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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm  ·  · 
 
freventlich bis frevlerplan (Bd. 4, Sp. 179 bis 180)
 
freventlich
frevlen
frevler, m.
frevlerblut, n.
frevlerbrut, f.
frevlerhaufe, m.
frevlerin
frevlerisch
frevlermeute, f.
frevlerpaar, n.
frevlerplan, m.
frevlerrotte, f.
frevlerschar, f.
frevlervolk, f.
frevlerzunge, f.
frevlich
frevlisch
frevne, f.
frevnen
frewen
fröuwen
frexen
fricke, f.
frecke, f.
fricken
friedbar
friedbot
friedbreche, m.
friedbreche, adj.
friedbrecher, m.
friedbrechig
friedbrief, m.
friedbruch, m.
friedbrüchel
friedbrüchig
friedbundesgenosz, m.
friede, m.
friedebote, m.
friedebrust, f.
friedebrustleute
friedeburg, f.
friededurstig
friedefahrt, f.
friedefeuer, n.
friedegebot, n.
friedeherr, m.
friedekauf, m.
friedel, m.
friedel, f.
friedelin, f.
friedelispelnd
friedelsauge, n.
friedemacher, m.
frieden
friedenbaumgarten, m.
friedenfrühlingslust, f.
friedenhindernis, n.
friedenlos
friedenmacher, m.
friedenmacherin, f.
friedenreich
friedensabschlusz, m.
friedensahnung, f.
friedensband, n.
friedensbecher, m.
friedensbedingungen
friedensbestand
friedensbild, n.
friedensboge, m.
friedensbote
friedensbotschaft, f.
friedensbrief, m.
friedensbruch, m.
friedensbund
friedensburg, f.
friedenschatz, m.
friedensdach, n.
friedensdegen, m.
friedensdienst, m.
friedenseid, m.
friedensengel
friedenserbietung, f.
friedenserkauf, m.
friedensfahne, f.
friedensfeier, f.
friedensfeind, m.
friedensfest, n.
friedensflut, f.
friedensfreude, f.
friedensfürst, m.
friedensfürstin, f.
friedensfusz
friedensgabe, f.
friedensgau, m.
friedensgebet, n.
friedensgedanken
friedensgefangen
friedensgegend, f.
friedensgeist, m.
friedensgericht, n.
 freventlich, dasselbe, mit der in zahllosen zusammensetzungen eintretenden entfaltung des t vor dem lich, z. b. in eigentlich, wesentlich, flehentlich, vermessentlich, wodurch man freilich nicht ermächtigt wird in freven auch ein particip zu ahnen: welcher den andern mit der faust freventlich schlägt. weisth. 4, 409; indem sie ihr selbs nicht so viel zugegeben, dasz sie dieses, so ihr herz auf erden zum höchsten liebet, fräventlich und kecklich besehen dörfte. Amadis 362; antwortete er freventlich. Philander 2, 699; freventlich disputiren. Lehmann 153;

da Meurabs frau von Chach in Meurabs angesicht
so freventlich entehrt.
Gryphius 1, 110;

der tod schont länger nicht,
er folgt der bluttrompet und reiszt aus diesem licht
die kinder, die ja gott nicht freventlich beschweret. 2, 345;

[Bd. 4, Sp. 180]
mehr als 7 zeugen bekräftigen können, dasz ich weder mutwillige händel an ihm gesucht, noch ihn freventlicher, hergegen recht abgenöthigter weise und wider meinen willen zum tode befördert hätte. Felsenb. 2, 398;

wie Mitzler einst erblaszt auf dem catheder stand,
als Priscian erschien und ihn zur rede setzte,
warum er sein gebot so freventlich verletzte,
so bleich und so bestürzt stand der professor (Gottsched) da.
Rost vorspiel 70;

wirklich ist es allerliebst
auf der lieben erde:
darum schwör ich feierlich
und ohn alle fährde,
dasz ich mich nicht freventlich
wegbegeben werde.
Göthe 1, 134;

dasz er alles ... so freventlich und doch so nothwendig verlassen müsse. 20, 246; indem ich mich anzog, erschrack ich über die verwünschte garderobe, die ich mir so freventlich ausgesucht hatte. 25, 349; weil er mit der wahrheit so freventlich gespielt. Tieck 14, 365.
 
 
frevlen = freveln: fräflen, ein fräfel begon, audere. Maaler 140a; mit éinem wort wider eines botten recht fräflen, verbo jus legationis violare; wider das gemein regiment fräflen und ungebeurlich handlen, rempubl. violare.
 
 
frevler, m. = freveler: frevler und unhold. pol. stockf. 144;

in dieser gesellschaft
ist hier niemand, jung oder alt, er fürchtet den frevler
mehr als euch.
Göthe 40, 7.


 
 
frevlerblut, n.
 
 
frevlerbrut, f.

ich hab, ich halt ihn! aus dem busen raffen
will ich sein herz, beispiel der frevlerbrut.
Gries Tasso 16, 64.


 
 
frevlerhaufe, m.

krieg war aus dem krieg entlaufen
zu dem tollen frevlerhaufen.
Logau 1, 137, 91.


 
 
frevlerin, f. malefica:

ha, sollte wol die frevlerin gewagt
in meiner liebe heiligthum sich haben?
Schiller 16b.


 
 
frevlerisch, es wagte niemand eine frevlerische hand an die majestät gottes selbst zu legen. Wieland 29, 384;

weh! ist ein sterblicher mensch so frevlerisch?
Voss Virgils idyllen 9, 17.


 
 
frevlermeute, f.

Bouillon, besprützt mit blut der frevlermeute,
eilt in die schlacht.
Gries Tasso 20, 47.


 
 
frevlerpaar, n. Gotter 2, 144.
 
 
frevlerplan, m. sceleratorum area:

wil nicht wider recht und zucht treten auf den frevlerplan.
Logau 1, 180, 61.