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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Hans bis Hans Trapp (Bd. 1, Sp. 356b bis 357b)
 
  Hans [Hàns fast allg.; Hànts früher Hànəs M.; Hns Lamperth.] Abkürzung von Johannes. Hofnamen: s Bläseⁿhanseⁿ, aus Bläs Johannes Ingenh., s Bureⁿhanseⁿ Dunzenh., s Wolfeⁿhanseⁿ Zöbersd., s Schniderhanseⁿ Schillersd. Der allgemeinste Name: e jeder H. findt siⁿ Gretl, und darum auch zum Träger schlechter, lächerlicher Eigenschaften gewählt. Bezeichnung eines gutmütigen, allzeit dienstfertigen Menschen, dem man zuruft: H.,

[Bd. 1, Sp. 357a]
hënk dr Mon useⁿ! (In Dunzenh. wird diese Rolle dem Michel zugedacht). H., warum hes d Stërn noʰ nit aⁿzundeⁿ? Ruf. Das männliche Wesen bezeichnet er, wenn eine grosse, starke Weibsperson eⁱⁿ festeʳ H. heisst Steinb. Auch Pferde werden so benannt. E rëchter H. Tölpel. Ich will H. heisseⁿ, wënn s nit woʰr is Str. U. Deⁿ H. macheⁿ prahlen (s. Grosshans) Str. Liedchen: Dr H. im Schnokeⁿloch het alles, was r will; un was r will, das het r nit, un was r het, das will r nit: dr H. im Schnokeⁿloch het alles, was r will allg. Diese Bezeichnung des Unzufriedenen ist von Ad. Stöber weiter ausgeführt, von Theophil Schuler illustriert worden. Ob eine lokale Anknüpfung an einen Wirt in der Umgegend von Strassburg an der Strasse nach Lingolsheim berechtigt ist (Els. Samstagsblatt 1859, 212), steht dahin. Unser H. is oʰ e Pfaff, aber noʰ keⁱⁿ Priester Hi. Wenn einer etwas berichtet, fragt der Zuhörer wohl: [Wèr hèt s ksât? — Ausweichende Antwort: Tr Hàns Pár mit tr làə ‘Sár!] Sulz u. W. Andere Kinderreime: Wer? — Dr Hans Bär; oder: Wie heis? — Hans Geist! — Wie noch? — Hans Bloch. — Wie meʰʳ? — E Säckle voll Flöʰ Hlkr. Obhergh. (voll dürreʳ Klee Ingw.) Z. (Wie wenjer? — E Säckl voll Körner Str.) Stöber Volksb. 176. Hansl, zeiʰ am Riemeⁿ! Am Undertor is niemeⁿ, Am Öwertor is Vöjelgsang: D fuleⁿ Lüt di schlofeⁿ lang Ingw. H., H. Dubeⁿdanz, geʰt ni gërn in Roseⁿkranz! Hi. Neckreim: Dr H. is kridewiss, het roti Backeⁿ, an Lüs wi Flëddermüs an Flöʰ wi Ratteⁿ Berstett. Kinderlied: Dr Hansele am Bach het luter guet Sach, het Fische gfangeⁿ un Krëbse heim brocht Hi. Scherzhafte Alliteration: [Hàns, sâk tsəm Hàns, tər Hàns hèt ksait: i sòt em Hàns sâkə, ər sòt t Lôkələ àn tər Wâkə hakə] Illz. H. het hinger s Herʳeⁿ Hüeʰnerhus hundert Hoseⁿ hënkeⁿ Hi. Anderwärts: Hinder s Hirteⁿ Hanseⁿ Hus hënkeⁿ hundert Haseⁿ hus (oder Haseⁿhüt), was dann mit Umkehr der Reimzeilen wiederholt wird Ruf. Molsh. Bf. Ingw.

Hans in allen Gassen: ‘Ardelio ein unrwiger mensch, der sich aller Ding annimpt’ Gol. 253.

[Bd. 1, Sp. 357b]

Hans um und um: ‘Sie waren allenthalben wie Hans umb und umb daheim’ Mosch. I.

 PfWB Hansdampf einfältiger Tropf (Schimpfwort)’ Klein. ‘mit dem Hansdampf do’ Burger-gespräch 16.

Hansdamplereieⁿ Pl. Dummheiten, dumme Spässe: ër het allewil so H. im Kopf Obbruck.

Zss.  PfWB Hansdännel eigensinniger, hochmütiger, über alles absprechender Mensch Str. Hans Daniel kam früher als Vorname in Strassburg sehr häufig vor.

Hanßdarm ‘du seiest ein H.’ Rasser Hochz. 1 T., 5 A.

Hans Gispel m. unruhiger Mensch.

Hanskasper drollige, spasshafte Person Ruf. Demin. Hanskasperle.

Hansmichel Spassmacher, der die Gesellschaft durch seine lustigen, närrischen Einfälle erheitert; vielleicht nach dem Titel des vielgelesenen, schwänkereichen Kalenders ‘Der lustige H.’ Ruf.

 PfWB Hans Trapp U. Der Name dieses schreckhaften Begleiters des Christkindes mit Besen und Sack (s. das Bild von Th. Schuler in Hottinger ‘Elsass-Lothringen’ 320) oder des Santiklaus soll von Hans von Tratt, einem grausamen Ritter herstammen, der im 15. Jh. auf der Veste Berwartstein, gewöhnlich Berbelstein genannt, bei Weissenburg, hauste und der Schrecken des ganzen Landes war; s. Ohleyer Als. 1853, 141. Der H. T. bläst den Kindern, die nicht folgen wollen, die Augen aus Als. 1852, 146. JB. III 132.