| gaⁿ, geʰ(n) [kó Olti. Fisl. Sier.; ké Pfetterhsn. Hi. Steinbr. Heidw. Lutterb. Gebw. Ruf. Co. Ingersh. Bf. Dü.; kê Steinb. Geisp.; kiè M.; kén Str. K. Z. Gundersho. Wörth Betschd.; kên W. Präs. 1. Sg. kà Fisl. Hi. Steinbr. Lutterb. Ruf. Hlkr. M. Ingersh.; kó Niedermuspach; kìw i Ingersh.; ké Co. Dü. U.; kê W.; 2. kó Sier.; kiè M.; ké Lutterb. [Bd. 1, Sp. 187b]
Ruf. Hlkr. U.; kê W.; 3. kót Olti. Uffh.; kièt M.; két Hi. AThann Heidw. Lutterb. Ruf. Banzenh. Hlkr. M. U. kêt W.; Pl. kén Lutterb. Ruf. Hlkr. Str. U.; kien M. Imper. 3. Sg. kà Mü. Ruf. Obhergh. Hlkr. M.; ké U.; kê W.; 1. Pl. ké mər Ruf. U. 2. Pl. ként Mü.; két Ruf.; kén U.; Conj. Prät. 1. 3. Sg. kiè S. Co. Bf.; kìa Steinb. Hlkr. Dü.; kè M.; kî Betschd.; ké Hf. Lobs.; két, ká Hf.; kát K. Z.; kæt Str.] gängd Pfm. II 6; giengt Pfm. IV 6. Wëⁿⁿ mr s Wochs zwei öder dreimol gingt, no (dann) ging's Betschd. [Pl. kìètə Bf., kéə, kétə Lobs.] Part. (bin) kàə Lutterb. Ruf. Co. (s hàt) kà Wh. ‘wie ists doch gangen’ Fisch. Flöhh. 45. ‘Es ist mir ... gangen wie allen Elenden’ Mosch. II 879. Dunzenh. Z. Wortspiel zur 1. Pers. Pl. Ind. Präs.: Geʰⁿ mⁱr? seid ihr alle bereit zum Fortgehn? worauf ein anderer erwidert: Gemer (d. i. Gemar) is nit wit vuⁿ Ostʰeⁱ Rapp., nit wit von Colmer — Verwechselung mit geben s. an geʰn, us geʰn. 1. gehn. Was mr vur vierzig Joʰr faʰrt, muss mr naʰ vierzig geʰn Dehli. Geʰt s? geʰt s bi-n-üʰ? geʰt s allewil? Gruss beim Vorübergehen zu Leuten, die bei der Arbeit sind Su. Antworten: Jo, ne bissle, ne wenigle Hattst. Wie allewil Kembs. Als gmach, wie s Gëld chunnt, aber s chunnt gar gmach Liebsd. Merci, s geʰt guet bis s besser kummt Dollern. Ne so. So la la. Eso leidlig. Wie s mag. Schlëcht gnue Gewenh. Wie mr s tribt Krüth. Jo, wenn s will Orschw. Uf zwei Beineⁿ [Bd. 1, Sp. 188a]
Hirzf. Uf deⁿ Köpf (der Schuhnägel) Damb. Geʰt s eso? Neiⁿ, es leit (das geschnittene Korn) antworten Schnitter Heidolsh. Neiⁿ, mⁱr trajeⁿs antworten Leute, die etwas tragen Elsenh. Geʰt s guet? — Wënn de nit lachs Elsenh. Wënn s e bitzele besser tʰät geʰⁿ, könnt mⁱr s nimme us halteⁿ Mü. Geʰt s sëlbander? Frage an einen Bauern, der mit einem Ochsen zu Acker fährt; natürlich erfolgt keine Antwort AThann. Auf die Frage: wie geʰt s? antworten alte Leute: s geʰt aⁿfangeⁿ awe mit mⁱr Wittenh. od.: im (dem) alteⁿ Hufeⁿ zue (zum Sterben) Blotzh. Uffh. AThann. Von der Arbeit: s geʰt wie gschmiert allg., wie am Rädle Gebw., Rädl K. Z. Beim Kartenspiel: s geʰt nit! Erwiderung: Wann's nit geʰt, sell's ritteⁿ! Hf. s geʰt iʰm us deⁿ Händⁿ er arbeitet gut und schnell Su. Das geʰt dauert noʰ lang Hi. Mr siʰt iʰm s Mul g. man sieht ihn reden, hört ihn aber nicht Str. Abweisung: Geʰ oder ich lach dich us! Geʰ tapfer druf los Str. Geʰ häm Batareⁿ schwitzeⁿ! Rauw. ‘Gang geh Band (Weideruten) haue’ pack dich fort! Mü. Mat. 46. Geʰ furt un sa, d bis do gsin Str. Gang heim, trink eins! Deutung des Elfuhrläutens Ruf. Dernoʰ kaⁿⁿst g. dann magst du zusehn Hi. Los miʰ bal goʰⁿ? lass mich in Ruhe Olti. Loss dis Ding geʰn lass die Sache gut sein Hf. Mit Präp.: in deⁿ neüjeⁿ g. auf die Dörfer gehn um neuen Wein zu trinken; in s Küechl g. um Fastnachtsküchlein zu essen Str. Er geʰt in s 47. Joʰr er ist 46 Jahre alt Hf. ‘I geh in's acht e fufzi'st Johr ererst’ Pfm. II 2. In d Forb g. zum Färber gehn Geud. Mr is keⁱⁿ Christ, wäⁿⁿ mr nit iⁿ di Killich gieʰt M. JB. X 250. S geʰt (stark) uf elf es ist lange zehn vorbei Hf. Der geʰt neweⁿ deⁿ Lüteⁿ nus un seit nit Hund un nit Narr grüsst nicht Z. Zue eⁱnander geʰn von Liebenden: sich den Hof machen Hf. Se is gangeⁿ mit iʰm (nicht mit iʰm gangeⁿ) sie war damals mit ihm schwanger Hi. S geʰt mit eiⁿm ist schwanger Z. D Pfirschi geʰn mit deⁿ Trüwleⁿ reifen zu gleicher Zeit Ingenh. ‘wann der schaffener über die briefe gän wil, soll er die pflegere besenden’ Str. 1446 Brucker 274. Das geʰt um d Kirseⁿ die Kirschen finden guten Absatz Liebsd. S geʰt von eiⁿm wie Wasser bei [Bd. 1, Sp. 188b]
starkem Durchfall Co. z Grab geʰⁿ an einem Begräbnis Teil nehmen Pfetterhsn. z Opfer geʰⁿ um den Altar gehn zum Opferspenden Su. z Weid g.; z nüt (nix Ruf.) geʰⁿ zu Grunde gehn, erfolglos bleiben Geberschw.; futü g. zu Grunde gehn, crepieren. Er kann geʰn (sterben), wënn er will Hf. 2. mit Dat. passen, anstehn. s geʰt eiⁿm (von Kleidung und Manieren); ironisch: dis geʰt dir wie iⁿ ⁱme Hätsch (einem Eber) e Kummet Lobs.; s geʰt iʰm wie e Häriⁿ in eime Fokol einem Faux-col; willkommen sein: ‘Das geht dr Fraü grad’ = a lui va Lustig I 101. ‘das Bett, das fine, das wird'm geh’ ds. I 253. ‘’s geht ’m glaüb nur halwer, Eüch do az'treffe’ es passt ihm nicht ganz ds. II 23. 3. S geʰt im Hus ein Gespenst geht um Mutzig. 4. Umschreibung des Futurum: der geʰt um (wird ihm) de Mänung saueⁿ Dehli. s Kind geʰt schlofeⁿ schläft ein. Was geʰn mir macheⁿ? Wh. Hüt geʰⁿ mⁱr verreⁱseⁿ heute verreisen wir Rauw. goʰⁿ, geʰⁿ wird in O. einem Verbum der Bewegung hinzugefügt, um Absicht, Ziel oder Art und Weise zu bezeichnen. Er kummt geʰ z riteⁿ, geʰ faʰreⁿ Stöber. Lue wie deʳ kommt geʰn tschienkeⁿ Rapp. Iʰ geʰ geʰⁿ badeⁿ Horbg., luegeⁿ Ruf., iʰ bin gangeⁿ geʰⁿ höreⁿ um zu hören Dü. [I kà kè Pryot khoifə M.], wozu Mankel S. 57 das frz. je vais aller vergleicht und ‘ich bin im Begriffe zu gehen’ übersetzt. — Schweiz. 2, 1. Schwäb. 224. Bayer. 1, 858. gändig [kæntik M.] Adv. kürzlich, neulich. PfWB LothWB RhWB ab geʰn 1. sich absondern: statt Wasser geʰt Bluet ab Bf. 2. weg laufen Zinsw. 3. ausgehn, auslöschen: s Für, s Liecht geʰt ab Bf. ‘D’ Welt gieng jo ab’ die Menschheit würde aussterben Lustig I 112. 4. ausser Gebrauch kommen: der Gebruch is ab gangeⁿ Su. 5. Dis geʰt dⁱr nit lër ab dafür bleibst du nicht ohne Strafe Bf. — Schweiz. 2, 8. abgeʰnig Adj. 1. im Veralten begriffen (Mode) Su. Ingersh. 2. als unbrauchbarer Rest übrig bleibend: s abgeʰnige (das übrig gebliebene) Ësseⁿ Hlkr. abgëʰnd [àpkant Olti.] Adj. wertlos. — Schweiz. 2, 9. abgëʰndig, abgängig [àpkantik Olti. Bf.; ôkai K. Z.] Adj. abgängig, dem Verderben entgegengehend: ªs a. Ësseⁿ, [Bd. 1, Sp. 189a]
abgändigi Chleider Olti.; von Obst: abgefallen, minderwertig Bf. K. Z. — Schweiz. 2, 337. abe geʰn abwärts gehn und zurückgehn (in Vermögen oder Gesundheit). Dëʳ geʰt d Matteⁿ, d Schissgass abe Banzenh. Er geʰt hindeⁿ awe Steinb. — Schweiz. 2, 10. PfWB ʰⁱna geʰⁿ abwärts gehn; bildl. sein Vermögen verlieren, dem Tod entgegen gehn. Er geʰt d Matteⁿ na stirbt bald; er geʰt ëne [âna Su.] na. S geʰt na zue mit iʰm er geht dem Ruin entgegen Rapp. an geʰn intrans. 1. beginnen, anfangen: morn geʰt d Schuel wider an; auch trans. was soll mr do angeʰn? Wh.2. in Brand geraten: [Wù e s kàə? M.] Dis Hus is nit alleiⁿ (von selbst) aⁿgangeⁿ Su.3. ausbrechen (von einer Blutung): s is iʰm en Oder angangeⁿ Hf.4. anstossen, falsch ankommen: do könnt mr schön an geʰn! Hf.5. nicht missfallen: s geʰt an das lässt sich hören Str. ‘wenn noch en Eierkuche un Win, un Brod, und Fleisch derbi wär, gäng's schun an!’ Wasselnh. 1817 JB. XI 73. Das geʰt ⁱʰm aⁿ passt ihm, ist Wasser auf seine Mühle Hi. Trans.6. ansprechen, ersuchen: ich hab ⁱʰne drum an gangeⁿ Hf.7. zugehören: er geʰt miʰ vom Vater hëre noch e bissl an Hf.8. berühren, betreffen, bekümmern: das geʰt mich nix an; das geʰt dich keⁱⁿn Drëck, Hafeⁿdrëck, Hafeⁿkäs, Zeichele an Obhergh. An geʰn wird zuweilen mit an gën verwechselt: [s ket nə nit â Günsb.; in M. richtig kièt, was in Günsb. két wäre]. s git diʰ nix on, s het diʰ nix on gën Ingenh.9. tadeln, Vorwürfe machen Geiler P. I 3. — Schweiz. 2, 16; zu 4. 5 vgl. Schwäb. 224. Bayer. 1, 859. aⁿgeʰnig [ôkienik M.] Adj. abhängig (Land am Berg). ane geʰn hin gehen. Auf die neugierige Frage: Wū geʰs ane? antworten Kinder: in s Bas Anneⁿ oder: in s Hüenerhüsl Drëck pickeⁿ, kanns din Nas fürhëre schickeⁿ Z. Für eⁱnander a. g. an einander vorübergehn Geberschw. Obhergh. — Schweiz. 2, 20. | |