| Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm | · · ![]() | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
rost bis roste (Bd. 14, Sp. 1281 bis 1282) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
rost, m. rost rostband, n. rostbett, n. rostbirne, f. rostbrand rostbraten, m. rostbraun, adj. rostbrenner, m. rostdorn, m. roste, f. röste, f. röste, f. rösteln, verb. rosten, verb. rösten, verb. rösten, verb. röster, m. röster, f. rosterig, adj. rostern, verb. rostern, adj. röstern, verb. rösterwerk, n. rosterz, n. rostfarbe, f. rostfarben, adj. rostflecken, m. rostfleisch, n. rostflügel, m. rostfressend, adj. rostgelb, adj. rostgestell, n. rösthaus, n. röstholz, n. rosthütte, f. rostig, adj. rostjunge, m. rostkäferchen, n. rostkraut, n. rostlaufen, verb. rostmeister, m. rostofen, m. röstofen, m. rostpapier, n. rostpfahl, m. röstpfanne, f. rostrig, adj. rostrippe, f. rostscheibe, f. rostscheit, n. rostschicht, f. rostschlacke, f. rostschläger, m. rostschlich, m. rostschuppen, m. rostschwamm, m. rostschwelle, f. roststab, m. roststätte, f. m. roststadel, f. m. röststollen, m. rosttute, f. röstung, f. rostweide, f. rostweihe, f. m. rostweih, f. m. rostwender, m. rostzerfressen, adj. rostzwitter, m. rosz, m. f. roosz, m. f. rost, m. f. roosze, m. f. rösz, adj. roszenhonig, m. roszhafen roszkeule, f. roszsprossen roszstein, m. rot, adj. rotaderig, adj. rotafter rotagen, f. rotapfel, m. rotauge, n. rotäugig, adj. rotbacke, f. rotbackig, adj. rotband, n. rotbart, m. rotbartend, adj. rotbärtig, adj. rotbauch, m. rotbaum, m. rotbebartet, m. rotbeere, f. rotbeerig, adj. rotbein, n. rotbeinholz, n. | I. Aus mhd. ahd. alts. rost 2, 551, ags. rust, ebenso engl., nld. roest. das wort ist auf das westgerm. beschränkt, die goth. bibelübersetzung gebraucht nidva, f. für aerugo (Matth. 6, 19), die altn. bezeichnung für rost ist ryð, n., ryðr, m., also ein wurzelhaft verwandtes wort, das sich in mhd. rot, n. rost wiederfindet. dieses ist in Oberdeutschland mundartlich noch erhalten. 210. 3, 46. 2, 186. in die neueren skandinav. sprachen ist das deutsche rost eingedrungen, dän. rust, schwed. rost. rost ist von dem stamme abgeleitet, welcher in nhd. rot, altn. rjóða, rauð, ruðom, roðinn vorliegt. mnd. rust 3, 510b (vgl. brem. wb. 3, 565. 3, 75b) II. Gebrauch. 1) im eigentlichen sinne von dem überzuge, welcher sich durch den einflusz von luft und feuchtigkeit am metalle bildet. a) besonders von dem rötlichen überzuge des eisens, dann auch in anwendung auf andere metalle, eisenrost, bleirost, kupferrost: daʒ kupfer stinkt und dœnt doch wol und zerpricht von kaim rost. 479, 12; rost am ertz oder kupffer. Dasypod.; dem rost ausgesetzt sein; rost ansetzen; das eysen vom rost seüberen. 336a; den rost abbutzen. 1624. etwas vor rost behüten; wie reymbt und stimpt sich aber ein auszgetrocknet heysere stimm? bringt aber wasser nicht roscht? Garg. 23b; ob nicht die überbleibsel der wucherer im hundertjährigen rost an die verscharrte münzen gefesselt liegen. 2, 350; sîn harnasch ist nâh roste var. ein altes panzer one rust, ne samnôd gi hir sink mikilsilobres ne goldes rost das îsen zert: rost iʒʒet stahel und îsen: und glich wie rost das isen verderbt, tafeln, ertz, stahl und eisen kan nicht dauren, erz, das rost verzehrt. denn hier ergreift es der rost nicht, wie viel der schwerter könnt ihr aus dem frieden b) nicht immer ist der rost entstellend; er wird wertgeschätzt als zeichen des alterthums: [Bd. 14, Sp. 1282] das ist es ja was man begehrt: 2) rost in bildlicher anwendung: die tichterey ist anders nichts, als ein abbildung vielerley dinge, welche die menschlichen gemüter abzeucht und gleichsam saubert, durch zierliche und schickliche fügnüsz, vom rost und staube desz uberdrusses. Müffling bei vorwort zum 1. tausend der sinngedichte; ebener gestalt überzeucht der rost aller laster, unsere gedanken. Pathm. 395. ebenso in älterer sprache: dar umb spricht unser her Jêsus Christus: ich pin komen ain feur zu senden. daʒ selb feur verzert des êrsten den rost der sünden. 69, 21 (vgl. 3, 510b); du suchst die ewigkeit, die viel begehrte schrifft, das jahrbuch trostes voll, schnöder neid, du herzenskwal, wenn sich der laster rost so tief in geist gesezt, wohlan! da aufgeschoben den rost der welt, der leidenschaften spur, 3) schon alt ist die übertragung von rost auf den brand des getreides. 2, 551. 502a; rost, röte am korn, rubigo Dasypod. ferner bezeichnet rost eine krankheit der nelken: der weisze rost ergreift die blätter, der gelbe rost die wurzel. auch einen braunen beschlag auf den bäumen nennt man rost. 3, 454a. 4) besonderes. mit rost bezeichnet man aufgelöste theile, welche in gruben vom wasser fortgeführt werden und sich an das gestein ansetzen. 3, 456a. rost vom zusatz unedlen metalles bei der münzbeschickung 454a. sus hât erbermde geholfen hin [Bd. 14, Sp. 1283] rösten; so von dem rost des herdes. 175a. bergmännisch für die vorgerichtete stätte, wo erz geröstet wird, auch von der masse des erzes, welche dieser behandlung unterzogen wird. bergwerkslex. (1743) 455a. eine ähnliche vorrichtung ist die kalkröste (vgl. th. 5, 67).
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