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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Fuess bis Geisfuess (Bd. 1, Sp. 150b bis 151b)
 
  Fuess [Fỳas O. K.; Fŷs Str.; Fỳəs Mütt. Z.; Fûs Betschd. Hatten Lützelstn. — Pl. Fìas O. K.; Fìs Str. Betschd. Hatten; Fìəs Mütt.; Fìès Z.] m. 1. Fuss als Körperteil: Schlëcht (od. ni guet) ze F. sin allg. Offeni F. han wunde F. haben NBreis. Z. Uf deⁿ letsteⁿ F. geʰn allg., scherzh. wenn jemd. unpässlich ist, worauf in Dü. gewöhnlich die Antwort erfolgt: wënn r nit noch hölzerni bekummt. Keⁱⁿ Schueʰ aⁿ deⁿ F. han arm sein Mütt. Ausweichende Antwort, wenn man sich nach dem Aufenthaltsort jemds. erkundigt: Er is, wo dr Kaiser z F. hiⁿgeʰt Ruf. Der losst siʰ nit uf d F. trëteⁿ schlagfertig und seinem Gegner gewachsen Str. ‘ainem auf den fusz treten’ Murner Schelmz. 34. Worum tritts mⁱr uf mein bös Füssl? Anfang eines Kinderspieles Bühl. Jetz heischt's (heisst es) awr deⁿ hingersteⁿ F. zerst ufghebt nun aber vorwärts! Lützelstn. Uf eim F. geʰt mr nit Ermunterung bei Wein oder Bier, nicht beim ersten Glase stehen zu bleiben K. Z. Oft bezeichnet man mit F. das ganze Bein. (Iⁿ) eim Füess macheⁿ zur Eile anspornen, einem Beine machen allg. ‘ich will dir Füss machen je te hasteray bien d'aller’ Martin Parl. N. 469. ‘Füess krieje weggenommen (gestohlen) werden Ulrich. ‘auf den fuess’ Zab. Hexenprozess 1620. s kummt mⁱr in d Füess näml. das Tanzen, wenn man Musik hört Katzent. Z. Wëⁿⁿ mr keⁱn Gedankeⁿ het, het mr Füess sagt man zum Vergesslichen U. Er het deⁿ F. (das Bein) gebrocheⁿ U. Füess wi Rëbstëckeⁿ so dünn Z. ‘Füess wie e Ländeltrëter Plattfüsse’ Ulrich. Um Fuss und Bein gehörig zu unterscheiden, hilft man sich durch Zss. oder Umschreibungen; so ist Fürfuess der Fuss, dr F. ingen am Kni der Unterschenkel, dr F. am dickeⁿ Teil der Oberschenkel Hf. Übtr. Bi eim e gueteⁿ F. han an jemd. einen starken Rückhalt haben, bei ihm in Gunsten stehen. Abergl.: Wenn man über ein am

[Bd. 1, Sp. 151a]
Boden kauerndes Kind den gehobenen Fuss (das Bein) hinweg führt, so wächst es nicht mehr Dunzenh. Ingenh. Dis Ding hat weder Händ noch Füess ist schlecht gemacht, unbrauchbar Str. Mul e F. (salat) Ochsenmaulsalat, ‘fusse köpfe’ Str. 15. Jh. Brucker. 2. Fuss am Strumpfe K. Z. 3. Fuss eines Gefässes: ‘der Fuess vom Glass’ Mosch. II 724. 4. im Tärtelespiel 5 auf einander folgende Karten: dr sechst F. 6 auf einander folgende Karten, ähnl. dr sewet, dr acht F. ‘Der Achterfuss’ Oschmann Schk. 298. — Schweiz. 1, 1085. Bayer. 1, 769.

barfuess, barfüessi [pàrfỳas Steinbr. Winzenh.; pârfỳas Su.; pârfỳəs Obhergh.; pòrfỳas Geisp.; pòrfỳəs Dunzenh.; pòrfìèsi Ingenh.: pârfìèsi Hf.; pârfìsi Str. Betschd.] Adj. barfuss. Scherzh. B. bis aⁿ deⁿ Hals ganz nackt Bf. E barfüessicher Bue Hf. ‘D’ Gäns gehn baarfuess’ und Umstellung, in einem Anzählvers Stöber Volksb. 65 ff., 311.

bluttfuess Adv. barfuss O. Man sagt b. laüfeⁿ Logelnh., geʰⁿ M., rënneⁿ Co., und so ist es auch bei barfuess. [Mr sèit net pârfyùs, mr sèit plùtfyùs, s hąį jo àli Lit ə Pâr Fies Mühlb.] ‘Blutfüess’ Lustig I 44. — Schweiz. 1, 1093.

Dreifuess m. 1. dreieckiges, eisernes Gestell mit 3 Füssen, auf welches die Bratpfanne über dem offenen Feuer auf den Herd gesetzt wird. 2. Stuhl mit 3 Beinen, in dem an das Nhd. angelehnten Rätsel s war emal e Zweifuess, der saß auf einem D. un aß an einem Vierfueß. Aufl.: ein Schuster, der an einem Schweinsknochen nagte Dunzenh. Zu 1 vgl. ‘Trifuss Chytropus’ Dasyp. Schweiz. 1, 1094. Bayer. 1, 769.

Drudefsz m. Bärlapp, Lycopodium clavatum Kirschl. 2, 372.

Fëderfuess m. Hahn oder Huhn mit gefiederten Füssen; Syn. Baster Z.Schweiz. 1, 1090.

Flachfuess m. Plattfuss.

flachfüessig Adj. dazu. — Schweiz. 1, 1091.

Flussfuess, s. Fluss.

Fürfuess m. 1. Fuss im nhd. Sinn Dü. Hf. Er brucht breiti Schueʰ, r het gar grossi Fürfüess Dü. 2. der vordere Teil des Strumpfes Olti. Liebsd. Roppenzw. Su. Dü. Bebelnh. Schweiz. 1, 1090.

[Bd. 1, Sp. 151b]

Geisfuess m. ein Kriegswerkzeug. ‘mit .. geyßfüssen’ Fisch. Garg. 317.