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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Fass bis Plunkfass (Bd. 1, Sp. 146b bis 147a)
 
  Fass [Fâs Su.; Fàs und Fâs Geberschw.; Fàs Dü. U. — Pl. ebenso bei vorausgehender Zahl, daneben aber auch das sonst übliche Fèsər; Fasər Su. — Demin. Fasli, Faslə O.; Fæsl Str. W.; Fasl U.] n. 1. Fass, hölzernes Gefäss, das meist zur Aufnahme von Flüssigkeiten, bes. von Wein, bestimmt ist. ‘in vassen oder in körben’ Str. 1469 Brucker 208. ‘in halben fudern oder in vesseln’ ds. 572. 2. Euter der Säugetiere: Di Kuʰ het e meineidig F. sehr grosses Euter Lobs. s Kalb het schun e nëtts Fässl Geud. Übertr. auch von der Brust der Frau: s is e Fässle vorgebundeⁿ, König un Kaiser hän drus getrunkeⁿ Dü. Schweiz. 1, 1048. Bayer. 1, 766.

 PfWB  RhWB Essigfass Wh., Demin. Essifässel Z. Gefäss aus Holz oder Steingut zur Aufbewahrung von Essig. E Gsicht wi eⁱn E. Wh.Schweiz. 1, 1049.

Fueterfass n. hölzernes Gefäss, in welchem der Mäher den Wetzstein mit sich trägt S. Mach e bitzi Wasser ins F.! Rädersd.; Syn. Kumpf Z. ‘so würt er (der Leib durch die Pflege) kum hübscher denn sant Anstetz füterfaß’ (hier wohl Ranzen?) Geiler HK. LXXXII. In der Em. O. iiij wird noch zugefügt schwartz und ungestalt. Die Reliquien des h. Anastasius

[Bd. 1, Sp. 147a]
wurden nach Specklin 1524 nach Str. übertragen: Scherz 52. — Schweiz. 1, 1050.

 PfWB  LothWB  RhWB Hëriⁿfässel n. Fässchen, in dem Heringe eingelegt waren U. Syn. Hëriⁿtönnl K. Z.

 PfWB  LothWB Käsfässel n. 1. Gefäss, in welchem Käse bereitet wird. 2. scherzh. Bezeichnung für einen Cylinder oder runden, hohen Hut Kindw. Schweiz. 1, 1051.

 PfWB Küeʰlfass n. Kufe mit kaltem Wasser, durch welche die Abflussröhren des Destillierapparates geleitet werden Bf.

Leitfass n. 1. Fass, das ungefähr 4 hl aufnehmen kann und zum Transport von Wein gebraucht wird Mutzig. 2. Grosses F., das während der Herbstzeit zur Aufnahme der Trauben bestimmt ist und zu diesem Zwecke eine weite viereckige Öffnung in der Mitte hat Z., oft aber auch aufrecht steht mit herausgenommenem Boden Dunzenh. Schweiz. 1, 1051.

Mistfässel n. hölzerner Trog, in den man den Kehricht aus den Zimmern und die Abfälle aus der Küche thut Str. CS. 74.

Plitschfass n. Butterfass, Fass oder Kübel zur Zubereitung der Butter Olti. Pfetterhsn. Syn. Plotzfass, –fässl K. Z.

Plotzfass, s. Plitschfass.

Plunkfass, Punkelfass [Pùklfàs Su. bis Bebelnh.; Demin. Pùklfaslə Banzenh. bis Dü.; Plùkfàs Wörth Betschd.; Plùmpfàs Roppenh.; Plyfasl Weyersh.; Plûkfèsl Kindw.] n. hölzernes Gefäss, in dem der Rahm zu Butter verarbeitet wird; dasselbe hat entweder die Form eines Fässchens und liegt auf einem Schragen und die Butter wird durch Drehung eines Doppelflügels in dem Fässchen gewonnen, oder es hat die Form eines abgestumpften Kegels, in dessen Höhenachse ein Kolben auf- und abbewegt wird, d. h. hier wird die Butter gestossen. ‘e Paar Waade wièn-e Bunkelfässle’ Mangold Colm. Kom. 14.