʰ im

[Bd. 1, Sp. 382b]
H. steʰⁿ lossen; iʰ ha si nit in d Stub welleⁿ bringeⁿ Dü. 3. Gehäuse, Rücken einer Axt, Hacke: s H. an dr Axt Sier. Osenb. Rda. Wëⁿⁿ maⁿ d Lüt kënnt un d Hüser weisst, is guet z bëttleⁿ O. E H. uf eineⁿ böüjeⁿ fest auf jemand vertrauen. Komms auʰ in min H.? du spielst auch einmal meine Farbe (im Kartenspiel) Hf. Er tribt miʰ fas voⁿ H. er bringt mich fast von Sinnen [fà Hýs] M. Iⁿ eineme H. so gross wie dr Rhin ghört nummeⁿ eini Frau nin Obbr. E Zorn (Wuet) so gross wie e H. Su. Str. ‘E Zorn bekummt m'r do noch grösser als e Hus’ Hirtz Ged. 175. Das is e Mann wie e H. Altw. s. auch Infall Seite 104. 4. Haushalt. Spw. Mit vilem halt meⁿ H., Mit wenig kommt men aüʰ us Bf. ‘Wiltu haben dein huss suber, so hüt dich vor münchen, pfaffen und duben’ Geiler, s. Als. 1862 67, 145. Demin. Hüsle, Hüsel [Hísla Sier. Su. Winzenh.; Hísli Heidolsh.; Híslə Hi. Steinb. Co.; Hísl Felleri. U. W.] n. 1. Häuschen. 2. Abort Hi. M. 3. Schlinge in den Litzen des Gewebes, wodurch die Zettelfäden gehn Bf. 4. weibliche Scham (Kindersp.) Hf. Wenn das Kind die ersten Gehversuche macht, ruft die Mutter in kauernder Stellung: Kumm in min schön Hüsele! U. Rda. Us em H. sin ausser sich sein vor Zorn, Mutwillen, Freude. Us em H. faʰreⁿ in Zorn geraten. Us em H. bringeⁿ, macheⁿ in Zorn bringen Heidolsh. S fëʰlt iʰm im H. er ist nicht recht gescheit, ist verrückt Heidw. ‘s kummt e Misele In's Kindels Hisele, Macht griwes, grawes!’ U. Stöber Volksb. 39. Vgl. Kräwisele. ‘Der Brief, i saa ’s, Dorthee, i gäbd ne for e Hiesel nit her’ Pfm. V 5. Zss. Hus(er)haltung; Huslüt; –mann; –rotschwänzele; –teüfel, s. Gassenëngel Seite 54; –tʰür. — Schweiz. 2, 1700. Bayer. 1, 1176.

 PfWB Akeneˢseⁿhus [Àkənésəhys Str.; Àkənásəhys K. Z.] n. das Diakonissenhaus in Strassburg. — Di- als Artikel aufgefasst und weggelassen.

Barrierhüsle n. Bahnwärterhaus. — der 1. Teil ist frz. barrière.

Beinerhüsel [Pǽnərhísl K. Z. Oermi. Saarunion] n. 1. Gebeinhaus auf dem Kirchhof. 2. magere Person K. Z. Schweiz. 2, 1720 Beinh.

Beckeⁿhus n. Bäckerhaus Str.

[Bd. 1, Sp. 383a]

Blochhüsle [Plòχhísla Su. NBreis.; Plòhísla Osenb.] n. Dorfgefängnis. Man droht den Kindern, die auf dem Felde stehlen: Du komms ins B. [Wàrt, tr Falpàmərt kheit ti in s Plòhísla!] — Schweiz. 2, 1722.

Blotterhus n. Blatternhaus, überh. Spital Geiler P. II 3; nach dem Einfall des sog. amerikanischen od. französischen Übels, der venerischen Krankheit, damals Blattern genannt, welche abgedankte franz. Soldaten 1495 nach Strassburg gebracht, wurde 1499 (s. B. Hertzogs Chronik) ein besonderes Spital, Blotterhus, auch Blosen-Haus für die davon befallenen Kranken gebaut, welches jedoch später, wie die übrigen kleinen Krankenanstalten mit dem grossen Bürgerspital vereinigt wurde. Die Kranken wurden von Laienbrüdern, Begharden oder Lolharden gepflegt, in Strassburg Blotzbrüder oder Blatterbrüder genannt St.Schweiz. 2, 1722.

 PfWB  RhWB Brënnhüsel [Pranhísla Logelnh. Dü.; –hísl U.] n. kleines Gebäude, worin sich der Brennkessel befindet.

Buchhus, Buchhüsel [Pûχhùs Felleri.; Pyχhys Dollern; Pyχhísla Dü.] n. kleiner Anbau oder Häuschen, worin sich der Brennkessel befindet; Waschküche. — Schweiz. 2, 1719.

Bureⁿhus [Pýrəhýs Str.; –hys U.] n. Bauernhaus. Demin. –hüsl: Rda. Nit um e Bureⁿhüsl um keinen Preis Str.Schweiz. 2, 1721.

Dumeⁿhüsel n. Häuschen so gross wie der Daumen; Zwerg Bf.