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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Gaul bis Hofgeil (Bd. 1, Sp. 211a bis 211b)
 
  Gaul [Kàyl Steinbr.; Kàil Rapp. Bf.; Kòil Hlkr. Logelnh.; Kaùl Str. W.; †Kl K. Z.] m. altes, schlechtes Pferd. Rda. Mach mⁱr dr G. nit scheü [èi Rapp.] binde mir keine Fabel auf! ‘Mach m'r d Göul nit scheu!’ Hirtz Ged. 239. ‘Mach mer der Gaul nit schich’ Mü. Mat. 57. In eineme gschënkteⁿ Gaül luejt mr nit in s Maül Bf. (der Vocal aü ist hier nicht elsässisch.) ‘Geschenktem gaul sihe nit ins maul’ Geiler, s. Als. 1862 67, 142. — Schweiz. 2, 219 Gul. Bayer. 1, 891. Hess. 118.

gaulig [kòilik M.] Adj. schlank, lang: e g. Bäumle.
 
 
Gaulam [Klàm Dunzenh. Z.] f. Ringlerche. s. auch Golammer.
 
 
gaüleⁿ [koỳlə Steinbr.; kòilə Fisl. Mü.; kœỳlə Sier.; káilə Hi.; kailə Heidw. Katzent.; kâilə Horbg. Bebelnh.] 1. spielen, sich necken (bes. von jungen Katzen und Hunden, die sich auf dem Boden herumwälzen). ‘Bol mied vom Ummespringe vom gàile un vom ringe’ (die Katzen) Lustig I 361. 2. schaukeln auf dem Stuhl. — s. auch geileⁿ. Schweiz. 2, 207 gaulen.
 
 
Gelle, Gell [Kèl Rupr.; Kèlə K. Z. Hf. Han. Lobs. Wh.] f. 1. dummes, einfältiges, faules, leichtfertiges, aber auch gutmütiges Mädchen. Du alti G.! E langi G. Dieˢ gross G.! Mädchen etwa von 18 Jahren, das noch mit Kindern spielt Rupr. Korpulente Weibsperson: [Tàs e ə nàtírleχi Kèlə Wh.] 2. Gieskanne (aus gelte) — Schweiz. 2, 210. Schwäb. 227 Nebenbuhlerin. Bayer. 1, 962.

gëllig [kalik Roppenzw. M.] 1. paarungssüchtig (Taube) Rapp. 2. bleich, übel aussehend M. 3. rein, unvermischt [tər kalik Fèlsə das nackte Gestein M.]
 
 
 PfWB  RhWB gëlleⁿ [kalə Hlkr.] 1. schreien, singen: s gëllt eim durch d Oʰreⁿ S. N. 2. Prellschuss machen: ‘wann einer gellet oder schirpffet unde die Scheib trifft, der Schuss gilt nichts’ Rchw. 1568 JB. II 162. —

[Bd. 1, Sp. 211b]
 DWB DWB. 4, 1, 2, 3040. Schweiz. 2, 208. Bayer. 1, 891.

Geller [Kèlər Bf. Str.] m. gellender Schrei, Angstschrei: e G. us loˢˢn oder us stosseⁿ. Hät i nit e Geller us gelosse, se hät diss Deifelsvieh mi ganz verhoort’ Pfm. II 6; II 5.
 
 
geil [kail Ruf.] Adj. mutwillig (meist von Kindern oder jungen Tieren gebraucht. Der Bue lerⁿt nit rëcht, ër is noch ze g. †der geile montag Montag nach der Hauptfastnacht. ‘wan man doch uberein leichtfertigkeit thun wolt, so sol man es doch nit eben uff den tag thun, uff das haupt der fasten, warumb thut man es nit morn, so es on das heisset der geil montag’ Geiler Em. 10. ‘geyl weych lascivus’ Dasyp.Schweiz. 2, 210. Schwäb. 225. Bayer. 1, 890. Hess. 120.

Geil, Katzeⁿgeil [Kail Roppenzw.; Khàtsəkail Ndrsept] m. Katzenbaldrian, Valeriana officinalis.

Hofgeil [Hòfkèil M. Mittl. Stossw.] f. Obstwecken, die auf Weihnachten oder um Fastnacht gebacken werden. Hoftgeil St. JB. II 188. Vgl. Schnitzwecken.