Wörterbuchnetz
Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Vater bis Schwërvater (Bd. 1, Sp. 155b bis 156a)
 
  Vater [Fàtər allg., nur Fâtər K. bis Z.; Pl. Fatər; Demin. Fatərlə Ruf. Obhergh.] m. Vater, der leibliche Vater, syn. Koseform Däde. Dr rëcht V. zum Unterschied vom Stiefvater Liebsd. K. Z. Keⁱn V. han uneheliches Kind sein Bühl. Das is alles iⁿ dëm Kind siⁿ V. nit, Syn. das is alles iⁿ dëm Mann sini Frau nit das ist nicht das Richtige Su. Dr heilig V. der Papst Bf. und allg. in kathol. Orten. Eⁱner V. ziejt sechserlei Kin uf Dehli. Kinderscherz: Man kneift einem in den Arm und fragt gleichzeitig: Wi heisst diⁿ V.? Loss geʰⁿ! ruft der andere NBreis. V. vor'm Soʰn Huflattich, Tussilago farfara, Syn. Hüflatsche Lobs. Väterle Knabe, der sich wie ein Mann benimmt Ruf., od. einer, der im ledigen Stande schon Vater ist: s V. will jetz hiroteⁿ Obhergh. ‘noch vatter noch mter’ Str. 15. Jh. Brucker 33. ‘Darumb ich z meim Vatter kam’ Fisch. Flöhh. 127. — Schweiz. 1, 1126. Bayer. 1, 849.

Altvetter patres, Kirchenväter Geiler J. Sch. 11; 12; 19; 20; 22. LK. = D. Keiserspergers Passion .. in stückes weiß eins süssen Lebkuchen .. tranßvertiert durch Joh. Adelphum .. Str. Grüninger 1514. 89; auch ein alter Mönch oder Einsiedler; so oft in S. M. = Das Buch der sünden des munds Von .. Doctor Keisersperg .. Str. Grieninger 1518.

 PfWB  LothWB  RhWB Gvatter, Pl. Gvattereⁿ Dü., m. Taufpate Hf. Dü. G. steʰn Hf., z Gvattereⁿ steʰⁿ Dü.; z Gvattereⁿ bëteⁿ ist Aufgabe des Vaters eines neugeborenen Kindes, die Taufpaten für dasselbe zu bestellen Dü. s. auch Gvatterlüt. — Schweiz. 1, 1128. Bayer. 1, 850.

Grossvater [Krosfàtər Su. NBreis. Dü. Molsh.; Krósfàtər Obhergh.; Kròsfàtər Str.; Krùfàtər Bisch. Dunzenh.; Krosfàtər und Krofàtər Hf.; Krùsfàtər Ingw.; Krofàtər Tieffenb. Wh.] m. Grossvater, Syn. Grossätt K. Z. Im Gr. siⁿ Nastuech nëmmeⁿ wenn man die Nase mit der blossen Hand schneuzt Su. Eim deⁿ Gr. zeigeⁿ einem kleinen Jungen die zwei flachen Hände auf die Ohren legen und ihn so schwebend in die Höhe heben, so dass an dem Genick das ganze Gewicht des Unterkörpers hängt allg. ‘Der ander hebt mi am Kopf in d'Heeh, wie wemmer aim de Grosvadder zayt’ Pfm. IV 5. Bisweilen will man dem Jungen so auch den Papst zeigen Z.Schweiz. 1, 1129.

Zss. Grossvaterstuel Lehnstuhl Hi.

Gejeⁿgrossvater [Kæjə-Hf.] m. Gegengrossvater, vgl. Gejeⁿschwër der Grossvater

[Bd. 1, Sp. 156a]
der anderen Seite; so sagt z. B. irgend ein Verwandter der einen Ehehälfte: dr N. N. is dr G. von dem Kind, wenn er den Vater der andern Ehehälfte meint; ebenso Gejeⁿgrossmüeter.

Urgrossvater [Ýr- Ruf. Z. Betschd.] m. Urgrossvater: d Urgrossväter sin mitnander in d Schuel gangeⁿ wenn jem. sich der (entfernten) Verwandtschaft eines anderen rühmt Ruf.

Judeⁿväterli [Jùtəfatrli Heidolsh.] Mann, der viele Schulden hat.

Knabeⁿvater [Knâwəfàtər Ruf.] m. alter Junggeselle.

Küngelevater [Khìkələfàtər Obhergh.] m. Kaninchenvater, Spitzname für einen, der viele Kaninchen hält.

Schwërvater m. Schwiegervater allg. Syn. Schwër U. — Schweiz. 1, 1130.