Wörterbuchnetz
Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Fueter bis Naseⁿfueter (Bd. 1, Sp. 158a bis 158b)
 
  Fueter [Fỳatər Su. Logelnh. Türkh. K.; Fỳətər Ruf. Geberschw. Mittl. Hlkr. Rapp. Geisp. Hf. Zinsw.; Fŷtər Str.; Ftər Brum.; Fûtər Betschd. — Demin. Fìatrlə Hlkr.] n. 1. Futter, Nahrung des Viehs, Gras, Klee, Heu: grüen F. Grünfutter Rapp. Dis Joʰr git's vil F. K. Z. Das is wider e F. für dr Bläs (od. Blas Ochsenname) das gefällt dem N. N. wieder, ist ihm willkommen Su. Wenn ich in diⁿm F. stieng (stände), woˡˡt ich anderst schaffeⁿ Geberschw. Das is e grings Füetrle Hlkr. In deⁿ Hüeʰner F. rupfeⁿ sich erbrechen Türkh. Mach s Viʰ nit, s F. is so rar! sei nicht albern Rapp. Falsch F. welches die Kühe um die Milch bringt Hf. ‘So bald ward den Pferden ein Fuetter geben’ Mosch. II 589. Dëⁿ kaⁿⁿt mr ladeⁿ wie lang F. er ist brauchbar Ruf. 2. schlechtes, unschmackhaftes Essen. Si haⁿ mⁱr e F. ufgstellt! Zinsw. 3. Futterstoff, Unterfutter von Kleidern Mittl.; dafür Fuetertuech Rapp. U. 4. in der Handwerkerspr. die innere Auskleidung

[Bd. 1, Sp. 158b]
des Thürgestells Hf. Schweiz. 1, 1136. Bayer. 1, 778.

Bëngeleⁿfueter n. Prügel, Schläge: das Ross bekummt meʰʳ B. aˡs anders Dü.

 PfWB  RhWB Gänsfuter [Kænsfútər Schleit.] n. Ackerschachtelhalm, Equisetum arvense, wird namentl. als F. für die jungen Gänse benutzt.

 PfWB  RhWB Geiseⁿfuter [Kásəfútər Schleit.] n. Mistel, Viscum album; Syn. Hëxeⁿbëseⁿ.

Gigefueter n. in der Rda. gemutzt wi s G. prächtig angethan O. Stöber.Schweiz. 1, 1137.

 PfWB Hoseⁿfueter n. Prügel Dunzenh.

 PfWB  RhWB Hüeʰnerfueter n. Hühnerfutter. Do git's H.! es erbricht sich jemd. Gebw.

Katzeⁿfueter n. 1. schlechte Ware Bf.; Fleischreste beim Kuttler Str. 2. schlecht beleumundete Leute, Mädchen mit lockerem Lebenswandel, schlechtes Zeug Bf. Str.

Kummetfueter n. Polsterung unter dem Pferdekummet Hlkr.

Kurzfueter [ ùrtsfỳətər Blotzh.; Khotsfỳatr Steinbr., sonst überall Khùrtsfỳətər] n. 1. kurzgeschnittenes Heu oder Grünfutter und Stroh vermengt; Hafer, Kleie, Rüben u. dgl. mit Häcksel vermischt als Pferdefutter; auch zerstossene Dickrüben od. Gelbrüben mit Spreu vermischt Dü. Rappl d Rueweⁿ, dass iʰ K. krⁱej Illk. 2. Essen, in dem alles durch einander gemischt ist Kindw.; = Mehlspeisen Zinsw. 3. Prügel: Kumm nur heim, da bakumms K.! Su. Schweiz. 1, 1137.

 PfWB Naseⁿfueter n. 1. trockener Nasenschleim. Suechs N.? wenn einer mit den Fingern in der Nase bohrt Steinb. 2. Schnupftabak: Aʰ, du treis oʰ N. noʰ? Geberschw. Schweiz. 1, 1137.