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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm  ·  · 
 
graskorn bis gräslein (Bd. 8, Sp. 1981 bis 1983)
 
graskorn, n.
graskranz, m.
graskraut, n.
graskrone, f.
grasland, n.
grasländerei, f.
graslauch, m.
grasläufer, m.
grasleder, n.
graslehen, n.
gräslein, n.
gräslein, n.
grasleinen, n.
graslied, n.
grasliedlein, n.
graslilie, f.
graslinde, f.
gräsling, m.
graslos, adj.
grasmädchen, n.
grasmagd, f.
grasmägdchen, n.
grasmägdlein, n.
grasmahd, n.
grasmähder, m.
grasmähen, n.
grasmäher, m.
grasmahl, n.
grasmahlzeit, f.
grasmähmaschine, f.
grasmaid, f.
grasmaidlein, n.
grasmantel, m.
grasmatte, f.
grasmeer, n.
grasmeier, m.
grasmeise, f.
grasmensch, n.
grasmetze, f.
grasmonat, m.
grasmotte, f.
grasmotte, f.
grasmückchen, n.
grasmücke, f.
grasmückenart, f.
grasmückenei, n.
grasmückengezwitscher, n.
grasmückenkönig, m.
grasmückennest, n.
grasmücklein, n.
grasmusch, f.
grasnägelchen, n.
grasnäglein, n.
grasnägleinwurzwein, m.
grasnägleinzucker, m.
grasnarbe, f.
grasnelke, f.
grasnelkenmeier, m.
grasnutzung, f.
grasnymphe, f.
graspeln, vb.
graspfennig, m.
graspferd, n.
graspflänzchen, n.
graspflanze, f.
grasplatz, m.
grasplätzchen, n.
graspolster, n.
grasquecke, f.
grasrain, m.
grasrand, m.
grasreche, f.
grasrecht, n.
grasreich, adj.
grasreichtum, m.
grasrispe, f.
grasrupfen, n.
grassach, n.
grassame(n), m.
grassämerei, f.
grassaten
grassatenum
grassatengänger, m.
grassation, f.
grasscheide, f.
grasscherben, m.
grasschneiden, n.
grasschneiderin, f.
grasschnepfe, f.
grasschnur, f.
grasschopf, m.
gräss(e), f.,  m.
grassecht, n.
grassee, f.
grässel, m.
grasseln, subst.  plur.
grassen, m.
grassen, vb.
grassense, f.
grasset, n.
 graskorn, n., grasekorn, zur viehfütterung angebautes sommergetreide: (ein feld,) ubi sacerdos solebat seminare estivum pabulum, quod dicitur grascorn (1241) westfäl. urkundenb. 4, 210; grasekorn im gebürge. da nemen sie 1 strich korn und 1 sipmasz habern untereinander, sähens umb pfingsten ..., das gibt im herbst anstatt des krauts eine kostliche gräserey (16. jh.) haushaltung in vorwerken 58 Ermisch-Wuttke; ich verstehe durch grasekorn jede sorte von gutem roggen, die im junio ausgesäet, im herbst, ehe sie schoszt, wie gras abgemähet wird beytr. z. öcon. 6 (1781) 447 Beckmann.
 
 
graskranz, m., speziell im hinblick auf die im römischen kriegswesen dem feldherrn für rettung aus kritischer lage überreichte corona obsidionalis oder graminea (vgl. lat. herbam dare); vgl. unter gras I B 2 c γ εε: die rmsche k(aiser) vnd hauptleüt ... wurden ... mit graszkrentzen gekrnet z einem zeychen, daz sie frid gemacht, vnd den krieg gestilt hetten Bock kreütterb. (1539) 2, 29b; der kriegs-gott erlangte endlich den preisz, nemlich einen mit diamanten umwundenen grasekrantz Lohenstein Arminius (1689) 1, 1205a; das dankbare römische heer verlieh seinem feldherrn den graskranz, mit welchem schlichten zeichen nach lagerbrauch der soldat geschmückt wurde, der durch seine tüchtigkeit eine abtheilung seiner kameraden gerettet hatte Mommsen röm. gesch. 2 (1889) 243. von da her: und wie so ein kleiner lon, frag ich dich, den armen (kriegs-)knechten umb ein solchen schaden und für ein solchen ernst begert wirt und gefordert? fürwar allein das si ... mit eim graszkrantz oder mit eim eichen laub gekrönt werden J. Adelphus enchiridion (1520) f 3b. anders in bildlichem zusammenhang von einem wertlosen ruhmeszeichen: dasz, wenn auch einige von euch im begrif der schönen wiszenschaften gefehlt haben, sie diesen bei zeit verbeszern. werfet, da ihr jünglinge seyd und männer werdet, die puppen des schönen, die leeren gras- und blumenkränze weg, die so bald verwelken ...; liebet, was liebenswerth ist Herder 30, 82 S.
 
 
graskraut, n. 1) in der älteren botanik soviel wie grasart (s. d.): alopecurus ... ein graszkraut gleicht an seinem stengel eim fuchszschwantz Gesner erdgewächse (1542) 5a. meist in dem die grasarten zusammenfassenden plural, dessen geltungsbereich sich etwa mit dem weiten gebrauch von gras II A deckt: der graszkreütter sind vil, nemlich alle obernente quecken, daz yetzt gesetzt (riedgras) vnn die weggrser Bock kreütterb. (1539) 2, 29b; ebda 1, 170b; die IV. section von allen graszkreutern (von arten der gramineae und cyperaceae) Tabernämontanus neuw kreuterb. 1 (1588) 636; deme ohngeachtet aber, kan es gar wohl seyn, dasz auch andere grasz-kräuter zu ihrer (der raupe) speise dienen Rösel v. Rosenhof insectenbelust. (1746) 1, 4. samml., 273. eingeschränkt auf arten der gramineae, etwa den 'unkräutern' bei Bock (s. unter gras II A 2) entsprechend: das 1. capitel. von den graszkreutern Tabernämontanus a. a. o. 2) der sing. dient sonst zur speziellen bezeichnung einzelner pflanzen. für die gemeine quecke, agriopyrum repens P. B.: hundszan, gramen oder graszkraut genant, verterbt alle matten Sebiz feldbau (1579) 457; das rech-gras oder gras-kraut Noel Chomel öcon.-phys. lex. (1750) 4, 1324. für das klebkraut,

[Bd. 8, Sp. 1982]
galium aparine L.: aparine das kleb- oder graskraut Pomey ind. un. lat.-germ. (1720) 80. für eine laichkrautart, potamogeton rutila L.: graskraut (Angermünde) Pritzel-Jessen d. dt. volksnamen d. pflanzen 303. —
 
 
graskrone, f., vgl. graskranz:

eine grasz-krone.
der sein vaterland errettet, diesen krönte Rom mit grase
Logau sinnged. 546 Eitner

(vgl. dazu die sachlich nicht ganz zutreffende bemerkung bei Lessing 7, 377 L.-M.); wer (bei den Römern) das ganze heer oder eine legion gerettet, bekam, durch beschlusz von senat und volk, die graskrone J. v. Müller s. w. (1810) 1, 235. anders: von der decke (des zimmers) hing eine künstlich geflochtene graskrone, ein staub- und fliegenfänger herab W. Raabe Krähenfelder gesch. 1 (1879) 6.
 
 
grasland, n. 1) in speziellem gebrauch von wiesen- und weideland im gegensatz zu ackerland; vom nl.-nd. sprachgebiet ausgehend, vgl. Verwijs-Verdam mnl. wb. 2, 2109; auch fries. gērslön Möller Sylt 100; gārslun Siebs Helgoland u. s. spr. 224: te dyken tot enen corenlande alle dat gorslant ende slyclant, dat gheleghen is voer't westende van Rynerswale (1389) in: dt. rechtswb. 4, 1075; des kerckherden acker, beyde plochlandt vnd graszlandt, is hundert scepell (Dithm. 1559) ebda; hergegen der vermeinter unwissenden philosophen das gantze landt so voll laufft, als die graslnder in Holland mit heuschrecken Glauber Proserpina (1667) 3; der vortheil sey offenbar, und beträchtlich gröszer, den das grasland vor dem getreidelande liefere d. schles. landwirth (1771) 2, 12; man hatte ... grasland genug, um eine kuh zu halten B. Auerbach schr. (1892) 18, 9; wie eine sacht abfallende wiese auf der seite nach dem Kolmberg sich gegen süden senkt, so umfaszt der hochwald auch hier, nach norden hin, halbkreisförmig ein stück grasland Kluge Kortüm (1938) 19. 2) allgemeiner von grasbewachsenen bodenflächen: das bewaldete grasland ist eine eigentümlichkeit Australiens Ratzel völkerkunde (1885) 2, 10; zu den waldfreien strichen Deutschlands gehörten damals vor allem die groszen flächen, die von 'waldsteppen' d. h. von steppenartigem grasland mit wäldern abwechselnd eingenommen waren Wimmer gesch. d. dt. bodens (1905) 5. anders von einem gebiet, dessen wirtschaftsform vorwiegend durch eine natürliche oder künstliche grasbewachsung bestimmt wird: man könnte ausrechnen, wie viel menschen in einem bergland, graslande, ackerlande, weinlande leben können Haller tageb. (1787) 1, 204. —
 
 
grasländerei, f., nur im plural gebräuchlich, zusammenfassend von wiesen- und weidelandstücken; vgl. DWB grasland 1: es ziehen sich anmuthige grasländereien zwischen den beiden bergen ... hin Kohl Alpenreisen (1849) 1, 385; die wichtigkeit des wassers ... für die grasländereien Schwerz prakt. ackerbau (1882) 255. —
 
 
graslauch, m., älter auch n.; mit fugenvokal graselauch Calvisius thes. (1666) 47; Stieler stammb. (1691) 1081. 1) von den grasähnlichen blättern her für verschiedene laucharten. besonders vom schnittlauch, allium schoenoprasum L.: porrum sectile graszlauch nomencl. lat. germ. in us. schol. (1634) 106; Corvinus fons lat. (1646) 649; gurken, salat, zwiebeln, graszlauch und dergleichen ntzliche kchkruter und wurtzeln Neumark neuspross. palmbaum (1668) 171; graselauch sive schnittlauch, schœnoprasum, porrum sectivum, sectile Stieler stammb. (1691) 1081; graslauch Hertel Thür. 154; graslôk Doornkaat-Koolman ostfries. 1, 676a; gērslook Möller Sylt 100; vgl. Marzell wb. d. dt. pflanzennamen 1, 207. für allium scorodoprasum L.: groszlauch, graslauch Nemnich polygl.-lex. 188; graslauch Holl wb. dt. pflanzenn. 221b; vgl. Marzell a. a. o. 210. für den porree, allium porrum L. (?): graslauch weisser zwibel, porrum Henisch thes. (1616) 1727. 2) vereinzelt für das englische raigras, lolium perenne L.; vgl. Krünitz öcon. encycl. 19 (1780) 768; schweiz. id. 3, 1006. —
 
 
grasläufer, m. 1) bezeichnung des wachtelkönigs, crex crex L.;

[Bd. 8, Sp. 1983]
vgl. Krünitz öcon. encycl. 19 (1780) 767; Naumann vögel (1822) 9, 498. 2) wohl in der beziehung auf rindvieh. in einer unklaren speziellen bedeutung: 1 k, me 1 unzeitel, me 1 stier, würt ein grasslfer (1524) bei Fischer schwäb. 6, 2064. —
 
 
grasleder, n., eine algengattung des süszwassers, deren lange, dünne fäden leicht verfilzen und beim eintrocknen eine lederähnliche masse bilden, conferva Link.: (die wassererbse) gehört unter das grasleder allg. dt. bibl. (1765) 54, 231; vgl. Krünitz öcon. encycl. 19 (1780) 768; Schwan nouv. dict. 1 (1783) 785b; schweiz. id. 3, 1073; Holl wb. dt. pflanzenn. 399a; Marzell wb. d. dt. pflanzenn. 1, 1117. —
 
 
graslehen, n., nur älter für wiesen- und weidepachtland; vgl. DWB gras I C 2: de uno graslehen 300 casei (1280) mon. Boica 36, 1, 144; 1 graslehen in Tintzelsaw (14. jh.) ebda 36, 2, 539.
 
 
gräslein, n. , dim. zu gras (s. d. bes. III); vgl. DWB gräschen. älter und noch in obd. maa. auch mit -el- oder -li-, -le-suffix: gräsel Heinrich v. Neustadt Apollonius 8550 Singer; ebda 9939; greselis (gen. sg.) meister Altswert 89 lit. ver.; grasel (akk. pl.) Abr. a s. Clara w. 2, 209 Strigl; grezli Sam. Schmidt id. Bernense 31; grääsle Kuen oberschwäb. wb. 21; gráslú, grásə-l Schmeller-Fr. bair. 1, 1007.
1) grashalm oder einzelnes grasblatt.
a) allgemein:

es (das pferd) puckte sich zu maniger stund
und nam ain gräsel in den mund
Heinrich v. Neustadt Apollonius 8550 Singer;

da wurden frech die grünen weszlein
mit auff-tringenden grünen greszlein
Hans Sachs 4, 265 lit. ver.;

die frhe sonne die tau-tropfen ... von den subtielen grselein abgelekket S. v. Birken forts. d. Pegnitzschäferey (1645) 16; das gräslein, da der wind drüber spielte, ergözte sich Göthe I 37, 297 W.; zwischen den fahlen grasresten des vorjahres sprieszen jung und spitz die grünen gräslein auf Rosegger schr. (1895) III 3, 131. auch spezieller von den schmalen blättern des sich bestockenden und des schossenden getreides, vgl. unter gras I A 1 a: eyn yedes (weizen-)krnlin aber stszt erstmals, ein eyntziges schmales grszlin Bock kreütterb. (1539) 2, 16a; eyn yeder knopff (des weizenhalms) ist mit eynem schmalen rrichten grszlin bekleydet vnd angethon ebda.
b) im hinblick auf die winzigkeit, bedeutungslosigkeit und vergänglichkeit des grashalms (vgl. DWB gras I B 3):
α) in dem sinne, dasz der grashalm trotz und in seiner winzigkeit ein teil der schöpfung gottes ist, dasz er wert und nutzen hat: sy erkant och wie got ist in ainem ieklichen gressli und in ainem ieklichen blmli und lber Elsbet Stagel leben d. schw. zu Tösz 73 Vetter; ob gott auszer, uber und doch in allen, auch den geringsten creaturen wäre, als im gräslin und blätlin an bäumen? (1532) Luther tischr. 1, 240 W.; vmb ein greslein magnum est mysterium (1538) ebda 3, 550. sprichwörtlich:

es was kein grszlin nie so klein,
das nicht zu etwas ntz thet sein
Eyering proverb. copia (1601) 2, 598.


β) gern in der verbindung kein oder nicht ein gräslein: kein körnlin, greszlin noch jchts würde wachsen aus der erden noch sich ernewen, wo gott nicht fur und fur wircket (1537) Luther 46, 559 W.; so bald sie aber das dürr sand erdreich erreicht, und alles unfruchtbar, auch nicht ein gräszlein vorhanden, haben sie, durch den hunger dahin gezwungen, ein unmenschlich stück begangen Kirchhof wendunmuth 3, 16 lit. ver.; es wchse auch kein grselein daraus (aus der erde) ohne wirkung der sterne Jac. Böhme s. w. 2, 29 Schiebler;

es steht auf diesen rselein
kein einig-grnes grselein
Ph. Zesen verm. Helikon (1656) 1, 93;

dasz ohne flüsse, thau und regen nicht das geringste gräslein aus der erde hervor kommen würde Schwabe belust. (1741) 3, 211. im bild: oft hat ... ein dichter

[Bd. 8, Sp. 1984]
nicht ein gräselein auf dem Parnasse gepflücket Schönaich ästhetik in e. nusz (1754) 451; ich seh schon — für mich wachst da kein grasel, ich muss wo anders anklopfen Meisl theatr. quodlibet (1820) 1, 146.
γ) in bildlichem und vergleichendem gebrauch; im ersten beleg mit deutlicher prägnanz: darnach ... fähet er an zu zörnen und zu expostuliren, und sich unnütz zu machen um eines geringen dinges willen, nehmlich um gräslein (1538) Luther tischr. 3, 551 W.; wie wohl es ist, dasz manch grselein verdirbet, so der himmel nicht regen giebt, also auch verhindern die weltlichen geschfte das reich gottes (1619) Jac. Böhme s. w. 7, 377 Schiebler;

was war es doch,
dasz ich so hoch
dem himmel gleich geschtzet,
ja fast fr gott gesetzet?
ein blmlein war es aus dem garten,
ein gräszlein das verdorren musz
J. Rist himlische lieder (1652) 242;

in krafft derselben (gerechtigkeit) wirst du dannoch seelig, ob du schon dich dieses zeitlichen lebens must täglich erwägen, und alle augenblick eines rauhen todtenwindleins gewärtig seyn, das dich als ein gräszlein oder blümlein auff dem feld darnieder lege Frisch neukling. harpfe Davids (1719) 916; von der revolution ... wissen sie (zwei emigranten) nichts, ... das ist vorüber, sie aber sind geblieben, wie bisweilen der bergstrom verbraust und das gräslein bleibt, und vielleicht darum sich für stärker hält, als die fluthen Grabbe s. w. 3, 13 Gr.;

sei du (Christus) das brünnlein auf der wiesen,
lasz mich an dir als gräslein sprieszen
D. Fr. Strausz ges. schr. (1876) 12, 10.

ebenso mit beziehung auf ein frisches blatt des sich bestockenden getreides; vgl. DWB gras I A 1: wenn unser sommer angehet, am jngsten tage, wird unser korn erfr brechen, das wir sehen werden nicht allein ein grn greszlein und auffgerichten halm, sondern auch ein starcke, dicke ehern (1544) Luther 49, 428 W.
c) nur älter in verbindungen, die das spiel des halmziehens umschreiben (vgl. unter spielen II 1 m, teil 10, 1, sp. 2357):

zwei spilten greselis (var. greselins, greslis)
meister Altswert 89 lit. ver.;

ritter vnd junckfröwelin
sicht man (im minnekloster) dez gräszlins spilen liedersaal 2, 214 Laszberg;

ich sprach so ziech wir zwai grsalin ebda 1, 145.


d) in sprichwörtlichem und redensartlichem gebrauch. das gräslein wachsen hören, im hinblick auf einen überklugen, vgl. DWB gras I D 1:

das tht die grosz vnd hoch vernunfft,
die do brucht der narren zunfft;
dann sy die greszlin wachsen hert
vnd ist vil basz dann gott gelert
Murner narrenbeschwörung 160 ndr.

in einem sprichwort des sinnes 'wem gott das leben gibt, den erhält er auch':

gibt gott das hszlein,
so gibt er auch das grszlein
Petri d. Teutschen weiszh. (1605) Ff 5a;

giebt gott 's hasel, giebt er auch 's grasel ... und einen jungen will ich, musz ich haben Holtei erz. schr. (1861) 13, 139; gibt dr lîwe gut a hâsl, gibtr  a grasl Göpfert sächs. Erzgeb. 92; vgl. Wander sprichw.-lex. 2, 381. redensartlicher gebrauch scheint auch dem folgenden, nicht ganz eindeutigen beleg zugrunde zu liegen: (sie) eroberten denselben (ort) in kurtzer zeit, mit geringem verlust ... vnd machten ziemliche beute: wodurch die soldaten zu ros vnd fus ein grslein aufs mundstck bekommen, vnd zum handel gantz lustig vnd begierig worden Chemnitz schwed. krieg 2 (1653) 38a.
2) gräslein, gräsel, grasel, in der weidmannssprache kollektiv von dem abtritt (s. teil 1, sp. 144), dem 'gras,

[Bd. 8, Sp. 1985]
welches der hirsch mit der schale abschneidet, wenn er über grasboden geht und was in der fährte liegen bleibt' Behlen forst- u. jagdkunde (1840) 3, 496; vgl. Heppe wohlred. jäger (1763) 152b; Jacobsson technol. wb. (1781) 2, 147a; Campe 2 (1808) 443a. dazu 3gräseln, vb. (s. d.).