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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm  ·  · 
 
schwellkopf bis schwelmig (Bd. 15, Sp. 2510 bis 2511)
 
schwellkopf, m.
schwellkörper, m.
schwellkraut, n.
schwellrost, m.
schwellsucht, f.
schwellthür, f.
schwellung, f.
schwellvers, m.
schwellwasser, n.
schwelm, m.
schwelmig, adj.
schweltrupp
schwemme, f.
schwemmen, verb.
schwemmenkraut, n.
schwemmer, m.
schwemmergans, f.
schwemmfeder, f.
schwemmland, n.
schwemmler, m.
schwemmpfuhl, m.
schwemmriwizer, m.
schwemmschiff, n.
schwemmsel, n.
schwemmsiel, n.
schwemmstatt, f.
schwemmstein, m.
schwemmsystem, n.
schwemmteich, m.
schwemmung, f.
schwen, n.
schwen, adv.
schwende, f.
schwenden, verb.
schwender, m.
schwenderei, f.
schwenderin, f.
schwenderisch
schwenderlein, n.
schwenderling, m.
schwendholz, n.
schwendling, m.
schwendmeister, m.
schwendnis, f.
schwendstrumpf, m
schwendtag, m.
schwendung, f.
schwengbaum, m.
schwengel, m.
schwengelbrunnen, m.
schwengelchen, n.
schwengeldocke, f.
schwengelgalgen, m.
schwengelholz, n.
schwengelkunst, f.
schwengeln, verb.
schwengelnagel, m.
schwengelpresse, f.
schwengelpumpe, f.
schwengelständer, m.
schwengelstütze, f.
schwengelwerk, n.
schwengen, verb.
schwenger, adj.
schwengkessel, m.
schwenglinie, f.
schwengrad, n.
schwengsbühne
schwengstange, f.
schwengung, f.
schwenk, m.
schwenk, adj.
schwenkalia
schwenkbaum, m.
schwenkbecken, n.
schwenkbier, n.
schwenkbürste, f.
schwenke, f.
schwenkel, m.
schwenkeln, verb.
schwenkelzieher
schwenken, verb.
schwenker, m.
schwenkerei, f.
schwenkerin, f.
schwenkern, verb.
schwenkfeder, f.
schwenkfelder, m.
schwenkgeld, n.
schwenkgusz, m.
schwenkicht, adj.
schwenkkessel, m.
schwenklich, adj.
schwenkquaste, f.
schwenkrad, n.
schwenkschieszen, n.
schwenkseide, f.
schwenkung, f.
schwenkwasser, n.
schwensten, verb.
 schwellkopf, m. eigensinniger mensch (Aschaffenburg), dummkopf (Rheinpfalz). Schm. 2, 630, s. DWB schwellhaupt.
 
 
schwellkörper, m. corpora cavernosa Hyrtl lehrb. der anat. (Wien 1857) 109.
 
 
schwellkraut, n., oder schwollkraut, in der Eifel name der (hasen-, käse-, ross-) pappel, malva pusilla, rotundifolia silvestris. Pritzel-Jessen.
 
 
schwellrost, m. liegender rost, eine verbindung von lang- und querschwellen mit einem bohlenbelag darüber als grundlage eines mauerwerks. Karmarsch-Heeren3 8, 111 f.
 
 
schwellsucht, f.: schulesucht squinancia. Diefenbach-Wülcker 849.
 
 
schwellthür, f. thürschwelle: so die saltner oder der wegman zu der paurschaft pieten und etwo ainen nachpern oder sein hausgesint nit anheimbs fünden wurden, so sollen si auf desselben schwellthür drei stain legen zu ainem wortzaichen, dasz er ime poten habe. tirol. weisth. 3, 64, 18.
 
 
schwellung, f. , mhd. swellunge, s. Lexer hwb. 2, 1357.
1) zum intransitiven schwellen: tumor ... swellunge, uffswellunge, schwellung. Dief. gloss. 601b; schwellung, f. gonfiamento, enfiamento. Kramer dict. 2, 712b; schwellung, die, et das schwellen, inflatio, inflatus, extuberatio, metaphor. autem insolentia, supercilium, arrogantia, nimia aestimatio sui, arrogans de se persuasio, mentis elatio, et typhus. Stieler 1968.
a) vom menschlichen körper und seinen theilen: erdbeerkrautsaft und granatäpffelsaft ... dienet sehr wol den hitzigen schwellungen und bäulen. Tabernaem. 349 D; lange ist es ..

[Bd. 15, Sp. 2511]
dasz die schwellung der materiellen theile meines werthen hauptes, in allerdickstdemselben, den gedankenraum dergestalt verengt haben, dasz alle jene erlahmen. Chamisso 5, 70. als dauernde beschaffenheit: wie mächtig schön treten diese groszen formen, tritt diese energische schwellung der hüfte heraus, wenn sie, das eine bein kräftig vorgesetzt, das ruder zuckt! Vischer auch einer 2, 144; bei Zeitblom auszer der eckigen dürre überall die dumme, bornirte schwellung über der nasenwurzel. 240.
b) vom wasser: schwellung des meeres, aestus et recursus maris Stieler 1968; wasser-schwöllungen, inundationes Frisch 2, 247b;

sprach's, und des ebers kehle zerschnitt er mit grausamem erze,
welchen Talthybios drauf in des meers grauwogende schwellung
wirbelnd den fischen zum frasz hinschleuderte.
Voss Il. 19, 267;

trotz den göttern entflöh' er des meers aufstürmender schwellung. Odyssee 4, 504.

vgl. auch: das hertze, welches ... selbtes (das blut) in einer steten und der auf- und abschwellung des meeres gleichen bewegung durch den gantzen leib herumb triebe. Lohenstein Arm. 2, 257a. c) anderes:

des dichten mooses
sanft nachgiebige schwellung ist so ruhlich.
Lenau ged. (1857) 2, 307.


2) transitiv, nur in der bedeutung 'aufstauung des wassers': item, das man nicht vergesse, ab es noth sein wurde, das man die schwellunge vor der phortten und auch in der probstige zeitlichen losse angehen. Erfurter ratsverfassung s. 46 Michelsen; swellung desz wassers. Frankf. urk. v. 1501 bei Dief.-Wülcker 849; die mann und frawen darinn (in Holland) seind gar wolgestalt, die sich vorm überlauff jrer feynd mit schwellung der wasser und mit eygner krafft beschirmen. S. Franck weltb. 61a.
 
 
schwellvers, m. in der altgermanischen stabreimdichtung ein vers, der das normalmasz (von 4 bez. 8 hebungen) überschreitet, s. Sievers altgerm. metr. s. 25 und reg. Kauffmann beitr. 15, 370—376. J. Franck zeitschr. f. d. alterth. 38, 238 ff. Heusler über german. versb. 104—8 (vgl. anz. f. d. alterth. 24, 329). Kaluza der altengl. vers 2, 82 ff.
 
 
schwellwasser, n. am Rhein das durch eis gestaute wasser, das oft bedeutende überschwemmungen verursacht. Kehrein 1, 372.
 
 
schwelm, m.
1) fomes Wachter 1489, vgl. DWB schwelen und DWB schwalm (sp. 2194 ff.).
2) nebenform zu schmelm, schmelme, grashalm, s. sp. 1010:

auch würff man zu mit grossen balcken,
das waren schwelm und ander ding,
darvon der feind schaden empfing.
Fuchs mückenkrieg s. 118, 589;

von schwelm gar dicke lange thramen,
auff jn häufig geflogen kamen. 123, 757.


 
 
schwelmig, adj., s. schwälmig (sp. 2195), dunstig, schwül: als jhr sehend im donner, so er kommen will, so verändert sich das wetter, und wirdt heisser, schwelmiger. Paracelsus opp. (1616) 1, 596 C.