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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
glureⁿ bis Glas (Bd. 1, Sp. 261a bis 261b)
 
  PfWB  RhWB glureⁿ [klýrə allg.] 1. anstarren, starr ansehn, begaffen. 2. schielen; nicht recht sehen, mit halbgeschlossenen Augen mühsam hinsehn, blinzeln Hi. ‘Hans Bock der glurende’ 1374 Königshofen Anm. 802. CS. ‘er gluret mit den Augen ob sich und sicht den Himmel an’ Geiler P. IV 28. ‘glauren nur mit eim Aug darauff’ ders. Narr. 9. ‘er klaurt il louche’ Martin Coll. 145. ‘Dass d’ vilmol in der Kirch .... als gluurst uf d’ scheene Wywer’ Pfm. IV 4. ‘Jetz, Dännel, sej e bissel still Und kluur mer net, hesch g'heert, i’ will Der, was i weis, verzähle’ E. Stöber Schk. 238. — aus ge - luren lauern. Schweiz. 3, 1377.

an glureⁿ [â klýrə Hattst.] anstarren.

us-glureⁿ [ys klýrə Dü. Lobs.] 1. genau besichtigen; ausfindig machen. 2. anstarren. 3. die Augen durch Sehn im Halbdunkel schädigen. ‘awer mer können-es d’ Aue usklüre, so viel mer wölle, ze finde mer kein Gass’ Str. Wochenbl. 1884, Nr. 26.

verglureⁿ [fərklýrə Str.] d Aueⁿ v. die Augen übermässig anstrengen. ‘Der Uhremacher, Da un Nacht, Kann sich verkluure, schinde’ Bernhard Schk. 184. ‘Wie wäre die jetz d’ Aue sich verkluure’ Hirtz Ged. 209. — Schweiz. 3, 1377.

Gluri [Klýri O., seltener U.] m. Schieler; auch das Maidle is e G. Roppenzw. ‘I bin noch recht erbosst, dass mer e Gimbler zletst e brächtje, neue Bräder weggstayert het eso — der Gluri’ Pfm. III 1. Demin. Glurl n. schielendes Mädchen Z.Schweiz. 3, 1377.

Elfegluri [Èlfəklýri Gebw.] m. Schieler.

glurig [klýrik Pfast.] Adj. in der Rda. S is g., weⁿⁿ meⁿ tschilt spasshaft anstatt trurig.

winckelglurig Adj. in einen Winkel schielend. ‘die zwen diebische, tuckelmeusige .. winckelglurige (die solch liebugeln

[Bd. 1, Sp. 261b]
am pranger gelernt haben) .. galgenschwengel’ Fisch. Garg. 66.

gluricht Adj. schielend. ‘Weist d’ noch wie der kluuricht Ade Mit em Pech-Ei het gebickt’ C. Böse Schk. 198.
 
 
Glurp [Klyrp M.] f. herzförmige Glocke von Kupferblech, welche der Heerdkuh umgehängt wird. Im Grossthal Tränkl, während Glurp verächtlich für solche Heerdglocken gebraucht wird, welche keinen angenehmen Ton haben.
 
 
Glas [Klâs Liebsd. bis Hf.; im Zusammenhang oft Klàs; Pl. Klésər, Klêsər Klèsər] n. 1. Scheibenglas. Er het G. uf em Dach er kann niemand etwas vorwerfen, weil er seine eigenen Fehler hat Steinb. 2. Trinkglas. Er luegt gërn in s G. (Gläsl) er trinkt gern Str. Von einem Angeheiterten: Ër het schuⁿ e wenigle z tief in's Glas gluegt Ruf. JB. IX 119. Ër het e Gläsle z vil ebd. Von einem Säufer: Er kaⁿⁿt keⁱⁿ voll un keⁱⁿ lër Glas sëʰⁿ Ruf. JB. IX 127. 3. Flasche. 4. Pl. Augen: [ər màχt wieti Klêsər M.]. — Schweiz. 2, 643. Bayer. 1, 976.