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empfindlich bis empfindungsbezeugung (Bd. 3, Sp. 430 bis 433) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
empfindlich, adv. empfindlichkeit, f. empfindling, m. empfindlos empfindnis, f. empfindsam empfindsamkeit, f. empfindsamkeitskrankheit, f. empfindselig empfindung, f. empfindungsbezeugung, f. empfindungsdrang, m. empfindungsfähigkeit, f. empfindungsfülle, f. empfindungsgerecht empfindungsgrille, f. empfindungskraft, f. empfindungslaut, m. empfindungslos empfindungsvermögen, n. empfindungsvoll empfindungsweise, f. empfindungswerkzeug, n. empfindungswerth empfindungszweck, m. empfliehen empfremden empinden emplöszen empor empor, n. emporarbeiten emporbauen emporbäumen emporbeben emporblähen emporblasen emporbleiben emporblicken emporblühen emporbrausen emporbrechen emporbringen emporbrüllen emporbürgen empordampfen empordanken empordonnern empordrang, m. empordrängen empordringen emporeiland, n. emporeilen empören empörend emporentzücken empörer, m. emporergieszen emporerheben empörerisch emporfahren emporflammen emporflattern emporflehen emporfliegen emporflieszen emporfüllen emporgehen emporgieszen emporgreifen emporgrünen emporhalten emporhaltung, f. emporhauchen emporheben emporhelfen emporhorchen emporhüpfen empörisch emporjauchzen emporkeichen emporkeimen emporkirche, f. emporklimmen emporkommen emporkömmling, m. emporkräuseln emporkrausen emporkriechen emporkünsteln emporlächeln emporlaufen emporlingen emporlodern emporlupfen empormüssen emporpochen emporposaunen emporprellen emporputzen | 1) fühlbar, merkbar: daraus werden rechte Christen, die Christum erkennen und empfindlich schmecken. 1, 81b; ein kus, es ist wol wahr, von schön und kleinen munden des Cleons spanisch rohr, der rächer seiner ehre, sie scherzt empfindlich und doch fein. 2) gereizt, bitter, acerbe: er antwortete empfindlich. 1) wahrnehmbarkeit: durch das angesicht wird die gegenwertigkeit in der schrift bedeutet oder die empfindlichkeit eines dings. 1, 26b; auch wirt die erkentnus der verdampten eigentlich nit ein glaub genennet, sonder es ist ein erfarenheit und empfintlichkeit der pein. 1 Cor. 12; dises leids empfindlichkeit zu singen. 2) gefühl, empfänglichkeit, zärtliche empfindung: du empfindest das, dasz du mer liebe hast in deinem herzen und dein herz me berürt etwan ein hündlin, oder ein öpfel oder ein ander clain ding. wann aber ein semliche empfintlichkeit gegen got wer, so werest du dester besser. omeis 75c; als wir lesen, was ein junkfraw, die auf ein zeit in irem gebet was, und on iren anschlag und fürnemen kam ein semliche inbrunst und liebe in der empfintlichkeit zu got, das ir das herz zersprang. 75d; was bistu für eine art von menschen, dasz du keine empfindlichkeit der liebe durch so fröhlichen gesang bekommest. pers. rosenth. 2, 24; es stehet nun bei ew. maj., was die gesamten anverwandten vor eine empfindlichkeit aus diesem todesfalle tragen (welche gefühle sie an den tag legen) sollen. freim. redner 595; eine [Bd. 3, Sp. 431] glückliche empfindlichkeit entwickelte frühzeitig alle kräfte seiner seele. 7, 151; seine zuneigung, seine empfindlichkeit breitet sich über die ganze natur aus. 13, 129; da ich meinen adel in der empfindlichkeit meines herzens suche. 5, 229; der einfall vergnügte unsern witz, aber die ausführung des einfalls empört unsere ganze empfindlichkeit (unser gefühl). 7, 161. 'ohne empfindlichkeit liegen' heiszt bei unw. doct. 224 ohne lebenszeichen, ohne empfindung, wie wir heute sagen. 3) wieder übergehend in reizbarkeit: auch derjenige, dem allbereit die hitze vergangen und die empfindlichkeit abgeleget, hätte durch ihre gesellschaft müssen zur liebe wieder angezündet werden. pers. rosenthal 2, 28; hier kamen mir jene übungen gut zu statten, durch die ich meine empfindlichkeit abzustumpfen versucht hatte, ich konnte der (chirurgischen) operation beiwohnen. 25, 299. auf das empfindsame volk hab ich nie was gehalten. [Bd. 3, Sp. 432] 16, 255; suchte wenigstens seine tafel von der empfindsamen würze frei zu halten. 26, 184; der erste zum bedürfnis empfindsame mensch. 39, 342; er hatte sich mit einem zärtlichen, frommen, empfindsamen, aber dabei kränklichen mädchen verlobt. wanderschaft s. 111; so war er doch kein empfindsamer bote. s. 14; unsere lieben unmündigen und mancher mündige haben sich so herzlich in das wort empfindsam verliebt, dasz sies mit empfindend, welches sich zu jenem wie subject zum object verhält, verwechseln, dasz sie von empfindsamen seelen schwatzen wie sprachkundige leute von empfindsamen begebenheiten. Siegfr. von Lindenb. 4, 231; die fürstin hatte das empfindsame gesicht mit der reisekleidung weggelegt. J. P. Hesp. 2, 44; das kann ich nicht von dir leiden, dasz du die nächte verschreibst und nicht verschläfst, das macht dich melancholisch und empfindsam. br. 1, 53; ich hab grad keinen empfindsamen respect vor der natur. 1, 58. mir gab die natur empfindung zur tugend, in des herzens geist und empfindung. Il. 1, 193. 4, 163. 5, 677 u. s. w.; alle thorheiten dieser abgeschmackten gecken auszustehen, welche die sprache der empfindung reden wollen und nichts fühlen. 1, 183; unsre heiligen empfindungen. 14, 18; die zärtlichste empfindung in einer laube. 14, 19; der mann, dessen liebe ganz in geistigen empfindungen schwebt. 14, 63; von der feinsten empfindung, dem schärfsten witze. 16, 13; ich sasz ganz in mahlerische empfindung vertieft. 16, 19; noch nie war meine empfindung an der natur voller und inniger. 16, 57; die empfindungen die mein herz bestürmen. 16, 81; welch eine himmlische empfindung ist es seinem herzen zu folgen. 20, 99; sie sprach gut und wuste dem was sie sagte durch empfindung immer bedeutung zu geben. 26, 185; diese empfindung läszt sich nicht beschreiben. wanderschaft 74; er versank ganz von empfindung. s. 125; vater,[Bd. 3, Sp. 433] ihre gnade entflammt meine ganze empfindung. 187b; welche sprache wirst du jetzt führen, empfindung? auch coquetten sinken in ohnmacht. 201a; das fräulein war schön und zur empfindung geschaffen. 701b; die härte, womit man jetzt und immer gegen die protestanten verfahren, habe schon längst seine empfindung empört. 848a; die wirkung eines gegenstandes auf die vorstellungsfähigkeit, sofern wir von demselben afficiert werden, ist empfindung. 2, 59; wenn eine bestimmung des gefühls der lust oder unlust empfindung genannt wird, so bedeutet dieser ausdruck etwas ganz anderes als wenn ich die vorstellung einer sache (durch die sinne) nenne. denn im letzteren falle wird die vorstellung auf das object, im ersteren aber lediglich auf das subject bezogen und dient zu gar keinem erkenntnisse. 7, 47; die empfindung der eigenen unwürdigkeit. 8, 222; die abgeleitete beziehung heiszt empfindung, gleichsam insichfindung. nur das fremdartige wird gefunden, das ursprünglich im ich gesetzte ist immer da. grundlinien 349; keine leute sind eingebildeter als die beschreiber ihrer empfindungen. 1, 164; unsere höchsten empfindungen sind gleich den paradiesvögeln, die sich selten mehr vom boden erheben, so bald sie auf ihn gesunken sind. J. P. jubels. 28.
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