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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
hunzeⁿ bis Häperle (Bd. 1, Sp. 359b bis 360a)
 
  hunzeⁿ [hûntsə Roppenzw.; hùnsə Ndhsn.] 1. schwere Arbeit verrichten: wie dër uf dëm Bodeⁿ h. muess! 2. unordentlich arbeiten: er hunzt alles grad so ane. — Schweiz. 2, 1478. Bayer. 1, 1139.

us hunzeⁿ Dü. U. Rauw. 1. ausschimpfen, grob schelten: er het miʰ vor alleⁿ Lüteⁿ us ghunzt Hf. ‘Un wurd noch ale Ritt usghunzt wie ’s Lumbegsindel’ Pfm. II 1. 2. verklatschen: Jetz wo si eⁱnander üwerall us ghunzt hän, flattiereⁿ si eⁱnander wider Dü. Schwäb. 291 hundsen.

verhunzeⁿ [fərhùntsə Steinbr. Obhergh. Logelnh. NBreis. Hf. Dehli.; fərhyntsə Lutterb. Geud.; fərhønsə Bisch.; fərhùnsə Ndhsn.] 1. eine Arbeit, ein Geschäft verderben aus Mangel an Geschick und Verstand, verpfuschen, zu Grunde richten. ‘Verhunz Si nit my'm Kind syn Ehr’ Pfm. IV 7. 2. = us hunzeⁿ ausschelten. — Bayer. 1, 1139.
 
 
Hap, Häp [Háp Hlkr. Logelnh. Co. Horbg.; Hap M.; Hàw Kindw.; Hép Lützelstn.; Hêp Rauw.; Hep Wh.] f. Axt mit langer Schneide, bes. zum Abhauen von Ästen; Handbeil, Hacke, Haumesser, Hackmesser. Synon. Säʰsle [Sásla Horbg.] Demin. Häple [Háwlə Hlkr.; Hápl Co.] n. kleines Haumesser. ‘Heep Sirpicula, falx putatoria’ Dasyp. ‘Falx putatoria Rebmesser, Häp’ Gol. 54. —  DWB DWB. 4, 2, 471 Häpe, 999 Hepe, Heppe; 1552 Hippe. Schwäb. 251. Bayer. 1, 1139 Heppen.
 
 
 PfWB Happel [Hàpl Scherw.] m. Tölpel. vgl. Dappel. — vgl. Schweiz 2, 1479 Hapeli schwaches, unbeholfenes Mädchen. Hess. 150. Bayer. 1, 1130 Happeler.

häppleⁿ [haplə Geud.] täppeln, unsicher und ungeschickt gehn, bes. von Kindern in den ersten Tagen ihres Gehens: er kann schon e bissl allein h. Auch von älteren Personen, die ungeschickt

[Bd. 1, Sp. 360a]
herumstolpern. — Schwäb. 252 happeln. Bayer. 1, 1139.
 
 
Häpi, Häp [Hápi Olti. Fisl. Roppenzw. Hi. Hattst. Geberschw. Su. Obhergh. Katzent. Meiss.; Háp Scherw.; Ápə M.] m. n. meist Pl. Kartoffel (Kinderspr.) Demin. Häbele [Hápala NBreis. Ingersh. Rapp.] n. — Menges JB. XIII 189 denkt an Abkürzung aus Hápèpfl für Hártèpfl. Nach Schweiz. 2, 938 Häbeⁿ aus Hertbir; Basel 163 Harpi.
 
 
 PfWB  LothWB  RhWB Häp(e) [Hápə Heidw.; Hapə Mü.; Hap Steinb. NBreis. M. Meiss. Molsh. Mutzig Ndhsn. Str. Brum. Schleit.; Hép K. Z.; Háp Betschd.; Pl. –ə, Háwə Betschd.] f. Blasinstrument der Kinder aus Weiden- oder Pappelnbast. Ein 5—10 cm langes und federkiel- bis kleinfingerdickes Stück eines Zweiges wird im Frühjahr, wenn der Saft eingeschossen ist, durch Beklopfen von seiner Rinde entblösst, die Rinde spiralförmig aufgerollt, so dass unten eine grössere Öffnung bleibt, und dies Rohr durch die Lippen etwas zusammen gepresst. Beschwörformel: H., H., grot! Odr iʰ schlä (schla) diʰ tot! Betschd. Vgl. Alem. XX (1892), 194. ‘bol wird erschalle Fröhlig wieder d’ Häppe drin’ Lustig I 429. 2. Jägerhorn Steinb.; Trompete Heidw. Zss. Häpeⁿholz saftiges Weidenholz Molsh.

häpeⁿ [hápə Steinb. Str. Brum. M. NBreis. Dü. Meiss. Mutzig; hépə K. Z.] 1. in's Horn, in die Weidenpfeife blasen; auch Clarinette u. a. blasen. 2. eins h. (ein Glas) trinken, übermässig trinken: der kann guet h. Ruprechtsau.

häpleⁿ, häpereⁿ [hêplə Zinsw.; hápərə Molsh. Betschd.; hapərə Kerzf. Ndhsn. Zinsw.] gemütlich, langsam trinken, saufen.

Häperle [Hêpərlə Roppenzw.] n. kleiner Rausch.