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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Hock bis Nësthocker (Bd. 1, Sp. 317b bis 318b)
 
  Hock, Huck [Hok O.; Hùk U.] m. 1. Sitz. Uf eiⁿm H. auf ein Mal, ohne aufzustehn Steinb. Das is dr ganz H. vom Sitz das ist der ganze Witz, die Auflösung des Rätsels Winzenh. 2. Nachsitzen in der Schule: gël, du hes wider e Stund H. ghet? Brum. Schweiz. 2, 1120.

 PfWB  RhWB hockeⁿ, huckeⁿ [hòkə Liebsd. bis Rapp. Hf.; hùkə M. Str. Brum. AEckend. Prinzh. Betschd. Schleit. Aschb.] 1. sitzen, bes. in kauernder Stellung: er is dert ghuckt wi dr Vaujl uf dm Zwi Hf. h. wie ne Pfund Drëck träge dasitzen Co. Iʰ biⁿ uf dem Ross ghockt Hirzfn. Er huckt

[Bd. 1, Sp. 318a]
deⁿ ganzeⁿ Ta im Wirtshus Schleit. Er is huckeⁿ (stecken) bliweⁿ (mit dem Wagen o. ä.) Dü. Er het sini Froü un sini Kinder h. lon im Stich gelassen Dü. ‘I glaub, si welle do uns hukke lon’ Pfm. I 6. ‘Mich hukke lon, diss duet er syn Lebdaa nit’ ebd. Wo bis wider ghockt? wo bist du wieder gewesen Banzenh. Er hockt sitzt im Gefängnis Str. U. Dr Pfarr huckt Beicht sitzt, um Beichte zu hören Aschb. Im Käs h. in Verlegenheit sein Heidw. Eiⁿm uf dr Hub, uf em Hals h. durch Besuch lästig fallen Fisl. [ùf èim hùkə we tr Tèifl ùfərə àrmə Sièl jemand quälen, verfolgen M.] Do huckt s da steckt das Hindernis, die Schwierigkeit. ‘Hukt do die Luus (Mus) im Krutt?’ Will's da hinaus? Pfm. I 5. Rda. Jo, do huckt s un het e Hüetl uf du meinst, das wäre sogleich zur Hand Str., s. Huet. 2. sich setzen, auch reflexiv (Wh., nie refl. M.) Hock do ane! setze dich dorthin Roppenzw. Hock uf deⁿ Bodeⁿ wi d Herreⁿlüt! Rapp. Huck dich uf deⁿ Bodeⁿ, ªnoʰ traujeⁿ (tragen) dⁱr d Müs auʰ keⁱⁿ Stroʰ under s Loch NHof Brum. Uf einⁿ h. verfolgen, zu verderben suchen Hf. Druf ghockt! gestochen! Zuruf im Kartenspiel Hf. Hock vor ammiʰ Verdrehung des Fluches Gott verdamm miʰ Olti. ‘Er lass es hucken (ruhen) und nem sich anders Dings an’ Geiler S. M. 19ª CS. Synon. hureⁿ. Das Wort huckeⁿ wird von der jüngeren Generation als unanständig empfunden und mit sitzeⁿ vertauscht. — Schweiz. 2, 1122. Bayer. 1, 1049.

 PfWB ab hockeⁿ absitzen, sich niedersetzen Liebsd. Hi. Olti.Schweiz. 2, 1123.

hin hockeⁿ sich hin setzen Str. ‘S isch jo e Pyn So in der arje Hiz e Stundlang hien ze hukke’ Pfm. I 6.

uf hockeⁿ 1. auf bleiben: er hockt allewil uf bis um d heilige Zwölfe Su. 2. bespringen (von Tieren) Liebsd. 3. eiⁿm uf h. aufpassen, nachstellen, verfolgen Obhergh. Schweiz. 2, 1123.

umme hockeⁿ 1. herumsitzen, ohne etwas zu arbeiten. 2. sich weiter, auf die Seite setzen, um einem andern Platz zu machen Su.

 PfWB verhockeⁿ durch Sitzen verderben: deʳ Rock is ganz verhockt Liebsd.

[Bd. 1, Sp. 318b]

 PfWB zsammeⁿ hockeⁿ 1. zusammen sitzen oder stehn, um sich Gesellschaft zu leisten, zu plaudern Su. Dü. 2. in wilder Ehe leben; auch si hockeⁿ bi nander Dü. Schweiz. 2, 1124.

Hocker [Hòkər Co.] m. langbleibender, lästiger Besucher.

Hockereⁿ f. dazu. — Schweiz. 2, 1124.

 PfWB  RhWB Nësthocker [Nathòkər Olti. Co. Dü. Rapp.; Nèthòkər Bf. Molsh.] m. 1. junger Vogel. 2. der jüngste in der Familie. Synon. Nëstpfluteri Dü., Nestkitter Str., Nesquack K. Z. Schweiz. 2, 1125.