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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Horn bis Waldhorn (Bd. 1, Sp. 374a bis 374b)
 
  Horn [Hôrn Mü.; Horn M.; Hòrn fast allg.; Pl. Hǽrnər Mü., Hèrnər] n. 1. Horn. 2. Beule an der Stirne K. Z. Prinzh. s H. abrënneⁿ auf ein übermächtiges Hindernis stossen Bf. 3. lange Nase Bisch. 4. Fühler der Schnecke Hi. U. Kinderliedchen: Schnëck, Schnëck, kumm ʰerus, strëck dinni Hörner ʰerus! Bisch. 5. Blasinstrument. ‘heersh diä häärnär bloosä?’ Landsman Lied. 98. Rda. Iʰ mein, iʰ heig Hörner uf, wenn man allgemein angeschaut wird, etwa wegen einer Auffälligkeit in der Kleidung Su. Wie älter dr Bock, wie härter s H. alte Wüstlinge, Sünder sind die schlimmsten Dü. Z. Hörner im Kinderspiel Seite 325. 6. Hornhaut. ‘Er het jo so viel Horn an sine Hand’ FrançoisikHusm. 39. ‘’S Horn an de Finger het no’ wenni Lyt verschändt’ Pfm. II 6. Zss. Hornesl Schelte für einen Dummen Z. Demin. HörnIe, Hörnel [Hèrnlə O.; Hèrnl U.] n. 1. kleines Horn. 2. Geschwulst auf der Stirn. 3. Jägerhorn. — Schweiz. 2, 1615. Bayer. 1, 1164.

Bockshorn n. in der Rda. in e B. jageⁿ in Angst versetzen M. ‘Ich red uss keim bockshorn’ ohne Umschweife und klar Geiler, s. Als. 1862/67, 136. ‘Einen ins Bockshorn zwingen’ ebd. — Schweiz. 2, 1623.

Grüselhorn n. Horn, das auf Anordnung des Rates von 1349 ab auf ewige Zeiten zweimal in jeder Nacht vom Münster herabgeblasen werden sollte, den Juden zur Schmach und zur Schande Str. Stöber Sagen II 254. 363; Syn. Grusel (s. d. Seite 283) Brucker 509.

Haspelhörnle n. Pl. Haspelstäbe Bf.Schweiz. 2, 1621.

Hirzhörnel n. 1. Hirzhörnchen auf dem (württemb.) Wappen von Rchw. 2. feines Gebäck mit Mandeln, in schwimmender Butter gebacken; in Form von Hirschgeweihen Hf. Ingw. Lützelstn. (in Str. Schwoweⁿbrödl). — Schweiz. 2, 1621.

Löschhorn [Lèhòrn NBreis.] n. grosse Nase, so dass sie in der Kirche als Löscher gebraucht werden könnte. ‘Un hart dernewe leyt e Löschhorn (Nase) wo emol for Geld ze sehn isch gsin’ Pfm. III 4. Demin. Leschhörnle O., –hörnel U. n. 1. umgekehrter Napf an langer

[Bd. 1, Sp. 374b]
Stange, womit die Wachslichter in der Kirche ausgelöscht werden Dollern Co. Str. 2. grosse Nase: e Nas(e) wie e L. sehr grosse Nase Rädersd. bis Str. Schweiz. 2, 1622.

 PfWB Nashorn n. Mann mit grosser Nase Str. ‘Jez duet dem Nasehorn syn Prockerader rothe dass er e Gejeklaau im Judde-n-anhenkt’ Pfm. III 4.

Pfingsthorn [Pfįthòrn Olti.] n. Blasinstrument aus Weidenrinde. Synon. Waldhorn.

Schnëffhörnel [‘Snafhèrnl Schwindratzh.] n. Malermuschel, Unio pictorum.

Schrëpfhörnle O., Schrëpfhörnl Rapp. U. n. 1. Schröpfkopf. Trockeⁿdi Schrëpfhörnle; bluetichi Schrëpfhörnle ufsetzeⁿ; d Schrëpfhörnle schlaujeⁿ schlagen Hf. 2. kleines Bierglas: Zeij, reich mⁱr noch so e S.! Mutzig Hf. ‘Schràpfhernle’ Lustig I 76. ‘Butz disz Glasz, feg jens Suppenkar, was sollen die Laszköpflin, die Fingerhüt, die Schrepffhörnlin, die Plackhörner?’ Fisch. Garg. 126. — Schweiz. 2, 1624.

Waldhorn n. Blasinstrument aus spiralförmig gewundener Weidenrinde Hi. K. Z.Schweiz. 2, 1625.