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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Fënster bis stërneⁿfinster (Bd. 1, Sp. 123b bis 124b)
 
  Fënster [Fáįstər Pfetterhsn. Roppenzw. auch P-Vorschlag im oberen S.; Ftər Liebsd.; Fántər Friesen; Fantər von Hi. bis Barr; Fáįtər Geisp.; Fǽnstr

[Bd. 1, Sp. 124a]
K.; Fantər Str. Z. Wörth Betschd. Han. Lohr; Fǽtər Weyersh.; Fatər Reichstett] n. 1. Fenster. Mach s F. uf, dass r (der schlechte Witz) useⁿ kaⁿⁿ Gebw., nus kaⁿⁿ Ruf. Abergl.: Wer zum Fenster hinaussteigt, wächst nicht mehr Dunzenh. Ingenh. 2. scherzh. für Auge. Iʰ schlo dⁱr eiⁿs uf's F. Roppenzw. Bloji F. han Dü. Blöji Fënsterle Str. Eim blöji F. schlaujeⁿ K. Z. Von den Brillengläsern: nimm diʰ in acht, suns wërfeⁿ mⁱr dⁱr d F. iⁿ! M. Er siʰt vor Drëck nit zue deⁿ F. nus Bf. Fënsterle nennen die Kinder die kleinen Quadrate auf dem Butterbrod, die dadurch entstehen, dass man mit dem Messer eine Reihe von parallelen Linien zieht und darüber eine zweite solche Reihe, die jene rechtwinkelig schneidet Ingenh. F. in deⁿ Hoseⁿ aufgesetzte Flicken Stöber. F. māch! Z. oder F. mo! Co. rufen die umherziehenden italien. Glaser auf den Strassen. — Schweiz. 1, 871. Bayer. 1, 731.

 PfWB Dachfënster n. 1. Dachfenster, Giebelfenster Str. 2. scherzh. für Auge Roppenzw. Schweiz. 1, 873.

Katzeⁿfënster n. Schindeln in Form eines Fensters zusammengelegt. — Schweiz. 1, 872.

 PfWB  LothWB  RhWB Kircheⁿfënster n. 1. Kirchenfenster. 2. Bei dem Spiel Kircheⁿfënsterlis wird ein K. auf die Erde gezeichnet, in romanischer Form, und durch Quer- und Längsstriche in mehrere Felder (Scheiben) geteilt; flache Steine in die einzelnen Felder geworfen, werden hüpfend mit dem Fuss wieder hinausgestossen, wobei man nicht auf die Striche der Zeichnung treten darf Rupr.

Vorfënster n. Doppelfenster Ingenh.

Winterfënster n. Doppelfenster, Vorfenster Furchhsn.

durchfënstereⁿ eine Zeichnung an der Fensterscheibe durchzeichnen. Du hes durchgfënstert, suns wär s nit so exakt! Illk.
 
 
finster [feįtər Liebsd.; fèįtər Fisl. Pfetterhsn.; fêįtər Roppenzw.; fįtər M.; fìntər Sier. Dollern; fintər Gimbr. Mittelhsn.; fentər Hi. Su. bis Barr U. W.; fæntər Bisch.; feįtər Geisp.; fntər K.] Adj. und Adv. finster, dunkel. s is f. wie in ere Chue Kuh Fisl. F. wie im e Sack von Sier. ab allg. Mir sin schun in dr Matt gstangⁿ (zum Mähen), un

[Bd. 1, Sp. 124b]
es is noch f. gewëˢn wi im e Sack Büst. s is so f., mr könnt eim in eⁱn Au reicheⁿ K. Z. Was machs for e finstri Fratz? Co. Der luejt f. in's Wëtter, mr meint, es sind ihm alli Lüt Gëld schuldi Ingenh. F. löjeⁿ wi e Morder (Marder) Dunzenh. Dr Himmel (od. s) macht siʰ f. dohinteⁿ Betschd. Scherzh. Dr Grete Loch macht siʰ f. der Himmel bewölkt sich Z. Die feiⁿstereⁿ Nächt die Nächte vor Neumond M. Die in diesen Nächten geborenen Haustiere dürfen nach dem Glauben mancher Thalbewohner nicht aufgezogeu werden, da sie nicht gedeihen. — Schweiz. 1, 873. Bayer. 1, 732.

kridefinster [ritəfêįtər Roppenzw.] Adj. stockfinster.

lochfinster Adj. stockfinster Roppenzw.

stërneⁿfinster Adj. stockfinster, keine Sterne am Himmel Roppenzw.