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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
grifeⁿ bis Griff (Bd. 1, Sp. 270b bis 271a)
 
  PfWB  LothWB  RhWB grifeⁿ [krifə allg.; Part. kəkrìfə, krìfə] greifen. D Hüeʰner g. nachsehn, ob die Hühner ein Ei legen werden. Du bis eineʳ, du grifs d Hüeʰner, wenn si glegt hän kommst überall zu spät Ruf. [Wamər nìt sét, e s Krifə ərlœypt Z.] ‘wie wol ein ieder drin wil griffen’ Brant Narr. 72, 39. ‘wer anders liefe (in butzenwise zu Fastnacht) .. z dem wil man griffen und jn den turn legen’ Str. 1456 Brucker 149. — Schweiz. 2, 713. Bayer. 1, 989.

an grifeⁿ 1. berühren, befühlen: dr Züʰ (Stoff) is gschlacht zuem a. g. glatt anzufühlen. 2. feindlich überfallen. ‘Grift mä n äpä d shtat aa?’ Landsman Lied. 82. Aⁿ der Eʰr a. g. 3. Wirkung machen, erschöpfen: dieˢ Arznei het miʰ mit Gewalt an gegriffeⁿ hat starke Wirkung gemacht Hf. S grift mⁱr d Nërveⁿ aⁿ Bf. 4. beginnen, unternehmen: was er angrift, gerot iʰm. Alle (frz. allez), grife do mit an legt mit Hand an! U. — Schweiz. 2, 714. Bayer. 1, 992.

undergrifeⁿ begreifen, verstehn wie etwas gemacht werden soll. Er undergrift e Sach licht Bf.

vergrifeⁿ refl. 1. sich vergreifen, falsch zugreifen. ‘Diss hiesst sich jo vergryffe an dene Würmele’ (Kindern das Spielen verbieten) Pfm. III 1. 2. vergaffen:

[Bd. 1, Sp. 271a]
er het siʰ in dis Maidle vergriffeⁿ Ruf. Schweiz. 2, 716.

Hennengreiffer m. Schmeichler, Schmarotzer Geiler Narr. H. II.

griffig [krìfik Ruf. Bf.; krifi K. Z.] Adj. mit festem Fleisch versehn (Metzgerausdruck): das Kalb is nit g. — Schweiz. 2, 720.

kalbgriffi Z., kalbergriffig Hi. ist eine trächtige Kuh, bei der man die Glieder des Kalbes fühlen kann. — Schweiz. 2, 721.

ungriffig Adj. mager, lockeres Fleisch habend Bf.

handgriflig [hàntkrìflik Hlkr.; hàntkrìfli K. Z.] Adj. mit Händen zu greifen, leicht und sicher zu bemerken. — Schweiz. 2, 721.

Griff [Kref Hlkr. K. Z.; Krìf Bf. Str.] m. Griff, Handhabe. Er het s im G. ist darin geübt, ist geschickt, etwas zu machen; versteht es von Grund aus. ‘Mir awwer han's im Griff un sehn jo hell genue’ Hirtz Ged. 238. Der het's im Griff wi dr Bëttlmann d Lus Z. Str., ähnl. Dehli. JB. XI 59. — Schweiz. 2, 709. Bayer. 991.
 
 
Griff [Krìf Pfetterhsn.; Kref Steinbr. Ruf. Su. Dollern] m. meist Pl. spitzer Eisennagel an den Hufeisen, um das Ausgleiten auf dem Eise oder dem gefrorenen Boden zu verhüten; grobe Schuhnägel. Zss. Griffiseⁿ, Griffnagel.