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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Halt bis vor bhalteⁿ (Bd. 1, Sp. 329a bis 330a)
 
  Halt in

Ghalt [Khàlt Banzenh.] n. Abteilung eines Kastens, Schrankes usw. ‘die Gehalter der Cabala Fisch. Bin. 69. Syn. Fach. Demin. Ghältli. — Schweiz. 2, 1218. Schwäb. 256 Gehalt Zimmer. Gehalter Kasten. Bayer. 1, 1101 ebso.

halteⁿ [hàltə allg.] ohne Umlaut: du halts, er halt(et); Part. ghalteⁿ intrans. 1. anhalten, aufhören. Halt! ich will auʰ mit Brum. Es haltet mit Rëgneⁿ hört auf zu regnen Su.; s Wasser halt im Këller bleibt nach heftigem Regen im Keller stehn Hf. Jetz weiss ich, wie ich halt woran ich bin Hf. Er halt (lebt) nimm lang Z. Halteⁿ wü e Mur stille halten wie eine Mauer und gewähren lassen, namentl. von einer Kuh beim Stier, auch obsc. Z. JB. VII 196. trans. 2. halten, in der Rda.: Halt d Schnurr, s Mul: schweig! Su.; derb: halt s Mul zuem A.! Z. sonst hebeⁿ. 3. feiern: die halteⁿ keⁱnⁿ Sunnti un keⁱnⁿ Firti Z. ‘so

[Bd. 1, Sp. 329b]
balt Fraw Pecunia jhren einzug haltet’ Mosch. I 665. 4. pflegen: Spw. ‘Bi de alte isch me guet ghalte’ Mü. Mat. 5, 58, ähnl. U. 5. leiten: ‘der solichs tt oder der spiel haltet’ Str. 15. Jh. Brucker 44. 6. elliptisch: Spw. ‘Verspräche unn halte sin zweierlei’ Mü. Mat. 5, 53. ‘Verheissen ist Edelmnnisch, halten ist Bwrisch’ Mosch. I 415. ‘Frawen sagen den mannen vil und halten wie ein ful armbrust’ Geiler, s. Als. 1862/67, 141. †7. halten für ansehn als: ‘Ess sind Leutte, mann haltet sie fr die Frmmeste vnd Heiligste’ Mosch. I 4. — Schweiz. 2, 1224. Bayer. 1, 1199.

 PfWB  RhWB ab halteⁿ zurückhalten Winzenh. Bf.

a(n) halteⁿ [âhàltə Mü. Su. Bf. Ndhsn.; ân hàltə Str. Hf. Han. Betschd. W.; ôn h. K. Z.] 1. andauern: der Rëjeⁿ halt jetz schon acht Ta an Hf. Schwinefleisch halt besser aⁿ wirkt länger nach aˡs Kalbfleisch Bf. 2. dringend bitten: um Gottswilleⁿ an h. Su; an h. wie e Heid ein Zigeuner Z.; wie e Bëttler am Wëj U.; für Gott un nōʰ Gott an h. Hf. Bi eiⁿm um guet Wëtter an h. um Verzeihung bitten. 3. um die Hand eines Mädchens bitten Hf. ‘Wenn Dü wisse thàtsch, wie-n-er als thüet ahalte!’ Lustig II 357. — Schweiz. 2, 1227.

 PfWB  RhWB dra(n) halteⁿ Gewicht auf etwas legen allg. Iʰ halt draⁿ, ass er eppes lerⁿt Su.

bhalteⁿ allg.; Conj. iʰ bhialt Liebsd.; Part. bhalteⁿ M.; behaltⁿ Völlerdi.; gebhalteⁿ U.; gebhaltⁿ W. vergl. gəpaldə pfälz. Heeger 25: behalten. Rda. Er is nit voⁿ Gëberschwir, er is voⁿ Bhalt miⁿ Sach er ist geizig Su. Er bhalt was er het, ªs ander git er iⁿ deⁿ Armeⁿ Barr; im Gedächtnis behalten Hf.; trächtig werden (von einer Kuh) Su. Ingersh. als man singt Hastu mich genommen, so mustu mich behalten’ Fisch. Ehez. 321, 30. — Schweiz. 2, 1237. Bayer. 1, 1101.

an bhalteⁿ am Leibe behalten. Hes du dini verschlorpti (niedergetretenen) Schueʰ aⁿ gebhalteⁿ? Bf.

 PfWB in bhalteⁿ [í phàltə Su.; e phàltə Z.; Part. ekəphàltə Z.] einbehalten, als Pfand zurück behalten, speciell vom Lohn oder Eigentum eines Dienstboten.

uf bhalteⁿ aufbehalten, den Hut auf dem Kopf Su. U.

[Bd. 1, Sp. 330a]

 PfWB vor bhalteⁿ ein Vorrecht auf etwas behalten, speciell vom Bauern, der die Meisterschaft abgibt: ich hab mⁱr vier Par Tuweⁿ Hf., s Rëcht in dr Kleinstub vor gebhalteⁿ Ingenh.