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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
hënkeⁿ bis Hënkel (Bd. 1, Sp. 355a bis 356a)
 
  hënkeⁿ [hakə allg.; hækə Str. Wh.] 1. trans. henken: dr Kopf h. trotzig sein Su. Wëjen dem Dënkeⁿ kaⁿⁿ mr niemeⁿ h. Dü. Dis ghört zuem H. (Urteil über einen, der sich erhenkt hat) Geberschw. Wëⁿⁿ mr s H. gwoʰnt is, so macht eiⁿem s Bambleⁿ nix Su. Gebw. Sagt jemand nach dem Essen: ich hab genue, so antwortet man: Ze (so) hënk diʰ! Str. K. Z. Spw. Wer lang het, losst lang h. Z. Rda. [ər lost hakə wàs plpəlt] ist nachlässig M. ‘min ingesigel geton henken an disen Brief’ Str. 1390 Brucker 202. ‘ir schiben und geschirre daran hencken’ Str. 1499 Brucker 163. ‘Vnd sie wider hencken dran’ Murner Mühle 103; erhängen: ‘Wann man einen henken will, so bereitet man ein gut mol (das Henkersmahl) vor’ Geiler, s. Als. 1862/67, 145. ‘Den 29. January 1633 seindt bei Hesingen, ein stundt von Basel 48 bauren wegen auffruhr an drey bäuwm gehenckt worden’ Als. 1862/67, 182. 2. intrans. hängen: d Wäsch hënkt uf dr Büʰn dem Speicher Bf. (die Flügel) h. un lappeⁿ loˢˢn Hf. Iʰ möcht wisseⁿ, wo s hënkt, ass r nit kummt Dü. S is nur noch an eineme Fädele ghënkt es fehlte nur wenig Dü. S Hërz is mⁱr aⁿfangeⁿs ame Schnüerel ghënkt ich begann grosse Nüchternheit zu spüren Bf. Er hënkt ari an dem Kind liebt es sehr. ‘D’ Strosburyer sinn so: sie sinn nit gern wexiert, awwer sie verstehn G'schpass, wenn er guet isch, un henn üewwerhaupt ’s Herz uff em rechte Fleck. Sie henke-n-an ihrer Stadt un an de-n-alde vadderländische Traditione un diss mit Recht’ Pick Büch. 10. Rda. eiⁿm am Sack h. sich fortwährend unterstützen lassen, bes. wenn erwachsene Kinder auf Kosten der Eltern leben Dü. H. bliweⁿ 1. Geld schuldig bleiben Str. (an imand h. b. jemandes Gläubiger sein Wh.) 2. im Wirtshaus oder sonst bei Freunden verweilen Dü. Ingenh. Schweiz. 2, 1455. Bayer. 1, 1133.

an hënkeⁿ 1. anhängen (Fensterladen o. ä.) 2. zuwenden: iⁿ dëm tʰät er alles a. Su. 3. zum Nachteil zuschieben:

[Bd. 1, Sp. 355b]
ein Haus anschwindeln Su.; einen Strich im Kartenspiel, eine Lüge, einen Rausch (Olti. Z.) beibringen: he, du woˡˡts mⁱr gërn ein an h. einen Bären anbinden Olti.; äm zeʰn Mark an h. jemand um 10 M. betrügen Wh.; anstecken (mit einer Krankheit) Z. [emə Mèitlə ə Khįt oder įs â hakə M.] ‘Dass er e Gejeklaau im Judde-n-anhenkt glych’ Pfm. III 4. — Schweiz. 2, 1458. Bayer. 1, 1133.

dran hënkeⁿ 1. an etwas aufhängen; 2. auf etwas verwenden (Geld, Mühe) U.

i(n) hënkeⁿ allg. 1. einhängen, z. B. eine Kette mit dem Haken in ein Gelenk. 2. eiⁿm in h. tüchtig prügeln, überhaupt strafen: dem hab iʰ aber inghënkt! Roppenzw. Der het inghënkt kriejt Str. Mach nit, ass iʰ dⁱr eⁱⁿ par iⁿ hënk! Rapp.; ein Zugtier schlagen. Dem haⁿ si iⁿ ghënkt den hat das Gericht schwer bestraft Su. Das het ⁱʰm iⁿ ghënkt die Krankheit hat ihn arg mitgenommen Su. Schweiz. 2, 1461.

uf hënkeⁿ 1. erhenken: er het siʰ uf ghënkt Dü. 2. = an h. einem etwas zu dessen Nachteil verkaufen Z. Schweiz. 2, 1458.

um hënkeⁿ Part. umghënkt umhängen: Sack um die Schultern; an einen andern Ort: s Wëlschkorn (zum Trocknen) Dü.Schweiz. 2, 1458.

us hënkeⁿ aushängen. Rda. jetz hënkt er awer us legt los, zahlt die Zeche der Tischgesellschaft Z. Synon. Wind macheⁿ. — Schweiz. 2, 1462.

ʰerus hënkeⁿ heraus hängen: Ah, do hënkt s ʰerus un bamblt nit ach so, hieran fehlt es; deswegen! (von einem erst allmählich entdeckten Hindernis) Dü. ‘Ah, henkst mir do herus?’ Burger-gespräch 18.

verhënkeⁿ an einen unrichtigen Ort hängen z. B. in der Weberei: dr Leʰrjung het s Gschirr verhënkt, so dass das Muster nicht heraus kommt Bf.Schweiz. 2, 1462.

 PfWB zsammeⁿ hënkeⁿ beim Spiel (Kegeln u. ä.) das Verspielen beider Parteien, so dass weiter gespielt werden muss, um die Entscheidung zu erhalten Pfetterhsn. Hf.; Syn. zsammeⁿ macheⁿ Z. Subst. e Zsammeⁿghënkteʳ ein Mensch, dessen Glieder nur lose zusammen zu hängen scheinen Strüth Co.Schweiz. 2, 1463.

[Bd. 1, Sp. 356a]

Hënkel m. Handhabe an Körben Lutterb.Schweiz. 2, 1455.