Wörterbuchnetz
Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Frag bis usseⁿfrageⁿ (Bd. 1, Sp. 178b bis 179b)
 
  Frag [Frôk O.; Fryok M.; Frǿj Barr K. Z. Betschd. Wörth; Fry Str.; Frøw W.] f. 1. Frage. Dis is d Fr. noch das ist noch fraglich, zweifelhaft. ‘Uf e Frog g'hört e Antwort’ Mü. Mat. 46. ‘Frog un Antwort’ Spiel ebd. 46. 2. Fragestück im Katechismus. Kanns d Fröjeⁿ? Dunzenh. Schweiz. 1, 1289. Bayer. 1, 811.

[Bd. 1, Sp. 179a]

 PfWB Nachfrag [Nôχfry Str.; Nóχfrǿj K. Z.] f. Nachfrage. Wi geʰt's bi dⁱr? Iʰ dank dr N.! Str.Schweiz. 1, 1290.

 PfWB  RhWB Gfrag [Kfrôk Banzenh. Su.] n. wiederholtes, langweiliges Fragen. Loss miʰ jetz emol umgheit mit dim G.! Su.Schweiz. 1, 1290.

 PfWB (G)frageⁿs [Frôkəs Su.; Kfrôjs Dü.; Kfrjs Str.; Kfrǿjs K. Z.] n. wiederholtes lästiges Fragen.

frageⁿ [frôkə Banzenh. Ensish. Su.; frûkə Hlkr.; fryokə M.; frôjə Dü. Rapp. Bf.; frjə Str.; frǿjə Barr K. Z., Ndhsn. (neben frǿwə), Wörth; frǿwə Zinsw. Mühlhsn. W.; Konj. frîak Su. Geberschw., frîəktit Obhergh.] fragen, um Auskunft bitten, bitten. Du frogs auʰ dumm! wenn jem. eine einfältige Frage stellt; dafür auch: fr. wie e Babischblos Rapp. Jetz muess iʰ auʰ dumm fr. Einleitung zu einer Frage, über deren Inhalt man eigentlich Bescheid wissen sollte Z. Halb tadelnd zurückweisend: Iʰ wott oʰ noch fr.! du wirst es wohl wissen Hi. Su., ebenso Frojs noch? Dü. Bei selbstverständlicher Bewilligung einer Bitte: Frogs noch un längs dªrnoʰ! Su. Dü. Iʰ frieg nix drnoʰ Su. Wer lang fröjt, geʰt lang (wit Bf.) irr U. (s) Fr. kost nix U. Mr wurd doch fr. dörfeⁿ! oder muess mr z erst fr., öb mr fr. dörf? Rapp. s is um s Fr. ze tʰuen Ingenh. Wënn deⁿ Wëj nimmʰʳ weis, ze fröjs, s is jo ditsch Dunzenh. Wënn ⁱʰr eppes gëⁿ wotte, so tʰäte-n-ⁱʰr miʰ nit frogeⁿ antwortet der in die Stube Eintretende, wenn er von einem der beim Mittagessen Sitzenden gefragt wird, ob er auch etwas essen möchte AThann. Ulr. v. Lichtenst. erzählt: »Ich sprach ‘und welt ir ëzzen iht?’ ‘Swer vrâget, der wil geben niht’ Alsô sprach her Pilgerîn«. Iʰ früeg (früegtit Obhergh.) nit dªrnoʰ Geberschw. ‘komment und ine frogent’ Str. 1454 Brucker 123. Us dr Schuel fr. die Erlaubnis begehren, aus der Schule bleiben zu dürfen Su. Wörth. Er het miʰ um e Cigarr [Sikâr] gfröjt U. Ich froj nix drnoʰ es ist mir gleichgültig Dü. s. auch Hebamm. — Schweiz. 1, 1290. Bayer. 1, 811.

frögleⁿ neugierig und vorsichtig nachforschen Hi.

ungfragt [ùkfrôkt Liebsd. Su.; ùkfrôjt Dü. Bf.; ùkfrǿjt K. Z.] Adv. ohne

[Bd. 1, Sp. 179b]
gefragt zu haben. Er is u. us dr Schuel blibeⁿ Liebsd.

naʰfrageⁿ [nófrôkə Co.] nachfragen, sich kümmern um. Eim keⁱⁿ Brösªmle n.

überfrageⁿ [ìpərfrôkə Liebsd.; ìwərfrôkə Bitschw. Su.; ewərfryokə M.] mehr fragen, als der andere weiss od. beantworten kann, zu viel fragen. Ja, do hän ⁱʰr miʰ üwerfrogt Bitschw.Schweiz. 1, 1291. Schwäb. 200.

 PfWB  RhWB usfrageⁿ ausforschen Su.Schweiz. 1, 1291.

usseⁿfrageⁿ (in der Schule) um die Erlaubnis fragen auszutreten Su.